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Kurze Gletscher Splitboard / Skitour zum höchsten Berg der Stubaier Alpen. Abfahrtsmöglichkeit für absolut Gletschererfahrene bis zu 1800 hm.

Splitboard Skitour - Zuckerhütl über den Pfaffenferner
Schwierigkeit SAC: S
Help? SAC-Level?
 
Gipfelhöhe: 3.505m
 
Starthöhe: 2.800m
 
Höhendifferenz: 705m
 
Gehzeit h:min: 2:45
 
Exposition: Nord,West,
 
Beste Tourenzeit: Frühjahr
Anreise:

A12 Brennerautobahn bis Schönberg, dann weiter ins Stubaital bis zur Talstation der Gondel Stubaier Gletscher. Hinauf mit der Eisgrat Gondel und dann weiter zum Schaufelspitz.

Tourenbeschreibung
Startpunkt:

Von der Bergstation Schaufelspitz fahren wir über die Piste runter zur Bergstation vom Eisjochlift. Wir kreuzen den Eisjochlift und fahren den Gaiskarferner (rechts am Funpark vorbei) Richtung Südost ab, bis zum untersten Punkt.

Aufstieg:

Von der Bergstation Schaufelspitz fahren wir über die Piste runter zur Bergstation vom Eisjochlift. Wir kreuzen den Eisjochlift und fahren den Gaiskarferner Richtung Südost ab, bis zum untersten Punkt.
Hier bringen wir unsere Splitboards / Skitouren Ski in den Hike-Mode, fellen auf und los geht es durch das wunderschöne ehemalige Gletscherbecken und in Richtung Osten eine relativ lange Steilstufe hinauf zum Pfaffenferner. Dieser ist meist schon gespurt und relativ spaltensicher (bei ausreichender Schneelage). Wir splitten weiter Richtung Nord-Ost zum Pfaffenjoch.
Nach dem Pfaffenjoch (3212m) gibt es eine Querung des Sulzenauferners Richtung Südost bis zum Pfaffensattel 3332m. Hier ist meistens das Splitboard- oder Skidepot, weiter geht es dann häufig mit Steigeisen nach Westen zum höchsten Punkt des Zuckerhütls 3432m.
Sehr Geübte können auch Ihr Splitboard / Skitourenski mit auf den Gipfel nehmen und bei entsprechender Schneebeschaffenheit die Eisflanke des Zuckerhuts abfahren.

 

Abfahrt:

Wie Aufstieg. Um wieder ins Skigebiet zu kommen, steigen wir ca. 150 hm  zum gut sichtbaren Lift auf.

Variante A: Wie beim Aufstieg. Kurz vor dem Pfaffenjoch fahren wir Richtung Norden am linken Gletscherrand des Sulzenauferners bis kurz vor das Lange Pfaffennieder ca. 3150m. Dieses überqueren wir (bei wenig Schnee im letzten Teil Blockkletterei) und über den Fernauferner (die Skiroute) zur Dresdner Hütte.

Variante B: Für wirklich gletschererfahrene Splitboarder und nur bei sehr guter Sicht führt eine schöne und anspruchsvolle Abfahrt vom Pfaffenjoch direkt nach Norden über den sehr spaltigen Sulzenauferner bis kurz vor die Eisbrüche ca. 3.080m. Jetzt fahren wir schräg nach Nordwesten, bis nahe an den Pfaffengrat und direkt am linken Gletscherrand haltend, über eine lange Steilstufe zum Beiljoch (ca. 2600m). Hier fellen wir erneut an und steigen ca 80 hm hinauf zum Joch (2676m). Von hier geht es durch eine breite Rinne weiter in Richtung Nordwest und zurück ins Skigebiet. Wir kommen bei der Dresdner Hütte raus. Wichtiger Hinweis: Die Durchfahrt beim Beiljoch ist häufig ausgeblasen und die Schneeverhältnisse sehr schwierig. Auch ist der untere Teil der Rinne sehr steil und manchmal steinig. Bitte schaut Euch vor der Tour die Abfahrt durch das Beiljoch vom Eisgrat-Lift genau an, um das Risiko so minimal wie möglich zu halten und bei unpassenden Verhältnissen eine Alternative zu wählen.

Variante C: Für absolut gletschererfahrene Splitboarder und nur bei bester Sicht führt die schönste und anspruchsvollste Abfahrt vom Pfaffenjoch direkt nach Norden über den sehr spaltigen Sulzenauferner bis kurz vor die Eisbrüche ca. 3.080m. Hier dann schräg nach Nordwesten, bis nahe an den Pfaffengrat queren und direkt am linken Gletscherrand haltend, über eine lange Steilstufe in das weite Becken oberhalb der Sulzenau Hütte. Nach der Steilstufe auf ca. 2500m können wir uns überlegen ob wir wieder anfellen um die Schiebepassage von ca. 30 Minuten, den einzigen Wehrmutstropfen dieser landschaftlich wunderschönen Splitboardtour, zu überwinden.
Von der Sulzenau Hütte folgen wir kurz dem Sommerweg (Vorsicht von West-Nord-West kann es Lawinenkritisch sein) und fahren schwierig über eine mit Latschen und Sträuchern bestandene Steilstufe in das Talbecken der Sulzenaualm. Hier kann es sein, dass man bei schlecht gewachsten Splitboards noch einmal 10 Minuten schieben muß oder einfach abschnallen und rauslaufen. An der Alm vorbei, wiederum dem Sommerweg folgend (sehr schmal), erreichen wir eine schmale Lawinenschneise die bei guter Schneelage viel Spaß machen kann. In dieser riden wir sehr steil bergab in Richtung Grawa Alm bis zum Bach. Am Bach (die Ruetz genannt) fahren wir ca. 50m links entlang (taleinwärts) und über eine kleine Holzbrücke direkt hinüber zur Grawa Alm.

Wir können versuchen per Autostop  zurück zur Talstation des Stubaier Gletschers zu kommen oder wir nehmen den vom Parkplatz der Sulzenau Hütte den Bus zurück.

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 Kommentare

  • 31. Oktober 2016 - 11:59 Zum Kommentieren anmelden oder registrieren.
    Tourenbericht
    Tourenart: Splitboard
    Herbsttour aufs Zuckhütl
    Kommentar / Tourenverhältnisse:

    Vom Skigebiet aus, anfänglich leichte Kraxlerei bis man zum Pfaffenferner kommt und anfellen kann.
    Am Anfang vom Paffenferner ist der Gletscher teileweise fast blank, ging aber noch ohne Harscheisen.
    Spalten alle zu. Über den Hang direkt unterm Gipfel am Sulzenauerferner sind wir trotzdem vorsichtig und rasch gefahren, da sich da mehrere kleine Spalten befinden. Abfahrt wirder über Paffenferner. Teilweise 15-20cm Powder auf Windpress und Windpress.

  • 23. März 2015 - 19:04 Zum Kommentieren anmelden oder registrieren.
    Tourenbericht
    Datum der Tour: 22. März 2015
    Gruppengröße: 4 Teilnehmer
    Tourenart: Splitboard
    Lawinenwarnstufe: 2
    Gefahrenpotential: Kleine Triebschneepackete
    Gutes timing schlechtes timing
    Kommentar / Tourenverhältnisse:

    Sind mit etwas Verspätung mit hinblick auf die Wettersituation (Sonne ab Mittag war die Vorhersage) aufgebrochen.Leider mussten wir bereits 2 Tourenpartner am Pfaffenjoch umkehren lassen und sind noch zu zweit bei wenig sicht bis zum Skidepot aufgestigen. Als wir um 2 in den Gipfelgrad eingestiegen sind besserte sich das Wetter (Sicht klahrte auf und Wind legte sich) Nach der Abfahrt bei besten Bedingungen 10-15cm Pow Auflage am Gletscher kamen wir leider 15min zu spät am Lift an und mussten das Pistenraupentaxi zur Wilden Grube nehmen.

    Fazit: Nächstes mal etwas weniger lässig in der Zeitplanung´. Bedingungen waren noch sehr gut. Etwas hart unter der Auflage und lokal sind Gefahrenstellen ggf. von Triebschnee überdeckt.

  • 26. April 2012 - 12:35 Zum Kommentieren anmelden oder registrieren.
    Tourenbericht
    Datum der Tour: 25. April 2012
    Gruppengröße: Duo
    Tourenart: Splitboard
    Lawinenwarnstufe: 2
    Gefahrenpotential: 2-3 Lawinentechnisch betrachtet, nach Wettereinbruch mittel
    Wetterumschwung am Zuckerhütl
    Kommentar / Tourenverhältnisse:

    Wir sind gestern 25.4.2012 über den Pfaffenferner zum Zuckerhütel.

    Begonnen hat der Tag mit unglaublich schönem Wetter und ca 30 Personen auf dem Weg zum Gipfel.

    Es waren Schneefahnen am Zuckerhütl zu sehen. Am Pfaffenjoch angekommen bekamen wir den Wind bereits zu spüren. Die Schneeverfrachtungen waren erheblich, doch gingen wir weiter bis zum Gipfelanstieg. Hier waren sehr viele Leute, die den Gipfel besteigen mußten. Es wurde ein Fixseil gelegt, damit auch die etwas weniger sicheren den "Gipfelsieg" erreichen konnten. Wir haben entschieden, bei den vielen Leuten, solange das Wetter hält, lieber die Gletscherabfahrt zu machen. Gesagt getan, rein in den Gletscher und nach ca 200 hm war die Wolke da. Kein Spaß, wir haben uns entschieden wieder aufzusteigen und doch über das weniger spannende Pfaffenjoch abzufahren.

    Am Pfaffenjoch angekommen, erwartete uns eine Abfahrt, die nicht zu sehen war, da auch hier bereits die Wolke drinhing.

    So sind wir vorsichtig, den Weg sehr gut kennend, abgefahren.

    Fazit: Wissen wir ja alle, aber wenn man vom Wetter mal wieder draufhingewiesen wird, wird einem das nochmal richtig klar, dass wir uns auch bei manchen viel begangenen Splitboard / Skitouren in hochalpinem, nicht zu unterschätzendem Gelände bewegen.

    Das Wetter in den Bergen kann wirklich unglaublich schnell umschlagen, vorsicht mit Gletschern, denn da lauern zum Teil gefährliche Spalten. Auch Spuren von anderen Tourengehern waren innerhalb von 5 minuten verweht und die Lawinengefahr ist innerhalb von 30 Minuten beunruhigend geworden. 

    Es war ein Abenteuer, mit gutem Ausgang und richtiger Entscheidung den Gletscher (200hm) wieder Aufzusteigen.

    Merken: Rein in den Gletscher, nur bei besten Bedingungen!

    • 27. April 2012 - 10:20 Zum Kommentieren anmelden oder registrieren.
      Hatte mich schon gefragt wie
      Kommentar / Tourenverhältnisse:

      Hatte mich schon gefragt wie wohl die Gipfel"müsser" später runtergekommen sind:

      "Bei akuter Lawinengefahr mussten am Mittwochabend die Einsatzkräfte in die Stubaier Alpen auf 3200 Metern Höhe ausrücken. Zwölf Tourengeher hatten sich nach der Abfahrt vom Pfaffensattel im Nebel verirrt. Alle konnten sicher ins Tal gebracht werden, ein Tourengeher erlitt eine Unterkühlung."
      (TT vom 27.4.12) online TT vom 26.4.12

      Schön dass letztlich alles gut ausging. Null Sicht ist ja selbst in "harmlosem" Gelände eine üble Geschichte..
       

      • 30. April 2012 - 12:42 Zum Kommentieren anmelden oder registrieren.
        Zuckerhütl Whiteout
        Kommentar / Tourenverhältnisse:

        Hab grad nochmal ein paar Fotos vom Kaiserwetter zu Beginn der Tour reinggestellt, das letzte Foto ist bereits im Aufstieg (wegen schlechter Sicht), zurück zum Pfaffenjoch, kurz vor dem Whiteout. Ich kann es nur nochmal sagen, vorsicht bei unzureichender Ortskenntnis, denn das Gebiet um das Zuckerhütl herum hat doch einige z.T. große Spalten und die Lawinengefahr kann bei ordentlicher Schneeverfrachtung oder Durchfeuchtung, rapide zunehmen.

        Freut mich auch das alles gut ausgegangen ist und das die Bergrettung nicht wegen uns ausrücken mußte.