22 June 2015      

Splitboarding in den Südalpen. Mike Wigley berichtet über Club Fields, Nußknacker, warum Neuseeland das beste Hüttensystem der Welt hat und wo man den Rest seines Lebens damit verbringen könnte zu riden. Hier erfahrt Ihr wie Ihr der Sommerhitze auf der Nordhalbkugel entkommen könnt.

In Neuseeland kann sich das Wetter schnell wenden und schwere Stürme kommen vor. Du beginnst den Tag bei perfektem blauem Himmel und innerhalb einer Stunde schlägt es dramatisch zum totalen Whiteout Sturm um. Das Wetter kommt in Neuseeland von Süden aus der Antarktis und von Osten aus Südamerika über den Pazifik.

2014 entschied ich mich nach Neuseeland zu gehen und dort im ultimativen Skitouren Trainingsgelände Neues zu lernen. Ich flog nach Christchurch um mich dort mit Chris Rayner, dem Mastermind von Ranger Bindings, zu treffen. Ich kam um ihn bei der Entwicklung zu unterstützen und auch um der Sommerhitze auf der Nordhalbkugel zu entkommen.


Mt Cook Nationalpark. Kyle Miller genießt das Porters Backcountry

Neusseland hat das beste Hüttensystem das du je finden wirst

Mit dem Winter Hüttenpass des Department of Conservation für 95 Neuseeländische Dollar hat man Zutritt zu 600 Hütten (100$NZ ~ 60€ ~ 69USD, Stand Juni 2015). Im Unterschied zum Sommer, wenn viel mehr los ist und einige Hütten im Preis steigen und eine Reservierung verlangen. Im Winter wenn sie frei sind, sind sie die perfekten Splitboard Basislager.

Der Canterbury Mountaineer Club (CMC) hat drei Hütten in Arthur's Pass, Mt Cook Village und Fox Village für 20$NZ pro Nacht, 10$NZ für Mitglieder. Sie sind ein perfekter Ausgangspunkt und eröffnen ein großes Revier. Richtig geplant bekommt man auf die Saisonkarte für die "club fields", bekannt als der Chill Pass, einen Frühbucherrabatt. Mit dem kompletten Chill Pass kann man in Temple Basin, Mt. Olympus, Craigieburn, Porters, Mt Cheeseman, Broken River, Hanmer Springs, Roundhill, Mt Dobson, Fox Peak, Mt Lyford, Rainbow und Awakino riden gehen.
Der Frühbucherpreis ist $1130($NZ) für den ganzen Pass und $740($NZ) für unter der Woche. Wenn man sparen muß, würde ich unter der Woche empfehlen und an den Wochenenden mit dem Splitboard losziehen und den Hüttenpass nutzen um neue Gegenden zu erkunden!

Mit diesen Investitionen in die Saison, einem Splitboard und einem guten Riecher wie man in den Bergen unterwegs ist, bekommt man eine gewaltige Menge Möglichkeiten für Entdeckungen und Landschaften die dich umhauen werden!

Club Fields, Nußknacker und Slackcountry

Von der Kennedy Hütte (CMC) am Arthur's erreicht man die Craigieburn Kette. Temple Basin ist am nächsten, knapp 10 Minten die Straße runter und eine Stunde Marsch vom Parkplatz um das Club Field zu erreichen. Was den Aufwand wirklich lohnt. 1996 hat die Legende Terje behauptet er könne den Rest seines Lebens damit verbringen in Temple Basin zu riden und ich stimme dem zu. Die Rope tow Lifte (Schleppseil) erschließen mittelschweres Gelände, aber bewaffne dich mit Steigeisen und Pickel und du wirst Traumlines fahren, noch und nöcher.

Von der Kennedy Hütte Richtung Osten hast du Craigieburn, Broken River, Mt Cheeseman, Olymp und Porters zum riden. Kyle Miller, John Blankenstien und ich verbanden diese 5 Club Fields in zwei Tagen und waren auf der Craigieburn Traverse 40km im Backcountry unterwegs.


Aspiring National Park. Kyle Miller Bachquerung

Mt Olympus hat das anspruchsvollste Gelände in der Gegend, gefogt von Craigieburn. Broken River und Cheeseman sind abwechslungsreich und für alle Könnerstufen, Porters mit seinen Sesselliften eignet sich für jeden. In den restlichen Club Fields werden Rope tows benutzt, bei denen man sich mit einer Nussknacker ähnlichen Vorrichtung ans Seil festklemmt und den Berg hinauf ziehen lässt. Das Slackcountry um die Club Fields (also die Hänge, die man ohne weiteren Aufstieg von dort erreicht) bietet viele Bowls, Cliffs, Windlips und Rinnen um darin zu spielen!

2014 konnte ich nicht alle Club Fields besuchen weil zu wenig Schnee gefallen ist. Einige der Club Fields hatten gar nicht erst eröffnet. Ein anderes Club Field das ich besuchte war Mt Dobson draußen bei Fairlie. Dobson ist perfekt für Familien und Leute die von den Nussknacker Liften abgeschreckt sind. Dobson hat einen Sessellift und normale T-bar Schlepplifte, spielerisches Gelände und bietet einen einfachen Zugang zum Freeriden im Slackcountry. Unterschiedlichste Bowls und Hindernisse laden hier zum Spielen ein.

Fährt man weiter runter in den Süden kommen die kommerziellen Skigebiete The Remarkables, Cadrona, Cornet Peak und Treble Cone. Teurer, aber komfortabler und luxuriöser. Mit schnellen Sesseliften, erstklassigen Parks und viel mehr Besuchern! Durch ihr Marketing sind dies die bekanntesten Resorts in Neuseeland während die Club Fields, da sie außerhalb Neusselands nicht vermarktet werden, längst nicht so bekannt sind. Trotzdem lohnt es sich auch die kommerziellen Resorts anzusehen, Treble Cone ist ein Freeride Paradies. Viele Features um drüber zu fetzen, zu springen und Tricks rauszulassen. Cadrona ist ein guter Ort zum Parkriden, Cornet zum Nachtskifahren und Remarkables um rundherum eine gute Zeit zu haben. Toller Park und sobald man das geschäftige Resort Richtung Backcountry verlässt wird man keine Seele mehr sehen.

Splitboarding in Neuseeland

Touring ist noch ziemlich jung in NZ und die Splitboard Community ist eine kleine eingeschworene Gemeinschaft. Über die Facebook Seite "Splitboarders of New Zealand" kann man Tourenpartner in den verschiedenen Regionen kennenlernen. Auf der Reise in neue Gebiete hat mir die Seite unheimlich dabei geholfen Tourenkollegen zu finden.

Im September findet in Temple Basin ein Splitfest statt das von Shane Orchard und Richard Harcourt von SplitN2 ins Leben gerufen wurde. Nach den wenigen Monaten in denen ich all die einheimischen Splitboarder getroffen habe, wirkte es wie ein Familientreffen als alle unter einem Dach versammelt waren. Perfekt! Mit der Spielwiese Temple Basin und den vielen dort gegebenen Möglichkeiten. Ein großartiger Ort um zu Lernen und sich weiter zu entwickeln während man mit neuen Ridern loszieht.

Wenn du dann all die Club Fields abgeklappert hast wirst Du ganz hinaus wollen und den Hüttenpass benutzen! Es ist schwer sie alle zum machen und es braucht viel Zeit. Hier ein kurzer Überblick:

Im Norden liegt im Nelson Lakes National Park die Angelus Hütte mit 28 Schlafplätzen. Die Cameron Hütte (CMC) hat Platz für 9 Personen und liegt zu Füßen eines ziemlich abgefahrenen Gebirges. Im Mt Cook National Park gibt es die Kelman Hütte und die Pioneer Hütte. Den besten Blick auf den Mt Cook den du je haben wirst bietet die Muller Hut (28 Plätze). Unten im Süden liegt die im Winter selten genutzte Routeburn Falls Hut (Aspiring National Park) mit 48 Betten, sie ist Teil des "Great Walk".

Die Einheimischen sind fantastisch, mit die freundlichsten Leute die ich je getroffen habe. Ihre Gastfreundschaft und ihr enormes Wissen machen einem das Reisen einfach. Die Bedingungen können sich durch den Wind und die exponierte Lage sehr rasch ändern, von der malerischen majestätischen Kulisse zum Eissturm. Wenn die Bedingungen gut sind, mach es solange du kannst! Dein Zeitfenster ist kurz.

Genieß das Land und besuche auch die Nordinsel und verbringe im Frühling ein bischen Zeit damit den Mt Ruapehu zu befahren. Schnapp Dir einen Meat Pie und genieß den Moment.

 

Kia Waimarie, Mike Wigley aka Pow Slashing Wigley

Titelfoto, Adam Flemming: Splitboarding New Zealand

 

Vielen Dank Mike für diesen informativen Bericht über Splitboarding in Neuseeland. Dir eine gute Zeit wo immer Du Dich gerade pow slashend rumtreibst.