24. Dezember 2018    

Yellowstone, nordöstlich der Tetons und Jackson Hole, ist eines der letzten größeren intakten Ökosysteme in den nördlichen Gefilden. Es gibt jede Menge Wildtiere: Wölfe, Füchse, Bison- und Elchherden haben dort ihre Heimat. Während der Wintersaison ist der Park nur schwer zugänglich, aber Anfang Mai, wenn die Nationalparkbehörde die Passtraßen räumt, sind einige der Berge in Splitboard Distanz erreichbar.

Die Gegend östlich vom Yellowstone Lake hat einige interessante Berge zu bieten. Mount Doane (3216 m) und Top Notch Peak (3124 m) sind nah genug um innerhalb eines Tagestrips von der Passstraße erreicht zu werden.

Wir sprachen mit Sean Black von Arbor Snowboards, der einige Trips zusammen mit Bryan Iguchi in der Region unternommen hatte.

Der Yellowstone Nationalpark ist aufgrund der Wildnis fürs Splitboarden nur schwer zugänglich, vor allem im Winter. Im Oktober schließt die Nationalparkbehörde die Zugänge zum Park, auch Schneemobile sind nicht erlaubt, um die sensible Tierwelt nicht zu stören. Im Winter kann man also nur bis zu einem bestimmten Punkt zum Parktor fahren. Vom Parkeingang sind es dann 24 Kilometer, die man mit dem Splitboard im flachen Gelände zurücklegen muss, um zum Ausgangspunkt der Tour zu gelangen. Für eine ambitionierte Mehrtagestour mit Zelt und jede Menge Proviant ist es sicherlich machbar, einfacher ist es jedoch auf das Frühjahr zu warten: Anfang Mai, wenn die Passstraßen geräumt und die Parktore offen sind, wird das interessante Gebiet um die Ostufer des Yellowstone Lakes leichter zugänglich. Wir fuhren den Highway 20 vom Osteingang des Parks zum Sylvan Pass. Zum Gipfel des Mount Doane ist es noch eine 16 Kilometer lange Rundreise, was bedeutet, dass wir um 9 Uhr morgens starteten und um Mitternacht zum Auto zurückgekehrt sind, erklärt Sean.

Links: Im Aufstieg immer den Bärenspuren folgend. Rechts: Rinnen am Mount Doane

Vom Gipfel des Mt Doane hat man eine bemerkenswerte Aussicht, man kann den Yellowstone Lake und sogar die Tetons sehen. Es gibt nur einen kleinen Nachteil: Grizzlybären erwachen im Frühjahr aus der Winterruhe. Auf dem Weg zumGipfel setzen wir unsere Skispuren neben die Aufstiegsspur eines Grizzlybären. Jede Pfote ist 30 Zentimeter breit. Wir haben nie einen Bären zu Gesicht bekommen, aber wenn man die frischen Spuren überall sieht, weiß man, dass Sie vor einigen Stunden hier im Areal unterwegs waren. Nachdem wir Mount Doane bestiegen hatten und uns in der Abenddämmerung auf dem Rückweg befanden, gingen uns die Grizzlybären nicht mehr aus dem Kopf, so berichtet Sean.

Im oberen Bereich gibt es einige Couloirs, die sich abfahren lassen. Während des ersten Trips fuhren wir vom Gipfel die sanften Hänge hinunter, weil es die sicherste Option war. Auf einer zweiten Tour gelang es schließlich, über eine der Rinnen abzufahren.


Du willst selbst die Gegend um den Yellowstone Lake erkunden?

Hier einige Tipps:

  • Top Notch Peak wäre das erste interessante Tourenziel. Vom Sylvan Pass sind es weniger als 600 Höhenmeter und die Distanz von der Straße verkürzt sich auf unter drei Kilometer
  • Pfefferspray zur Bärenabwehr muss mitgenommen werden. Grizzlybären meiden den Kontakt mit Menschen, aber speziell wenn es gilt den eigenen Nachwuchs oder Beute zu verteidigen, kann es zu Begegnungen kommen
  • Camping ist auf ausgezeichneten Campingplätzen möglich, aber besser nur mit Wohnmobil oder Van. Daher kein "Softcamping" mit Zelt, da die Gefahr nachts von Bären besucht zu werden zu groß ist

Mount Doane: Der 3200 m hohe Gipfel wurde nach Gustavus C. Doane benannt, einem US-Kavallerieleutnant und Entdecker, der an einem Massaker beteiligt war, bei dem im Januar 1870 etwa 175 Piegan Blackfeet getötet wurden. Native Americans versuchen, den Gipfel in First Peoples Mountain umzubenennen.