01 December 2013    

Jeremy Jones, der wohl bekannteste Big Mountain Snowboarder und Splitboarder der Welt, Gründer von Jones Snowboards und Initiator von POW (Protect our winters) hat uns ein Interview zum Thema Splitboarding und Sicherheit gegeben. Er spricht über sein persönliches Sicherheitsmanagement und gibt Einsteigern und Fortgeschrittenen wichtige Tipps für diesen wunderschönen Sport.

1. Was würdest Du bevorzugen wenn Du Dich in die Situation von einem "normalen" Snowboarder begibst, einige gute Splitboard Touren oder einige erstklassige Freeriding Days im Skigebiet?

Ich mag beides, ich liebe die Einsamkeit beim Splitboarding, doch wenn ich in einem Ski-Resort unterwegs bin, habe ich auch viel Spaß. Ich denke es sind zwei Disziplinen die sich gut ergänzen.

2. Als Snowboard-Pro, was ist Dir lieber, ein Tag Heliboarding oder ein Tag Splitboarding und warum?

Heliboarding kostet Geld. Wenn Du genug Geld hast ist klasse mit einem Hubschrauber auf die Berggipfel zu fliegen, allerdings bist Du abhängig von dem guten Willen des Piloten und weiteren Faktoren. Die Surroundings müsen passen, ansonsten kann es auch sehr frustrierend sein. Doch wenn Du die richtigen Conditions und die richtige Crew hast ist es ein großartiger Weg Powder zu fahren.

3. Wenn Du Dich in unbekanntes Gebiet begibst (Du kennst es nur von der Karte) wie gehst Du vor, um Dein Risiko möglichst gering zu halten? Zum Beispiel bei einer Überquerung von Nord nach Süd?

Weisst du, wenn ich unbekannte Gebiete befahren möchte gehe ich für längere Zeit dorthin. Wenn ich weniger Zeit habe, schaue ich mir als erstes die lawinenlageberichte an und finde einen passenden Guide.

Ich meine Du kannst es machen, aber ich schau nie einfach auf meine Karte und sage, das sieht gut aus, da gehe ich hin. Ich fange immer sehr klein an und denke daran, das alles passieren kann. Ich mache mich vertraut mit den Schneebedingungen und der Lawinensituation, dann kann ich die ein oder andere Chance nutzen etwas tolles zu machen, oder auch nicht.

4. Hast Du eine persönliche Strategie, um Dein Risiko zu begrenzen und trotzdem eindrucksvolle Lines zu fahren?

Ja klar, es gibt zwei dinge die besonders wichtig sind. Erstens, alle die sich ins Backcountry begeben sind auf dem gleichen Risikolevel. Das ist sehr wichtig zu verstehen. Es gibt viele Leute die das sehen, was ich mache und denken - Oh der ist Verrückt, ich möchte nur dezente Abfahrten im Backcountry machen. Dezente Abfahrten im Backcountry sind häufig gefährlicher als als steile Rinnen. Die kritischsten Szenen, dich ich im Backcountry gesehen habe spielten sich dort ab, wo ich meine 8 Jahre alte Tochter mit hinnehmen könnte. Warum? Weil die Gefahrenträchtigste Hangneigung 35° ist, also dezentes, mittelschwieriges Gelände im Backcountry. Faces mit vielen Felsen, Rinnen und anderen Hindernissen sind häufig sicherer als weite offene Flächen mit 35° Gefälle. Also ich beschäftige mich mit den Bedingungen, werde nie etwas erzwingen wollen und gehe mit geringen Erwartungen an meine Vorhaben heran. Wenn dann alle Faktoren zusammenspielen kann ich großartige Dinge machen. Nochmal, beginn mit einfachen sachen und wenn die Conditions passens kannst Du Dich entwickeln und Dein Niveau steigern.

5. Hast Du noch den ein oder anderen Tipp für Splitboard-Neulinge oder Fortgeschrittene im Aufstieg und bei der Abfahrt?

Jedem Anfänger und auch fortgeschrittenem rate ich mit Guides zu beginnen. Ich selber nehme Guides, z.B. wenn ich in den Alpen unterwegs bin. Mach dich mehr und mehr vertraut mit den Begebenheiten und den Bedingungen, lass dein Ego hinter Dir und umgib Dich mit erfahreneren Leuten. Fangt klein an und steigert Euer Niveau Schritt für Schritt, man kann keinen Schritt auslassen, doch sich immer etwas steigern. Fangt langsam an und habt immer Respekt gegenüber den Bergen.

6. Was für ein Board-Profil bevorzugst Du Rocker, Camber oder Hybrid?

Jones hat von Beginn an immer Camber in den Boards und einen gewissen Teil an Rocker. Ich persönlich bin ein Camber Fan. Kannst Du uns noch sagen warum? Das Board hat mehr Spannung, die Dich aus den Kurven heraus beschläunigen lässt, es ist lebendiger und es macht mehr Spaß solche boards zu fahren.

7. Wie würdest Du einen Splitboarding Tag mit Deinen Freunden in einem Satz beschreiben?

Der ideale Weg um die Natur zu geniessen.

Einen schönen Winter und "Ride to Live another day and leave your ego behind!"

Jeremy Jones riding his Splitboard

Vielen Dank Jeremy, dass Du Dir die Zeit genommen hast uns die Fragen zu beantworten.

Photos by Seth Lightcap



 Kommentare

  • 19. Dezember 2013 - 6:33 Zum Kommentieren anmelden oder registrieren.

    Jeremy Jones ist sicherlich ein absoluter spitzenfahrer. Ich zweifle nicht an seinem Talent als Snowboarder und auch seine Tips sind gut und nützlich.
    Über die Snowboards von Jeremy Jones kann ich leider nichts gutes berichten.
    Jeder meiner Freunde der eines hatte und auch viele Leute in den Foren bestätigen, es gibt sehr viele Probleme mit den Snowboards.
    Ich hoffe es wird sich bessern und dass er seinem Ruf auch mit den Boards gerecht werden wird.
    Momentan sagen sogar manche Händler er wolle nur sein Budget in der Pension aufstocken und die Boards sind nicht gut...

  • 19. Dezember 2013 - 10:28 Zum Kommentieren anmelden oder registrieren.

    Ich kann über die Jones Boards nicht schlechtes berichten.
    Ich hab ein Mountain Twin 160 aus 11/12 und bin absolut zufrieden. Für mich das perfekte All Mountain Board. Keine Delamination, keine verzogene Grafik, nix.
    Bin am Anfang der Saison ein Hovercraft 156 gefahren und hab auch dort keine Probleme festgestellt.
    Würde mir wieder eins kaufen