08 March 2014    

Steilwand Experte Davide Capozzi, fährt eine unglaubliche Line in den französischen Alpen, das Domenech Couloire am Aiguille Aigle im Mont Blanc Massiv. Hier redet er über seine Leidenschaft und diese unfahrbar wirkende Line!

Wie bist Du zum Steilwandfahren gekommen?

Es war 2002 nach einem Monat in Alaska. Ich hatte plötzlich dieses unwiderstehliche Verlangen auch in unseren Alpen steile Lines zu fahren. Meine erste wirklich steile Abfahrt in unseren Bergen war das Cervasutti Couloire vom Tour Ronde im Mont Blanc Massive, in der Nähe von Chamonix.

Splitboard Abfahrt Domenech Couloire, Einfahrt
Einfahrt Domenech


Was magst Du am liebsten, wenn Du steile Rinnen befährst?

Ich liebe es steile Lines in meiner Umgebung zu fahren. Dabei spielt es keine Rolle ob die Abfahrt schwierig ist oder einfach. Für mich zählt die natürliche Schönheit der Rinne. Die Schwierigkeit oder die Steilheit ist lediglich eine Konsequenz der gewählten Schönheit. Eine schnelle und steile Abfahrt ist für mich wie das Surfen einer großen Welle.

Was denkst Du wenn Du eine anspruchsvolle Steilrinne fährst?

Ich bin immer höchst konzentriert und zu 100% in dem Moment. Selbst wenn alles gut läuft, versuche ich die Konzentration bei mir und der Abfahrt zu halten. Fehler sind verboten! Die hohe Konzentration hilft mir die Angst zu überwinden.

Über die Domenech Abfahrt

Vergangenes Jahr befuhren Julien Herry und ich das wunderschöne Hauptcouloire neben dem  Domenech. Meine Eindrücke waren so atemberaubend, dass ich versprach zurückzukommen, um das Domenech zu befahren. Es wurde das erste mal im Juni 2000 von den Skifahrern Pierre Tradivel und Tim Dobbinsritt bezwungen. Bisher ist uns keine Befahrung mit dem Snowboard oder Splitboard bekannt. Diese Linie ist wirklich eng und am Einstieg oft mit zu wenig Schnee bedeckt. Normalerweise wird das Hauptcouloire direkt daneben befahren.

Ünersicht Domenech Couloire
Übersicht Domenech Couloire


Laurent Dupré, Christophe Marteau und ich (alle Snowboarder) hätten nie gedacht, dass wir diese Abfahrt in solch unglaublichem Zustand befahren würden und vor allem nicht so früh, am 24. Februar. Abgesehen von der Einfahrt, der steilsten Stelle, wo es etwas "unsichtbares" Eis unterhalb von ein paar Zentimetern Schnee gab, war die Abfahrt ein reines Vergnügen und eine Menge Adrenalin.

Wie war der Aufstieg?

Körperlich und mental war es sehr anstrengend. Wir hatten extrem viel Schnee im Aufstieg, also war es von besonderer Wichtigkeit die sicherste Aufstiegsroute zu wählen. Dadurch haben wir die Gefahr minimiert, die Schneedecke zu stören, eine Lawine auszulösen und mit den Schneemassen abzustürzen. Schritt für Schritt erklommen wir vorsichtig den Startpunkt unserer Abfahrt auf der sichersten Route.


Was war die größte Herausforderung bei der Abfahrt?

Ich denke es war der Aufstieg, wie oben beschrieben. Generell ist es bei solchen Abfahrten immer schwierig den richtigen Zeitpunkt zu erwischen. Das heisst, die richtige Abfahrt zur richtigen Zeit wählen. Beim Domenech Couloir war es abgesehen von einer kurzen Blankeis-Section im oberen Bereich, der Aufstieg. Normalerweise werden solche Abfahrten erst bei Frühjahrs-Schnee gemacht.

Steep wall splitboard riding
Enjoying it!

Hattest Du bei der Abfahrt besondere Gefühle?

Hmm, wenn ich Glück habe und in einer so anspruchsvollen Abfahrt tiefen Pulver finde, wie an diesem Tag, denke ich nur “danke”, denn das ist das Beste was einem bei einer solchen Mission passieren kann und gleichzeit ist es das Faszinierendste beim Snowboarden in steilem Gelände.

Wie war das Gesamterlebnis?

Alles in allem war es ein wunderschöner Tag mit Feunden, den wir in der weiten (oder engen) Einsamkeit des Miage Beckens genießen durften. An dieser Stelle möchte ich auch, Pierre Morand und seinen Sohn Arhur (16 Jahre) erwähnen, die uns begleiteten und später die gleiche Linie mit Skiern fuhren. Bei dieser Abfahrt bin ich das Furberg Splitboard 162, ein einzigartiges Brett gefahren. Bei diesen Bedingungen erwies es sich als die perfekte Waffe mit einfacher Handhabung in den engsten Stellen des Couloirs. Gleichzeit ist es auch bei sehr hohen Geschwindigkeiten noch sehr stabil. Es ist erstaunlich, wie vielseitig dieses Board ist. In allen Schneearten und Bedingungen kann man richtig viel Spaß damit haben.

Furberg Split 162
Das Furberg 162 Split

Wenn Ihr noch mehr über die Steilwandabfahrten von Davide Capozzi erfahren möchtet, auf seinem Blog gibt es viel Info und tolle Fotos. Blog Davide Capozzi

Pics: G. Azzalea / Capozzi

Unseren Testbericht zum Furberg Split gibt es hier.

 



 Kommentare

  • 10. März 2014 - 15:23 Zum Kommentieren anmelden oder registrieren.

    Die Line muss man erst mal sehen wenn man in die Wand hinein schaut.....

    Big One würd ich sagen!

  • 12. März 2014 - 8:14 Zum Kommentieren anmelden oder registrieren.

    Also mal ehrlich!

    Ich denk mit das immer wenn ich mir die Lines von Jeremy Jones oder Xavier de le Rue ansehe - MACHT DAS ECHT NOCH SPASS?

    Ich fahr auch gerne mal etwas Steileres Gelände oder Anspruchsvolle Lines - aber Wände die mehr Senkrecht als Waagrecht sind - wo der Schnee den du lostrittst schon ins leere fällt - ist sicher was für ne spezielle Art von Menschen!

    RESPEKT hat ich auf jeden Fall