Sonne, Powder und Yogi-Vibes lockten vom 9. bis 12. März ins schöne Navis, Tirol. 13 Splitboard-begeisterte Mädels verbrachten vier sensationelle Tage im gemütlichen Hubird, um ihre Freeride- und Yogaskills in entspannter Atmosphäre zu vertiefen.

Zusammen mit Golden Ride und Board Bagged Travel hat dieses Jahr im März das erste Golden Ride Splitboard & Yoga Camp im Tourenparadies Navis im Wipptal stattgefunden. 13 powderbegeisterte Yogis hatten sich im Tal der Liebe, wie das Navistal auch gerne bezeichnet wird, im gemütlichen Hubird von Chrissi und Waldemar einquartiert. Auf dem Programm standen drei Tage Powder-Spaß, inklusive Fahrtechnik-Training, Lawinenkunde und LVS-Suchübung mit Guide Corinne Mayhew und entspannende Yoga-Sessions mit Anne Moser als Ausgleich zum anspruchsvollen Touren-Tag. 

Hubrid Lodge Navis
Am Talschluss liegend, ermöglicht das Hubird durch seine hervorragende Lage Freeridern die Erkundung von Hängen jeglicher Exposition.

Tag 1 // Vorbereitung ist alles

Bevor es mit Corinne zur Erkundung der Naviser Bergwelt ging, gab es erst einmal eine kleine Einführung in die Welt des Splitboardens. Dazu gehörte neben der Aushändigung des Equipments auch das entsprechende Know-how über Schneeprofile, die Entstehung von Lawinen und den Umgang mit dem LVS-Gerät. Die goldene Touren-Regel besagt: Nie ohne Sicherheitsausrüstung und Begleitung ins Gelände! 

Tag 2 // Die erste Tour

Nachdem sich der morgendliche Nebel verzogen hatte und die Sonne die frisch eingeschneite Bergwelt zum Glitzern brachte, konnte uns nichts mehr halten. Kräftig gestärkt mit Kaffee und einem reichhaltigen Frühstück sind wir gut gerüstet mit unseren Splitboards aufgebrochen. Die erste Tour führte uns den kleinen Hang direkt hinter dem Hubird hinauf Richtung Wetterkreuz, durch Wälder und entlang des Berges mit Blick auf die verschneiten Gipfel der Tuxer Alpen. Mit gleichmäßigen Zügen in der Spur, umgeben von unberührter Natur, hatte das Tourengehen etwas Meditatives – trotz der Anstrengung. Aufgrund der aktuellen Lawinensituation mit Warnstufe 4 mussten wir die erste Tour leider vorzeitig beenden. Doch bevor wir umkehrten, gönnten wir uns eine kleine Pause und ließen uns von Corinne ein Schneeprofil zeigen. Dafür grub sie mit der Lawinenschaufel einen Querschnitt durch die Schneedecke bis zum Boden. Mit Faust und Fingern prüfte sie die Dicke und Konsistenz der Schneeschichten und erklärte uns, wie die unterschiedlichen Härtegrade der Schichten zu Spannungen und letztlich zur Auslösung von Lawinen führen können.
Dann ging es an die allererste Abfahrt und den Umbau der Splitboards: Felle abziehen, Bindung abschrauben, Splitboards zusammenbauen, Bindung wieder drauf, Stöcke eingepackt und los – für den Anfang noch dieselbe Route, die wir auch aufgestiegen sind. Zurück beim Hubird testeten wir dann die Lawinenverschüttenden-Suchgeräte (LVS), die uns Ortovox zur Verfügung gestellt hatte. Dafür versteckte Corinne ihr Gerät im Schneehang, welches wir dann einzeln nacheinander orteten. Ganz ruhig und langsam fuhren wir im Zickzack den Berg ab, immer mit Blick auf das LVS, das uns die Richtung und Entfernung zum Ziel anzeigte. 
Nach einem ereignisreichen ersten Tag fanden wir mit Anne bei einer ausgedehnten Yogasession den mentalen Ausgleich. Während uns die kraftvollen Positionen zwar muskulär wieder aufs Neue forderten, empfanden wir das ausgiebige Dehnen und Stretchen als wohltuende Ergänzung zum Tourengehen. 

Yoga beim Girls Splitboard Camp im Hubird
Dehn- und Stretchübungen als körperlicher und mentaler Ausgleich zum Touren-Tag.

Tag 3 // Touren im Backcountry

Am nächsten Tag begrüßte uns schönster Sonnenschein und ein knallblauer Himmel. Auf dem Programm stand eine Tour über die Naviser Hütte, vorbei an der Stöcklalm und  den Wipptaler Höhenweg hoch zum Naviser Kreuzjöchl. Direkt zu Beginn ging es schon steil bergauf durch wunderschöne Schneelandschaften. Wir hinterließen unsere Spuren im Pulverschnee und bereicherten uns an der Natur, dem Bergpanorama, der Sonne, der Weite und der klaren Luft. Im Zickzack meisterten wir die steilen Hänge und übten dabei fleißig die Spitzkehre (Kick turn). 

Splitboard Spitzkehren beim girls Camp
Spitzkehren im wunderschönen Navis

Nach gut drei Stunden Aufstieg hielten wir an zur Lage-Besprechung. Da es schon so spät am Tag und bereits sehr sonnig war, herrschte hohe Lawinengefahr. Denn die Schneemassen waren Stunde um Stunde der prallen Sonne ausgesetzt. Der Plan, das Gipfelkreuz zu erklimmen, hätte uns noch gute 1-2 Stunden gekostet – je nach Kraft und Schnelligkeit. Da uns die Gefahr zu groß war, entschieden wir uns dafür abzufahren. Wir bauten also unsere Splitboards um und machten uns abfahrbereit. Die ersten Meter durch den tiefen Schnee waren gar nicht so einfach. Das Gewicht auf dem hinteren Bein, locker aber tief in den Knien, das war ganz schön anstrengend. Und nach einem Fall ins pulverweiche Schneekissen war das Hochkommen mit ABS-Rucksack und Equipment auf dem Rücken Bauchmuskeltraining pur. Aber die Anstrengung lohnte sich alle mal. Denn der Ride durch den funkelnden Powder bescherte ein befreiendes Gefühl und die Lust nach mehr. 
Zum Mittagessen entspannten wir auf der sonnigen Terrasse der Naviser Hütte. Etwa eine Stunde nach unserer Abfahrt konnten wir live mitverfolgen, wie sich gefühlt 20 Meter über unserer Route, kurz unterm Gipfel, eine Schneelawine löste. Zum Glück ohne jemanden mitzureißen. Aber mulmig wurde uns schon. Denn hätten wir uns anders entschieden, wären wir um diese Zeit auch da oben gewesen. Am Abend holte uns Anne mit einer intensiven, erdenden Yoga-Stunde wieder ganz zu uns. Mit ihren Asanas dehnte und stretchte sie unsere müden Muskeln und verschaffte uns mit Pranayama, der Yoga-Atmung, den wohlverdienten Einklang von Körper und Geist.

Tag 4 // Abschied nehmen

Der letzte Tag brach an und wir starteten diesmal am Morgen mit einer aktivierenden Early-Bird-Yogasession und vielen Grüßen an die Sonne. Zum Abschied stiegen wir nochmal zu einer kleinen Tour auf, um dann die letzten Sonnenstrahlen des Tages auf der kleinen Holzbank vor dem Hubird zu genießen, bevor es für uns alle wieder nach Hause ging. Was wir aus vier Tagen Splitboard & Yoga Camp mitgenommen haben? Neue Freerideskills, fetten Muskelkater, absolute Tiefenentspannung und wunderbare, lustige Erinnerungen. Ein großes Dankeschön geht daher an das Golden- Ride - Magazine, Anne Moser von Yogifit, Corinne Mayhew von Mayhew Snowboarding sowie an Burton, Rossignol und Ortovox für das Test-Equipment. Nicht zu vergessen natürlich das ganze Hubird-Team. Für die gemütliche Unterkunft, das unglaublich leckere Essen und den mehr als guten Service. 
Das war das Golden Ride & Hubird Girls Splitboard & Yoga Camp 2017 – to be continued next year…

Girls Splitboard Camp Yoga posing
Glückliche Yogis und Splitboarderinnen – made by Nathalie Gandrille

Story & Fotos by Marline Mavie // instagram.com/marlinemavie/