01 March 2014    

Patagonien, rau, wild und ursprünglich bietet es eine Menge Möglichkeiten, mit dem Splitboard in unberührter Natur seine Lines zu ziehen, warmherzige Menschen kennenzulernen und das beste Fleisch der Welt zu geniessen.

„Der Typ aus Into the Wild wäre hier in Patagonien schon am ersten Tag gestorben“. Dieses Zitat der Locals auf meinem Splitboardtrip in Patagonien trifft den Nagel auf den Kopf. Denn wenn diese Region in den argentinisch, chilenischen Anden etwas ist, dann wild. Auf meinem Splitboardtrip in Patagonien konnte ich dies mehr als einmal bei Temperaturen um die -30° Celsius, heulendem Wind und starkem Schneefall selber miterleben. Flaut der Wind dann aber mal ab und geben die Wolken den Blick auf den frisch gefallenen Powder frei ist alles vergessen und die unberührte Wildnis Patagoniens zeigt ihre Schönheit. Allein dafür ist es die weite Reise auf die Südhemispähre wert.

patagonien seili
Martin Seiler, getting prepared. pic by Grego Campi

 

 

Patagonia Bergwildness
Undetermined possibilities pic by Grego Campi

 

Ciao Seili, mit wem warst du in Patagonien? Was habt ihr da unten gemacht?

Ich war mit Grego und Martin Campi in Patagonien. Die beiden filmen für ESPN und haben mich diesen Sommer gefragt, ob ich Lust hätte mit Ihnen in Patagonien für eine mehrteilige Staffel über Splitboarden in ESPN zu filmen. Da musste ich natürlich nicht lange überlegen, habe mir den nächsten Flug gesucht und in den Südwinter nach Bariloche geflogen. Neben dem Filmen für ESPN haben wir auch noch ein paar Kataloggeschichten für Völkl und das eine oder andere Produktvideo produziert. Als weitere Fahrer waren Argentinier wie Thomas Orol oder Matti Raedelli dabei.

Patagonien die Crew
The Crew pic by Grego Campi

 

Cool und wie wars?

Alles in allem hatten wir eine super Zeit. Die Landschaft und Wildnis in Patagonien ist einfach Atem beraubend und eine Reise wert. Leider war das Wetter wie in Patagonien nicht unüblich während meines Aufenthaltes sehr rau. Insgesamt hatten wir während meines knappen Monats indem ich da war ca. 5 Tage an denen wir etwas shooten konnten. An den anderen Tagen windete es entweder viel zu stark oder es regnete sogar. Ich hätte mir sicherlich ein paar mehr Tage zum Splitboarden gewünscht, aber alles in allem hat das schon gepasst.

patagonien pow
The patagonian Pow pic by Grego Campi

 

Und was habt ihr während den ganzen Down-days so gemacht?

Es ist echt schwierig bei den ganzen Down-days die sich dort aneinander reihen noch fokussiert zu bleiben, weil es gut passieren kann, dass man mal 2 Wochen einfach nur rumsitzt während dem man auf gute Bedingungen wartet. Der Berg diktiert halt was geht. Wir haben uns dann jeweils die Zeit mit Barbecues und Fischen vertrieben.  Das Fleisch in Argentinien ist wohl das beste der Welt und die Barbecues sind legendär. Ein Freund von Grego hatte noch ein Boot auf dem See in Bariloche und so sind wir oft an Down-days rausgefahren und haben Stundenlang Forellen gefischt und Maté getrunken.

patagonia aussicht bei down days
Down Days pic by Grego Campi

 

Hast du irgendwelche Geheimtipps für Splitboardtouren da unten?

Ein Besuch im Rifugio Frey lohnt sich auf jeden Fall. Die bewirtete Hütte ist in etwa 2 Stunden Splitboard Hike vom Skigebiet Catedral aus zu erreichen.

patagonia hike zur Hütte
Hiking to the hut pic by Grego Campi

Dort oben hat man dann die perfekte Base für weitere Splitboardtouren. Frey steht nämlich direkt an einem im Winter zugefrorenen See in einer Bowl mit 1001 Lines, die alle nur darauf warten geshreddet zu werden. Wer in der Hütte übernachten will, sollte aber zwingend einen guten Schlafsack dabei haben. Der Schlafraum ist nicht beheizt und die Temperatur ist nur leicht positiv darin.

patagonien die hütte
The hut on fire pic by Grego Campi

 

Was war deine favourite Line von diesem Trip?

Wir haben ein paar Lines in einem Face welches Zebra genannt wird geshootet. Der Name kommt von den unzähligen schneegefüllten Couloirs und Felsrippen welche dem ganzen Face einen Zebralook geben. Die Lines darin haben wirklich Spass gemacht, auch wenn man sich den Verlauf genau einprägen musste, da es wegen der Steilheit einen steady roll over gab. Das heisst wenn man oben am Drop in der Line stand, konnte man gerade einmal die nächsten 10 Meter sehen. Der Rest des Hanges waren wegen der Steilheit nicht sichtbar. Wir sind dieses Face alle ein paar Mal während unseres Trips mit dem Splitboard gehiket und jedesmal hatten wir alle coole runs.

patagonien seili riding steep and narrow
Seili steep and precise pic by Grego Campi

 

Was bleibt dir von deinem Trip nach Patagonien in Erinnerung?

Definitiv die unverbrauchte, ursprüngliche Landschaft. Die Seen und Berge erinnern ein wenig an Neuseeland und sind einfach wunderschön. Daneben werden mir aber sicher auch die Leute in Erinnerung bleiben, die alle sehr herzlich und offen sind und natürlich das weltklasse Fleisch und die Ascados (Barbecues). Splitboardtechnisch hat sich das ganze ebenfalls gelohnt, auch wenn wir nicht die allerbesten Verhältnisse hatten.

patagonien grenze wo
Seili on Top pic by Grego Campi

 

Danke Seili für das Interview und die tollen Aufnahmen von Eurem Splitboardtrip in Patagonien.

Copyright: Martin Seiler

Sponsoren: Völkl, Swany, Marker, Penguin, Deeluxe, Flux, Hä?, Different

Photos by Grego Campi