14 June 2013    
Fette Splitboard Sommer Tour zum Großglockner, 2000 HM und perfekte Schneebedingungen. Schaut rein, es lohnt sich!

12.06.2013, unser Plan ist eine Splitboardtour zum Großglockner und die Besteigung des Gipfels zu Fuß. Je nach Wetterlage und Kondition planen wir dafür ein bis zwei Tage ein.

Treffpunkt ist der Parkplatz an der Großglockner Höhenstraße. Wir laden das Material in ein Auto und fahren hinauf zur Franz Josef Höhe auf 2368 Meter. Hier angekommen erkunden wir das Gebiet und schauen uns die Aufstiegsroute an, auch wenn sie zum Teil leider in Wolken liegt.

  • Wie gehen wir am Besten runter zur Pasterze? Wo überqueren wir den Gletscher?
  • Wo wollen wir wegen der Spalten angeseilt gehen?
  • Welches sind unsere markanten Wegpunkte? 

Nach der Beantwortung dieser und noch einiger Fragen mehr und dem obligatorischen Materialcheck kochen wir uns Nudeln und bereiten uns für die Nachtruhe vor.

Die Nacht ist leider etwas unruhig. Wir wollten im obersten Stockwerk der National Parkgarage im Auto schlafen (mit Blick auf den Großglockner), doch dummerweise gab es hier eine Glocke die in unregelmäßigen Abständen unseren Schlaf störte. Egal, die Nacht wird eh kurz und um 4.00 Uhr klingelt schon der Wecker.

Uff, ist das früh, die Glocke hat uns zu viel Schlaf geraubt und so starten wir den Abstieg zur Pasterze um 6.00 Uhr in der Frühmorgens, bei halbwegs passablem Wetter.

Wie in Kindertagen rutschen wir ein Schneefeld herunter und nähern uns dem Einstieg in die von Lawinenschnee durchzogene Rinne. Nach ca. einer Stunde ist es soweit, wir können Auffellen und uns in den Split-Mode begeben. Nach den ersten Höhenmetern montieren wir die Harscheisen, um besser vorwärts zu kommen. Jetzt passt alles und wir fühlen uns im hochalpinen Gelände der Glocknergruppe gut unterwegs..

Auf ca. 2650 Metern verlassen wir die Rinne und queren nach Rechts (Norden), um die auf der Karte ersichtliche erste Spaltenzone zu umgehen. Am heutigen Tag war aufgrund der guten Schneelage allerdings keine Spur von Gletscherspalten zu erkennen. Jetzt treffen wir auf den klassischen Hofmannsweg, werfen einen Blick auf das so genannte Frühstücksplatzl und gehen weiter unseres Weges. Oberhalb der ersten markanten Felsen erblicken wir eine 4-köpfige Seilschaft.

Splitboard Großglockner auf Höhe des Frühstücksplatzels

Spitzkehre für Spitzkehre splitten wir weiter, bis wir die Bergkollegen, die bereits beim Abstieg sind, treffen. Wir wechseln ein paar Worte und weiter geht es. Das Gelände wird steiler als gedacht und es sind immer wieder eisige Passagen dabei, sodass wir uns entscheiden, kurzfristig auf die Steigeisen umzusatteln und am Seil weiter zugehen. Gesagt getan, erklimmen wir den obersten Punkt des ersten Felsens. Hier werden wir angeseilt weiter splitten. Obwohl von Spalten kaum etwas zu sehen war, bleiben wir am Seil und wechseln von den Steigeisen zum Splitboard.

Splitboard Großglockner Blick zur Kapelle

Ein Apfel, den Ausblick geniessen und schon gehen wir durch die Kapelle. Jetzt kommt Vorfreude im Bezug auf die Abfahrt auf. Der Hang der Kapelle ist riesig, hat ein gutes Gefälle und naja, Spuren gibt es ausser den unseren keine. Yesss, dass wird geil. Auf ca. 3050 Metern holen wir die Karte noch einmal heraus, da es Richtung Westen so einladend eben wirkt und wir nach dem relativ steilen Aufstieg durch die Kapelle gerne etwas flacher gehen würden.

Splitboard Großglockner, nördlich am Salkamp

Lasst Euch nicht täuschen, es geht weiter Richtung Nord-West, nördlich am Salmkamp vorbei. Ansonsten gilt es die Salmhöhe zu überqueren. Dies würde aber ein Abschnallen der Boards und erneutes gehen mit Steigeisen erfordern. Also gute Entscheidung getroffen und nördlich am Salmkamp geht es in unzähligen Spitzkehren weiter zur Adlersruhe (Erzhzg.-Johann Hütte). Stetig steiler als auf der Karte ersichtlich.

Splitboard Großglockner, Adlersruhe und Gipfel

An der Adlersruhe angekommen machen wir erstmal eine gehörige Pause, Essen - Trinken und quatschen mit den 4 Bergfreunden die wir dort treffen. Da der Gipfel komplett in Wolken gehüllt ist prüfen wir jetzt unsere Option der 2 Tagestour. Das Lager in der Hütte sah eigentlich ganz ok aus, allerdings hatten "ganz clevere" Bergsteiger einiges an Müll hinterlassen, so dass der Geruch uns von einer Nachtruhe an diesem Ort eher abhielt. "Was deamma? Erstmal ordentlich chillen und schauen ob es vielleicht doch noch aufmacht". Nach 3 Stunden Warten an der Adlersruhe gibt es immer wieder kurze Sonnenfenster. Also gehen wir weiter bis zum Skidepot am Fuße des Felsaufbaus zum Kleinglockner, auf ca. 3650 Meter. Mittlerweile ist es 17.00 Uhr.

Splitboard Großglockner, Whiteout und kein Gipfelsieg

Umgeben von Wind, Schneeverfrachtungen, Wolken und sehr kurzen Sonnenfenstern, entscheiden wir die Abfahrt zu machen. Die Wolke hängt oben am Großglockner fest, aber nach unten raus scheint jetzt zeitweise die Sonne. SOOOO GEIL!!!  Von Griffig über feinsten Firn bis zu brutalem Sulz im unteren Teil war alles dabei. Eine Splitboard Sommertour mit perfekten Schneebedingungen. Unten angekommen erwarteten uns die gut 300 Höhenmeter Gegenanstieg zurück zur Franz Josef Höhe. Gestoked von der phänomenalen Abfahrt und dem gewaltigen Tourerlebnis wappeln wir erneut über die Pasterze und wählen den Aufstieg über die Treppe.

Splitboard Großglockner, fix und alle im Gegenanstieg

Um ehrlich zu sein, die kleine Gletscherbahn, die bereits geschlossen war, hätten wir gerne genommen um zurück zur Hütte zu gelangen. Aber nein, die haben nicht auf uns gewartet. Die letzte Fahrt ist um 16.00 Uhr, jetzt ist es ungefähr 19.00 Uhr. Wurscht, dann gemma halt weiter. Um kurz vor 20.00 Uhr erreichen wir dann das Auto. Mittlerweile ist der Großglockner "natürlich" frei und wir können den Gipfel von der Ferne aus betrachten. Schön wars und wir freuen uns auf ein nächstes mal, mit Gipfelsieg.

Splitboard Großglockner, Übersicht Nordwest

Gut zu wissen:

  • Die Hochalpenstrasse kostet 33 Euro (Stand 12.06.2013) Ab 18.00 Uhr nur mehr 23 Euro.
  • Die Landschaft ist unglaublich schön.
  • Die Route ist sehr übersichtlich aber durchaus anspruchsvoll (Gletscherausrüstung dringend empfolen).
  • Insgesamt ca. 2000 hm, nur bei sicheren Verhältnissen machbar!
  • Es gibt eine wunderschöne (steile bis 45°) Abfahrtsvariante über das Kleinglocknerkees (Lammerkees).
  • Nächtigung am Besten ausserhalb des Parkhauses - die Großglockner Glocke stört ansonsten die Nachtruhe.

Danke an Völkl, Goodboards, Spark R&D, Deeluxe, Voile, Black Diamond und natürlich Euch, unsere LeserInnen.

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