10 October 2017    

Freude oder Qual der Wahl. Stellt Euch vor Euer Winter wäre ein endloses Splitboard Testival, jeder Winter ein einziges Testival mit immer neuem und besseren Material. Traum oder Materialschlacht?
Die Bilder spiegeln Momente unseres puren Splitboard Feelings wieder, enjoy!

Vielleicht habt Ihr Euch schon gewundert, wo unser diesjähriger Splitboarding Selection Test bleibt. Es ist noch spannend, denn 4 Boards müssen erneut auf den Prüfstand und die Gelegenheiten dazu sind noch rar.

In der Zwischenzeit können wir aber eine andere "Katze aus dem Sack lassen", die Antwort auf die oft gestellte Frage: "Welches Setup fahrt ihr von splitboarding.eu denn privat bzw. was würdet Ihr Euch kaufen?" Soul Selection 17-18

Die Realität ist, wir sind fast immer auf Testboards unterwegs und das ist manchmal auch etwas anstrengend.
Es wäre einfach schön, nur sein geliebtes Board aus dem Keller holen zu müssen, es anzuschnallen und los gehts. Wir aber montieren jedesmal erst Bindungen um und stellen die Boards neu ein. Das macht zwar inzwischen dank cleverer Inferfaces immer weniger Aufwand, ist aber auch nicht immer spassig. Dann stellen wir nochmal nach und erst jetzt können wir starten. Das ist die Materialschlacht.

Und dann gibt es da die Setups die wir schon seit längerem im Test haben und gut kennen, die auch wir nur aus dem Keller zu holen brauchen und denen wir sofort vertrauen können. Manche nutzen wir nur zwei Tage, aber das jede Saison von neuem und es ist nach wie vor Mega. Wenn man dann bei den Nachfolgemodellen noch feststellen kann, dass unsere Feedbacks angenommen wurden und in weitere Optimierungen eingeflossen sind, ist das besonders schön.
Das ist die Freude, unsere Soul Collection. Produkte mit denen wir mehr verbinden als objektive Testergebnisse und die auch nicht zwingend das "beste Produkt am Markt" sein müssen, uns aber die größten Freuden und pures Splitboard Feeling erleben lassen. Sind das kalte Produkte oder wurde ihnen eine Seele "eingehaucht"?Hochalpiner Spaß mit dem Amplid Miligram

  • Amplid Miligram mit Spark Arc
    Ein leichtes Setup für optimierte Genußfaulis, genauso wie fürs anspruchsvolle, alpine Tourengeher. So universell, dass man eigentlich nichts anderes braucht.
    Ausserdem ist Amplid in unserer oberbayrischen Heimat/Wahlheimat zu Hause und der Gründer Peter Bauer schon seit unserer Snowboard Jugend ein Begriff und Inspiration zugleich. Die kurzen Kommunikationswege erlauben unmittelbares Feedback und die schnelle Umsetzung von Ideen und Erfahrungswerten. Etwas ferner, doch ebenso innovativ und empfänglich für Lob und Tadel, ist Spark R&D, deren Splitboard Bindungen uns weder beim Splitboarden im Stich lassen, noch bei der Schrauberei nerven. Eingestellt draufgesteckt und los gehts - oh da waren die Puks zu nah zusammen und die Bindung wackelt etwas. Häten wir doch den mitgeleferten Abstandhalter verwenden sollen ;-).
  • Splitsticks Slasher komplett Set
    Ein genial einfaches und superstabiles Bindungssystem auf einem richtig harten Camber Board.
    "Alles irgendwie a Scheiß, also hab ich mir und meinen Spezln was Eigenes gebaut." So oder so ähnlich klang das, als wir 2012 als erste "Journalisten" beim Herrn V in Innsbruck waren und sein Werk bestaunten. Zu einer Zeit als alle die Rockerboards hypten war schon das Board eine Freude und die ist es bis heute, von der Bindung und ihrem schlummernden Entwicklungspotential ganz zu schweigen. Die Entscheidung zunächst auf ein eigenes Insertmuster zu setzen stellte sich erwartungsgemäß, unbestritten der Vorteile, als markthemmend heraus. Schade, denn mit der jetzt marktkompatibel aus dem Hause Union angebotenen Nachfolgerin konnten wir uns noch nicht so ganz anfreunden.

Splitsticking at its finest

  • Plum Talps mit Plum Bindung
    Ein Setup das dem Benutzer ein paar Skills abfordert, dann aber zeigt was in ihm steckt.Plum di Woom gute Erinnerungen
    Das gilt für Board (in Insiderkreisen auch DickStick genannt) und Bindung gleichermaßen, beides die Schaffenswerke unseres Freundes Tal. Als Hirte in den Weiten der französischen Berge unterwegs zeichnete er seine Bindung und entwickelte im Kopf das erste Modell. Nachdem er sich mit den Machern von Plum traf wurde er in die Welt der Produktion eingeführt und zusammen mit Plums Expertise und einem begeisterten Team konnte diese Bindung äußerst erfolgreich realisiert werden. Tal ist kein Weg zu weit um uns seine Innovationen zu präsentieren, immer neugierig auf Erfahrungswerte und Input, am liebsten auf einer gemeinsamen Tour und sei es nach einem 12h Messetag. Oder waren wir dann doch auf der Party? Das Talps wird von hand in Frankreich geshaped und trägt aufgrund dessen schon mehr Seele als die Splitboards aus Übersee.  

 

  • Pogo Venado mit Plum Bindung
    Ein wunderschönes Wow Board in jeder Hinsicht
    Pogo, das ist hochqualitative Handarbeit seit 1983 und hundertprozentiges Commitment bis heute, ok, der Schnaps hat nur 42%. Ausgefallene und exklusive Shapes kennt man von Pogo und das Team rund um Martin und Jogi nutzt wirklich jede Gelegenheit die Stücke mit viel Spaß zu bewegen. So auch die Splitboards, um die sich unser Freund Ben kümmert und die wir immer ausgiebig testen dürfen. Weil wir schon ein paar Mal mit Ben von Pogo und Tal (von Plum) gemeinsam auf Tour waren, erklärt sich dieses Setup fast von selbst.
     
  • Venture Storm mit Spark Surge
    Ein robustes Rocker Setup
    Zugegeben, das Storm hatte 2014-15 einen schweren Stand unsere Herzen zu erobern. Rocker Splitboards bestimmten den Markt und die sind nunmal bei unseren gängigen Nordalpen-Tourenprofilen und Schneearten systematisch im Nachteil. Deswegen wanderte es recht schnell in den Testpool den wir bei einem Bergführer und Snowboardguide eingerichtet hatten. Der sorgte dafür, dass keiner steile eisige Querungen damit zu unternehmen hat und so hatten alle ihre Freude daran. Jetzt haben wir es heil zurück und geben es nicht mehr her. Warum? Weil es purer Zufall ist dass wir nicht in Colorado mit seinem Powder leben und so auch kein so enges Verhältnis zu Venture pflegen können, wie mit räumlich näheren Freunden und Bekannten deren Herzblut genauso fürs Snow- und Splitboarden schlägt. Das Storm holen wir jetzt heraus, wenn es die Conditions hergeben und wir genau wissen das uns keine harten Querungen erwarten und die Abfahrt von pulvrig ist zerfahren alles zu bieten hat. Dann ist dieses Board perfekt.
     
  • Mendiboard Hexagon mit Surge
    Solides und preiswertes Board mit Budget für eine anständige Bindung
    Was hat jetzt ein Direktvertriebsboard aus dem Baskenland hier zu suchen? Schnee, einen Menschen, LVS Ausrüstung und eine geneigte Fläche natürlich. Das ist zusammengefasst auch die Mission der sich Xabi verschrieben hat. Hierfür liefert er ein ordentliches Splitboard ab, das er zwar nicht selber baut, doch die qualitätsbewusste Endfertigung selber tätigt, damit auch wirklich alles passt. Dieses Splitboard kann alles was ein Splitboard können muss und bewegt sich auch gewichtsmäßig im Rahmen. Zu Hause ist er sehr bemüht die Split Community zusammen und voran zu bringen und natürlich ist er selbst auch viel unterwegs. Bevor man aus Budgetgründen irgendeinen reduzierten Ladenhüter oder gebrauchtes Splitboard kauft, das Mendi gibt es von 150 bis 162w ab 445€ - absolut empfehlenswert! Hiermit hatten wir in der vergangenen Saison einige unvergessliche Tage auf Gletschern und im Walde.

Mendi wird vorbereitet

  • Rossignol Mag Tek Split mit Plum
    Das erste 2013er XV
    Vom Rossignol waren wir von Beginn an begeistert und sind es bis zu den aktuellen Modellen. Dass 2014 Nose und Tailflex radikal umgebaut wurden, hat den ursprünglichen Charakter des Boards erstaunlicherweise nicht verfälscht, die Limits aber deutlich angehoben. A propos Limits, da ist natürlich der Namensgeber und Pate, derjenige der das Board wirklich an seine Limits bringt: Xavier de le Rue. Ein sehr netter Mensch, der aber lieber von seinen Erlebnissen und Erfahrungen erzählt, als im Detail mit uns über sein Material zu philosophieren. Das Rossi ist z.B. eins der Bretter was wir trotz grobem Coreshot, natürlich ausgebessert, immernoch sehr gerne hernehmen. Hier überzeugt die Performanz sowohl bei gemütlichem Cruisen als auch bei highspeed Abfahrten.
     
  • Jones Hovercraft mit Spark Surge
    Der Klassiker. 2013 zum ersten Mal gefahren, haben wir das Hovercraft bis heute immer wieder gern unter unseren Füßen.
    Jones ist definitiv der Wegbereiter in der Wahrnehmung modernen Splitboardens. Mit der Gründung seiner eigenen Snowboard Firma und seiner Fokussierung auf Splitboarding hat er uns allen einen großen Dienst erwiesen, ohne diesen Popularitätschub wäre die Entwicklung heute nicht da wo sie jetzt ist: Nahezu perfekt und das gilt in der Regel auch für die Innovationen und Produkte von Jones Snowboards. Großartigerweise hatten wir schon Gelegenheiten Jeremy Jones auch abseits des Messerummels zu treffen und er war immer sehr an unseren Meinungen und Erfahrungswerten interessiert, nicht nur zu seinen Boards.
     
  • Furberg Splitboard mit Plum
    18m Sidecut Radius mit enormer Laufruhe
    Bevor wir das Plum mit 20m Radius kennenlernen durften, war das Furberg diesbezüglich einzigartig für uns. Große Stabilität für große Lines, die natürlich ein entsprechendes Wissen und Vetrautheit mit dem Brett voraussetzen. Unsere eigenen Erlebnisse reihen sich da bescheiden ein in die vielen anregenden und spannenden Stories, die wir von den Furberg Ridern schon publizieren durften.
     
  • Rome Whiteroom mit Spark Arc
    Das Whiteroom war eins der ersten Splitboards was wir unter den Füßen hatten und bereits der erste Wurf war gut. Hier können wir uns noch sehr genau an die Wendigkeit und den Float erinnern und an den riesen Spaß den wir 2012 mit diesem Board hatten. Der Dank geht noch an den damaligen Marketingmann von Rome, der vom ersten Moment an uns geglaubt hat. Rock N´ Roll Eric!
     
  • Zu guter Letzt möchten wir noch Völkl erwähnen. Die Crew um Weini und Thomas haben ihre Splitboards so gut wie es der Konzern erlaubte entwickelt und einen Mega-Job gemacht. Vom Cashew, wo noch keiner auf uns hören wollte bis zum Untrack und X-Sight wo viel von unserem Know How eingeflossen ist, ja sogar bei der Namensgebung wurden wir nach unserer Meinung gefragt. Dafür ein großes Dankeschön ebenso schade ist es natürlich das durch eine Konzernentscheidung diese Marke dran galuben musste. Wir sind froh das wir noch das ein oder andere Brett herehmen können.
     

Also bei unserer Soul Selection geht es um "Love & Passion" und das können wir bei all diesen Marken bzw. Brettern bestätigen. Natürlich kann es sein, dass in den nächsten Jahren Bretter hinzukommen oder Bretter hinausfallen, wie es der Markt nun mal reguliert. Doch eins steht fest die Freude und das pure Splitboardfeeling kann uns keiner nehmen und auch die geschlossenen Freundschaften. Danke an Euch alle!

PS: mit Sicherheit gibt es noch mehr Soul-Boards bei denen wir noch nicht die Möglichkeit hatten diese zu testen oder die Macher kennen zu lernen. Wir sind gespannt auf das was kommt.

Splitboard Riding in frischem Pulver