22 January 2015      

Rumänien ist mit Schnee gesegnet und unsere Freunde von Splitboard Romania waren in ihrer Heimat unterwegs. Ein Dankeschön, für die lebhafte Beschreibung, das schöne Video und die Tourentipps für diese wenig begangene Gegend.

In den vergangenen Tagen hat es der Winter gut mit uns gemeint, also haben wir zunächst zwei Tage gewartet um dann die perfekten Bedingungen in den Bergen zu genießen. Gemeinsam haben wir die Entscheidung getroffen, dass Mittwoch und Donnerstag die optimalen Tage sein werden und jetzt sind wir unterwegs in Balea, Fagras Mountains: Luca, Robert und ich.

Ein rumänisches Sprichwort sagt “Wer früh am Weg ist kann weit kommen”, obwohl man weniger schläft. Wir haben uns am Bahnhof des Dorfes Carta getroffen. Unser Wunsch nach Balea zu fahren war wesentlich größer als der Frost, der uns fast das Auto lahmgelegt hätte. Nachdem es dann doch funktionierte brachen wir zum Balea Wasserfall auf.

Auf dem Grat
Gratwanderung

Die Berge der Fargas Region waren voller windgepresstem Schnee. Naja die Wettervorhersage war gut und ich vertraue darauf mehr als auf die Zeichen der Berge. 

Wie unser Auto hatte auch die Gondel Probleme mit dem Frost und wir müssen warten bis die Sonnenstrahlen sie auftauen. Es dauert eine Weile und wir werden ungeduldig. Vielleicht hätten wir doch einfach auffellen und hinaufsteigen sollen – doch dann funktioniert die Gondel und um 12.00 Uhr erreichen wir den Ausgangspunkt unserer Unternehmung.



Der Schnee ist so gut, dass wir direkt vom Ausstieg der Gondel mit den Fellen losmaschieren. Schnell lassen wir unser Gepäck in der Hütte und dann geht es weiter zum Ziegensattel. Wir haben das Glück spuren zu dürfen, was den Aufstieg etwas anstrengender gestaltete als erwartet. Der Schnee ist gepresst und teilweise ist der Aufstieg etwas exponiert, was mich ehrlich gesagt beunruhigt. Nichts desto trotz erreichen wir den Sattel nach Plan und haben die Splitboards den gesamten Weg unter den Füßen gelassen.

Von hier geht es weiter über den Grat. Wir befestigen unsere Splitties auf den Rucksäcken und... . Der Wind ist kräftig und unsere Bretter wirken wie Segel im Wind, jetzt ist psychische Stärke und ein gutes Gleichgewicht gefragt, denn die Abhänge unter uns sind steil und zum Teil felsig, also Obacht geben. Schritt für Schritt gehen wir weiter, Wind und Kälte peitschen uns ins Gesicht. Mittlerweile ist mein Buff hart gefroren, also kein wirklicher Schutz mehr. Aber voller Freude gehen wir weiter.

fagaras breathing in the sun
Sonnenbaden im Schnee

Am Butenau Sattel wird in den Ridemode gewechselt und dann geht es bergab. Luca ist der Erste und die Abfahrt ist alles andere als erwartet. Sie ist hart, bucklig, eisig und ein Graus zu fahren. Doch nur in den ersten, windexponierten Metern – jetzt sind wir mitten drin, im pulvrigen Weiss, der Schnee ist so tief und bodenlos, dass ich nach einem Sturz ca. 10 Minuten brauchte um mich auszugraben.


Da es im Winter schnell dunkel wird drücken wir aufs Tempo um rechtzeitig in unserer Hütte zu sein. Meine Erwartungen, ein wolkenloser Himmel und ja, ich habe Recht. Mit dem Fernglas bestaunen wir den Himmel und schauen uns die weitere Abfahrt an. Jetzt ist der Mond aufgegangen und er erleuchtet das gesamte Gelände. Optimal für unsere Abfahrt zum Balea See. Es ist so hell, dass wir keine Stirnlampen brauchen und der Pulver ist so tief, dass wir vor Freude und Erregung schreien müssen. Der Mond steht am Himmel und betrachtet das Schauspiel, das wir ihm bieten. Es ist eine unvergleichbare Abfahrt. Gute Nacht.



Endlich oben


Unglaublich schnell ist die Nacht vergangen und wir machen uns bereit für den nächsten Tourentag. Das momentan schwache Morgenlicht lässt sämtliche Konturen verschwimmen. Wir können weder Hindernisse noch Hügel in der Abfahrt erkennen, somit wird der morgentliche Abfahrtsspaß durch das Tal der Frauen eine schwierigen Herausforderung, Wir fühlen uns wie in einem zweidimensionalen Raum, alles ist wie auf einem Blatt Papier und wir erkennen fast nichts. Kaum sind wir beim See der Frauen angekommen und entspannen uns von den anstrengenden Verhältnissen, reißt es auf, die Sonne kommt heraus und wir fahren bei wunderbaren Verhältnissen weiter ins Laita Tal.


Im Laita Tal angekommen geht es wieder bergauf, diesmal mit unserem neuen Freund Paul. Große Schneemengen erschweren den Aufstieg, unsere Splitboards versinken bei jedem Schritt im tiefen Pulver. Wir gehen weiter, steigen auf bis wir unseren Punkt für die nächste Abfahrt erreichen. Nachdem erneuten Umbau in den Ride Mode und dem Verstauen der Felle gibt es die nächste, atemberaubende Abfahrt.


Vor der Abfahrt kommt der Gipfel


Nach einer kurzen Rast machen wir uns bereit für den nächsten Aufstieg. Wir müssen zurück zum Frauen Sattel, von dort geht es durch eine Schneise zurück ins Balea Tal. Dieser Aufstieg ist wirklich anspruchsvoll, die Aufstiegsspuren verschwinden und wir müssen unsere Boards am Rucksack verstauen. Weiter geht es, kletternd mit größerem Gewicht auf den Schultern. Wir wollen eine versteckte, für unsere Verhältnisse schwierige Abfahrt erreichen. Letztendlich zahlten sich die Anstrengungen aus. Nach dem fast schon beängstigenden Aufstieg und einer zu Beginn abgeblasenen und eisigen Einfahrt wurden wir mit Pulver wie in den Freeride Filmen belohnt.



Am Abend haben wir es etwas eilig, schnell packen wir unsere Sachen, schnallen uns die Boards an und schon sind wir auf dem Weg zurück zum Balea Wasserfall, der Schnee ist gewaltig. Wir hatten ein unvergessliches Wochenende in den geliebten Bergen der Fagaras Region.


Danke Splitboarding.eu für die Veröffentlichung.
 

Wir bedanken uns bei unseren Freunden Marius, Luca und Robert von Splitboard Romania für den lebhaften Tourenbericht aus dieser wenig begangenen Gegend.

Wenn Ihr mehr über Rumänien als Splitboard Gebiet wissen möchtet, hier gibt es mehr Infos