23 May 2016    

Während andere sich in halbleeren Messehallen die Füße in den Bauch stehen, geht Rome Snowboards einen anderen Weg und macht mit seinen Kunden, Angestellten und Partnern einfach Urlaub in der Lodge.

Mitte März, der Messe- und Neuheitenrummel der kommenden Saison 16/17 hat sich wieder etwas gelegt, die Neuigkeiten sind raus, der aktuelle Winter endlich am Laufen und die Händler sind schon am Vorbestellen fürs nächste Jahr. Für Viele in der Branche Tätigen beginnt jetzt der entspanntere Teil des Winters, Urlaubsfeeling liegt in der Luft und just zu dieser Zeit erreichte uns die Einladung von Rome Snowboards für ein paar Tage in ihre Lodge im Bregenzer Wald zu kommen um dort die neuen Splitboards auszuprobieren.

Welcome to the Syndicate

Bereits zum dritten Mal in Folge bezieht die Crew von Rome für einige Wochen Quartier in Au-Schoppernau, dem Heimatort des Vorarlberger Snowboarders Gigi Rüf. Nicht weit von der Talstation des Skigebiets Diedamskopf entfernt steht die modern ausgestattete, aber ganz in die ortstypischen Schindeln gekleidete Rome Lodge. Das Haus ist im Prinzip ein bewohnter Show- und Livingroom, Arbeitsplatz und Urlaubsdomizil zugleich, für die Gäste wie auch die Gastgeber und deren Freunde. A propos Gastgeber, hervorragende Arbeit von Philipp und Grady und den anderen Rome Jungs. Das muss man erstmal durchhalten über mehrere Runden, alle paar Tage ein neuer Schwung Handelsvertreter, Partner, Shops aus ganz Europa oder Medien und Presse wie wir, die alle mit reichlich Speck, Schnaps, Bier und anderen Delikatessen verköstigt werden wollen, denen man ein paar sorgenfreie und erlebnisreiche Tage in den Bergen bereiten will, ohne dass die Snowboard Klischees zu kurz kommen aber auch nicht überstapaziert werden.

Speck, Schnaps, Bier wurden schon erwähnt, damit gings dann auch gleich vorzüglich los. Die anderen Gäste, ein Dutzend in etwa, kamen von Snowboard Magazinen wie TransWorld SNOWboarding, Onboard, Pleasure oder dem Branchenmagazin Boardsport Source. Print und Online waren bunt gemischt, so wie auch die Meinungen über schrumpfende Märkte und Budgets. Einig war man sich aber dass es sinnvoller ist die Branche zu entschleunigen und sich qualitativ zu steigern, statt mit Getöse früheren Wachstumsraten hinterher rennen zu wollen.

Und ganz in diesem Sinne steht auch die Rome Lodge und das Rome Syndicate. Im beschaulichen Dörfchen Schoppernau konzentrieren wir uns auf das Wesentliche, aufs Snowboarden und eine gute Zeit zusammen zu haben.

Der nächste Morgen beginnt gemütlich mit einem ausgiebigen Frühstück und bald darauf stehen wir schon oben auf dem Diedamskopf, der Bergbahn sei Dank. In der Bergstation hat Rome ein Materialdepot eingerichtet damit die Boards und Bindungen unkompliziert am Berg durchprobiert werden können. Wir haben unsere Splitboards, das Rome Double Agent und Whiteroom, schon unten montiert und sind bereit für ein paar Runs auf der Piste und einen kurzen Abstecher in den Park.

Die Sicht ist wird leider schnell diffus, dann zieht es zu und so entgehen uns heute die meisten der vielen kleinen Rinnen und Hindernisse mit denen das eher sanfte Gelände des Skigebiets gespickt ist. Wir packen die Felle aus und hiken ein kleines Stück aus dem Gebiet raus nach Osten hinauf Richtung Falzer Kopf. Über einen etwas steileren, aber kurzen Nordhang fahren wir im Schneegestöber wieder ins Resort um zum Mittagessen bei den Anderen zu sein. Leider waren wir ja die einzigen Splitboarder auf dieser Session. 

Didamskopf

Zum Feierabendbier gibts Tortillas, orginal Fajita mit viel Inbrunst gegrillt, Salsa, Chips und Salate, gut geht's uns. Zunächst steht aber noch die "offizielle" Präsentation der Rome Linie bevor, Boards, Bindungen und Schuhe. Was es splitboardtechnisch Neues bei Rome gibt haben wir Euch ja schon vom First Try berichtet. Im Gegensatz zu trockenen Messehallen war Rome dort natürlich dabei, wenn es um einen Test on Snow geht.

Hier werden die Rome Boots streng begutachtet, den fürs Splitboarden interessanten Backcountry Boot hat uns Philipp schon im First Try Video präsentiert. Rome hat Splitboards, einen Backcountry Boot, was fehlt noch? Die solid Bindungen von Rome sind jedenfalls schon mal sehr clever durchdacht und machen einen guten Eindruck.

Grady und Philipp fassen sich mit ihrer Präsentation erfreulich kurz, es duftet auch schon zu verführerisch aus der Küche. Selbst bei der großen, ja der kompletten Produktpalette Snowboard die Rome abdeckt, wird doch ganz deutlich wieviel Ideen und Arbeit in jedem einzelnen dieser Produkte stecken und wo sie ihren Ursprung haben. Rome haben ihren Ursprung in Vermont und auch wenn der höchste Berg dort nur knapp über 1300 Meter misst, gilt es trotzdem als Wiege des Snowboardens weil hier 1982 die erste Snowsurfing-Meisterschaft ausgetragen wurde und dieser Wettkampf das Interesse der Medien an der noch jungen Wintersportart weckte. Vermont ist aber noch viel mehr Schneemobil Land und auch dort hat Rome seine Wurzeln wie wir beiläufig am Grill erfahren.

Zufällige Unterhaltungen, Zeit für Erzählungen, das gemeinsame Riden und der persönliche Erfahrungsaustausch sind es, die ein solches Zusammentreffen ausmachen.

Während die morgigen "Resortfahrer" die Köpfe vor krassen Snowboard Clips zusammenstecken und sich dann dem Karten zocken widmen, machen wir erst noch bischen Kartenstudium der anderen Art und suchen uns eine schöne Einstiegstour für das Gebiet um Schoppernau heraus.

Toblermanns Kopf 2010m

Theoretisch hätten wir direkt von der Lodge über die Langlaufloipe starten können, aber für den Nachmittag haben wir ausgemacht uns auf der Hütte von Gigi Rüfs Familie zu treffen und die liegt auf der anderen Talseite unseres Tourenziels. Also springen wir ins Auto und fahren das kurze Stück zum Kraftwerk gleich hinter dem Tunnel östlich vom Dorf. In wenigen Serpentinen überwinden wir auf dem Forstweg die Waldsteilstufe und erreichen schnell die erste freie Fläche. Die Wiesen beginnen hier schon überall auszuapern, auf unserem Weg liegt aber noch genug Schnee und wir kommen gemütlich voran. Rechter Hand steigt der Hang nach Westen an und dorthinauf weist uns auch der Wegweiser "Skitourengeher hier aufsteigen". An der Gräslalpe überholen wir eine rastende Rentnergruppe und steigen über die freie Fläche weiter bis wir dann links eine Steilstufe überwinden müssen. Hier kämpft gerade eine Skitourenanfängergruppe mit ihren ersten Spitzkehren. Ganz schön was los hier, aber lustig anzusehen und schon sind wir oben bei der Hochalpe Alm.    

Über den Nordrücken gehen wir unschwer weiter hoch zum breiten Kopf der Hochalpe 1911m und folgen dem Grat Richtung Toblermanns Kopf. Die vielen Leute lassen es auf der Hochalpe gut sein und so finden wir auch hier auf einer stark begangenen Standardtour noch einen schönen unverspurten Powderhang.

Double Agent spray

Der Preis der Lust, wir müssen nochmal auffellen um wieder auf die Nordseite der Hochalpe zu gelangen. Dort finden wir nochmal paar Schwünge Pulver, dann wird es zerfahren und kurz pistenartig. Später ist auf den lustig kupierten Almwiesen wieder genug Platz und Aick lässt keinen Huckel und keine Kuppe aus um mit dem Double Agent zu spielen. Ganz unten auf dem kurzen Forstweg schmilzt der Schnee wie wild und wir müssen einmal kurz abschnallen. Viertel vor Vier, jetzt aber schnell zur Seilbahn und auf der anderen Seite wieder hoch und weiter zum Neuhornbachhaus hiken.

Belohnungsbier, auf den coolen Tag anstossen und ein Schnaps, mehr Zeit bleibt uns jetzt leider nicht mehr auf dem Neuhornbachhaus. Unsere Boards sind längst auf die Materialseilbahn verladen und ein Dutzend Rodel steht für uns bereit. Ang'soffn durch den Wald rodeln, Jugenderinnerungen werden wach ;-) und damit nicht genug folgt nach der rasanten Abfahrt noch der Besuch eines Schoppenauer Bauernhofs inklusive Stallbesuch und Kühe streicheln. Feinster Speck, herzhafter Käse und natürlich ein paar Schnaps, was dann dazu führt dass eine Gruppe erwachsener Snowboarder mit offenen Mündern und großen Augen einem Bauern beim Ausmisten zusieht. Offensichtlich, den Hof zieren eindrucksvolle Jagdtrophäen, hat der Senior in Afrika gewildert und wohl von dort auch sein eigentümliches Englisch mitgebracht.

Unser letzter Abend in der Rome Lodge gestaltet sich wieder voll gechillt. Bestens versorgt fallen wir alle nach diesem erlebnisreichen Tag aber recht bald in die Betten und manch einer muß morgen ja auch schon ganz früh raus um pünktlich am Flughafen zu sein.

Nochmal geniessen wir das herzhafte Frühstück und dann zerstreuen sich auch schon die Wege unserer Snowboardfreunde und Medienkollegen. Schön wars & gute Reise, wir sehn uns hoffentlich bald mal wieder!

 

Wir dagegen machen uns nochmal mit den Splitboards auf in den Schnee und nutzen unser Glück der kurzen Heimreise. Trotz perfekter Bedingungen wählen wir wieder nur eine der als eher leicht beschriebenen Standardtouren, einfach weil sich von hier die Gegend schön erkunden lässt und man für spätere Besuche ambitioniertere Tourenziele ausspähen kann. Ein paar spannende Variationen haben wir uns auch schon ausgedacht, theoretisch.

Lug - Annalper Joch 1997m

Praktisch entscheiden wir uns für das kürzeste Schmankerl, einen steilen Nordhang vom östlichen Grat des Annalper Jochs hinunter.

Habt Ihr die Line gefunden? Mehr Bilder, auch von dieser Tour gibts in der Bildergalerie zu Beginn dieses Artikels.

Auf dem inzwischen menschenleeren Lug geniessen wir noch die Stimmung bevor wir über die natürlich längst total zerpflügten, breiten Waldschneisen abfahren. Mit bischen geschickter Spurwahl macht aber in dem kupierten Gelände auch das einen Riesenspaß. Ganz unten auf dem frisch präparierten Übungshang müssen wir uns schon arg zusammenreissen keine fetten Carves quer über die Piste zu legen, über die dann am nächsten Morgen die Anfänger stolpern würden.

Zurück in der Lodge ist alles beim Alten, nur die Gesichter sind neu und man hört jetzt auch Französisch. Sofort werden wir herzlich in die Runde aufgenommen die beim Bier den Sonnenuntergang geniesst. Die Jungs brauchen erst ein bischen bis sie verstehen dass wir jetzt abreisen und leider nicht ein paar weitere geniale Tage mit ihnen in der Lodge verbringen können. Vielen Dank nochmal an Rome Snowboards für die schönen Tage!

 


Die beiden Splitboards, Double Agent und Whiteroom, haben wir seit der Saison 2012 regelmäßig unter den Füßen gehabt und konnten so die kontinuierliche Weiterentwicklung hautnah miterleben. Beide Boards sind über die Jahre ihrem Charakter sehr treu geblieben, seit diesem Winter verleihen HotRods (Carbon Unterzüge in Längsrichtung) den Brettern noch mehr und definierteren Pop.

Rome Double Agent Splitboard 159cm / Saison 2016-17

Rome Double Agent Splitboard 2016-17

Das Freestylegerät von Rome wurde in der Abstimmung weiter optimiert, dazu wurde ein wenig an den neuen HotRods geschraubt. Wendig, steif und top auf der Kante kannst Du es für fette Backcountry Freestyle Sessions und auch für spielerische Runs in jedem Gelände nutzen. Am liebsten mag es bei der Abfahrt den ein oder anderen Drop, ne schöne Drehung oder mal ne ordentliche Butter!

Verspielt, mit seinem nahezu Twin-Shape ein Brett für den Freestyle orientierten Rider. In steilerem Gelände verhält es sich erstaunlich gut und die bischen längere Nose gibt im tiefen Pulver genügend Auftrieb. Mit diesem Brett willst du dich drehen, durch die Gegend wirbeln. Sprünge machen großen Spaß weil sich das Brett recht leicht anfühlt und dir viel Pop gibt. Auch schön für Resort-Splitting, wenn Du vor oder nach ein paar Backcountry laps auf die Piste willst. Flat unter den Füßen, Rocker vorne und hinten. Bei den Aufstiegen an den beiden Testtagen gab das keinerlei Probleme, aber bei steileren Querungen wirst Du schon rechtzeitig die Harscheisen montieren müssen. Für die ganz großen Sachen mit sehr langen und anspruchsvollen Anstiegen (Westalpen) also durch das Profil bedingt nicht so ganz geeignet. 

 

Rome Whiteroom Splitboard 162cm / Saison 2016-17

Rome Whiteroom 2016-17

Das Whiteroom hat kleinere Anpassungen an Shape und Abstimmung erhalten, was es zu einer noch besseren Splitboard Spaßwaffe macht. Aufstiegsperformance ist nach wie vor sehr gut.  Was die Fahreigenschaften betrifft ist es noch gutmütiger als die vergangenen Jahre. Kann also seine Position als eins der besten Splitboards am Markt verteidigen.

Die stärker ausgeprägte Camber ins Tail hat dem Whiteroom schon dieses Jahr sehr gut getan und die Performance aufwärts- wie abwärts weiter verbessert. Die Carbon Unterzüge geben spürbar mehr Pop und Steifigkeit, das merkt man auch im Aufstieg sehr positiv wenn man sportlicher geht. Das Whiteroom ist wie gewohnt gut auf der Kante, das gibt Sicherheit im Backcountry und macht Spaß auf der Piste.