06 April 2013    

Splitwood, eine etwas andere Hüttengaudi: Oster Splitboard Tour auf die Anton-Renk-Hütte (2261m) in den Ötztaler Alpen.

Ostern 2013, die Wetterprognosen waren mittelmäßig und doch sind wir bester Stimmung zu einer etwas anderen Splitboard Hüttengaudi nach Ried ins Oberinntal aufgebrochen. Unser Ziel ist die einsam auf 2261m in den Ötztaler Alpen gelegene Anton-Renk-Hütte. Dort warten eine wunderschöne Berglandschaft und steile Abfahrten darauf von uns entdeckt zu werden.

Anton Renk hütte von oben

Vom Weiler Gfranz wandern wir, zunächst mit den Splitboards auf dem Rücken, den Forstweg entlang ins Tal des Stalanzer Bachs. Leise schleichen wir uns an einer Wildfütterungsstelle vorbei und dann ist es soweit, jetzt liegt genug Schnee und der Splitboard und Skitourenspaß beginnt. Entlang dem wunderschönen winterlichen Bach touren wir auf dem Forstweg weiter bis wir die Stalanzalpe erreichen. Nach der letzten von den drei Brücken halten wir Ausschau nach dem Holzlager, denn auf der Anton-Renk-Hütte ist Selbstversorgung angesagt und dazu gehört auch das benötigte Holz selbst hinaufzutragen. "Hmm, wo ist das Holzlager, siehst Du es?", geht durch die Runde, doch das Holzlager bleibt unter dem vielen Schnee verborgen.

Die Lawinenlage ist entspannt und auch die großen Lawinen aus den steilen Süd-West Flanken der Feichtner Karl Spitze hatten sich bereits entladen (Ist dies nicht der Fall, ist der Zustieg zur Anton Renk Hütte sehr mit Vorsicht zu genießen oder besser gesagt, diese Unternehmung ist nur etwas für sichere Lawinenverhältnisse). Nach ca. 3-4 Stunden Zustieg, einer eisigen Querung und dem beeindruckenden Blick auf den gefrorenen Bachfall, erreichen wir die Hütte. Aber: Koa Holz vor der Hüttn. Die Hütte ist gemütlich, nur warm war sie natürlich noch nicht. Die 4 Holzscheiter die uns unsere Vorgänger übrig ließen reichen gerade für ein warmes Abendessen. Nach ein bisschen Quatschen begeben wir uns bald, in je drei Decken eingehüllt, zur Nachtruhe.

Der nächste Morgen begrüsst uns mit schönem Wetter, doch an eine unserer geplanten Touren ist noch nicht zu denken. Wir brauchen erstmal Holz.
Wenn die Raumtemperatur 0°Grad Celsius erreicht gewinnt das Haben oder nicht Haben von Feuerholz eine ganz andere Bedeutung. Also Holztrage und Rucksäcke auf den Rücken, Axt und Säge geschnappt und schon geht es auf Holzjagd hinunter zur Baumgrenze. Vom Holzlager ist noch immer keine Spur zu entdecken, also graben wir halbwegs trockenes Bruchholz aus dem Schnee graben und verarbeiten es zu Feuerholz. Bei schönstem Wetter verbringen wir also die nächsten 4-5 Stunden mit Graben, Sägen, Hacken und Holztragen.

Holzlager Anton Renk Hütte im Winter schwer zu finden

Jetzt sind zwar endlich die Holzvorräte aufgefüllt aber das Wetter hat inzwischen leider zugezogen. Egal, das lässt sich nicht ändern und so machen wir es uns gemütlich, erzählen Berg- und Surfgeschichten, kochen und ratschen über alles mögliche. Ach ja, das mühselig ergatterte Holz verfeuern wir mit Genuß nachdem wir es unter strenger Aufsicht im und auf dem Herd getrocknet haben.

Holz auf dem Ofen

Auch der nächste Tag beginnt mit schönem Wetter, aber aufgrund der starken Erwärmung bleiben uns die ersehnten Steilrinnen verwehrt.

Splitboard Hike to the Blue

Nicht schlimm, denn die Landschaft ist wunderschön und wir hiken einfach hinter der Hütte  ins Backcountry um das Hochtal oberhalb der Anton Renk Hütte kennenzulernen und um neue Lines zu entdecken. Nach einigen kurzen Abfahrten sind wir gegen Mittag wieder zurück auf der Hütte und der vorhergesagte Schneefall setzt ein. Schee, der Schnee! Wir vertreiben uns die Zeit mit LVS-Übungen, Kochen und Kartenspielen, die Hütte ist ja jetzt schön warm. Nächstes mal nehmen wir auch die Eiskletter-Ausrüstung mit, denn selbst wenn das Wetter nicht optimal ist gibt es dort schöne Möglichkeiten am berühmten Bachfall zu klettern.

Über Nacht schneit es ergiebig weiter und die Wetterlage am nächsten Tag macht uns die Entscheidung leicht. Wir fahren ab. Wenn es noch viel mehr schneit, wissen wir nicht ob wir am Montag risikofrei abfahren können oder bis zur Besserung der Lawinenlage auf der Hütte warten müssen. Die ersten 100hM waren wie im Blindflug, doch dann hatten wir den ersehnten Pulverspaß.

Splitboard Pow Turn Anton Renk Hütte

Gut zu wissen:

  • Der Winterzustieg über Stalanz dauert relativ lange, je nach Fitness der Gruppe und Schneeverhältnissen zwischen 3 und 5 Stunden.
  • Das Holzlager ist ca. 50 Meter links nach der letzten Brücke und ca. 200hM unterhalb der Hütte.
  • Eine Übernachtung kostet 6,00€ für Alpenvereinsmitglieder und12,00€ für Nicht-Mitglieder. Hinzu kommt ein Holzbeitrag von 2,5€ wenn das Holzlager aufgefüllt ist.
  • Der Pächter (Peter Zöhrer) sieht es nicht gerne wenn das Holz vor der Hütte nicht aufgefüllt wird.
  • Die Verhältnisse müssen richtig sicher sein, um die steileren Lines fahren zu können.
  • Dezente Abfahrten sind mit einer Durchquerung der Hochebene, am besten auf dem Rücken, verbunden.
  • Bekanntestes Gipfelziel ist der Pfroslkopf (3148m). ca. 3,5 Stunden von der Hütte.