Steil und würzig, nur mit den besten Zutaten: Splitboards, Couloirs, Pulver, Sonne. Freeride-Touring im Sella Massiv in den Dolomiten.

Seit langer Zeit hatten wir dieses verlängerte Freeride-Touren Wochenende in Arabba geplant, mussten dann aber trotz perfektem Wetters alles umplanen. Es war deutlich wärmer als erwartet und so hatte uns die Sonne den Pulverspaß im Süden bereits getrübt. Also ist Nord angesagt. Das altbekannte Val de Mesdi (Mittagstal) und wenn das schon verspurt ist, dann weiter gen Norden. Ja es wird verspurt sein.
Splitboard riding Constantin Val Pisciadu
Abfahrt Val Pisciadu

Mit dem VW-Bus haben wir unser Hotel natürlich immer dabei, nur diesmal wollten wir auch mal ein wenig Luxus genießen. Also auf zum Dorfplatz in Arabba, wo man auf einer Tourismustafel freie Zimmer finden kann. Geguckt - gefunden eingecheckt. "Hmm, das ist zwar nicht günstig und ziemlich nobel, aber besser als ohne heiße Dusche im Bus". Auf dem Weg zur Pizzeria fragten wir dann aus Interesse noch bei einer kleinen Pension. "Bis wann? Bis Sonntag! Ah gut, da haben wir noch etwas frei."  ...und auch noch deutlich günstiger, also nach 10 Minuten wieder ausgecheckt und rein ins neue Zimmer.

Weil wir uns mit den Dolomity Superski Liften noch nicht auskannten, haben wir in der Früh gleich mal eine Tageskarte für lockere 50 Euronen erstanden. Mit unseren paar Brocken Italienisch war es leider nicht möglich an der Kassa eine günstige Punkte-Lösung zu finden. Egal, wir wollen unverspurten Pulver in unbekanntem Terrain und das bei strahlendem Sonnenschein.
Zu Beginn der obligatorische Check der Lawinenlage, dann die Überprüfung der Machbarkeit unserer Touralternativen und rein in die Gondel zum Saas Pordoi. Erstaunlich viele Leute da oben, da wurde uns schnell klar, das Mittagstal spuren wir heute nicht an. Unser Ziel war es die Menschenmengen hinter uns zu lassen und als erste Tour dieses Dolomiten Freeride Wochenendes das Val Setus zu genießen.

Abfahrt Val Setus Splitboard

Abfahrt Val Setus

Auf der Durchquerung des Sella-Stocks konnten wir uns schonmal ein gutes Bild von den nahezu unbegrenzten Möglichkeiten dieses Gebietes machen.

Nach gemütlichen zwei Stunden Hiken standen wir auf einem unscheinbaren Gipfel neben dem Val Pisciadu wo bereits ca. 20 Spuren drin waren. Nicht schlimm, denn es gab trotzdem für jeden seine Line ohne eine andere Spur kreuzen zu müssen. Der Schnee war... staubig und die Abfahrt eine Freude. An der Pisciadu Hütte fellten wir erneut auf und splitteten weiter nach Westen ins Val Setus.
Es wurde schattiger, die Schlucht steiler und dann hatten wir die Rinne erreicht. "Hmm, schaut gut aus und obwohl schon einige Spuren drin sind wird es sicher ein Spaß". Die Boards umgebaut und in bester Laune hinunter durch das relativ schmale, aber doch breite Couloir (Widersprechen wir uns? Kommt auf die Sichtweise an!)

Zurück in der Zivilisation gabs erstmal ein Radler auf der Hütte. Mit Hilfe von fünf Liften gelangen wir wieder zurück nach Arabba und rein in Peters Apres Ski Bar. Zum Glück war es noch früh und die "richtigen" Apres-Skier noch nicht zugegen.

Noch nen Radler danach

 

Tag 2. Wieder ging es zum Saas Pordoi, um im Val Piscadu, in der Hoffnung auf unverspurtes Rinnenvergnügen Richtung Norden, eine Südrinne aufzusteigen.
Eine Pause an der Einfahrt zum Val Culea
An der Scharte zum Val Culea

Auf dem Weg sprachen wir mit einem sportlichen Skitourengeher der uns anlachte und sagte: "Unverspurt ist die Abfahrt nicht, wir haben gestern die ersten 2 Spuren gezogen. Dafür habt Ihr schon eine Spur in dem nicht ungefährlichen Südanstieg der noch vor der starken Sonneneinstrahlung bewältigt werden muß." Egal, zwei Spuren sind kein Hindernis und Powder-Spaß ist garantiert.

Einfahrt Culea
Einfahrt in das Val Culea

So ging es hinauf durch die steile Rinne bis zur Scharte ins Val Culea, das wir bei besten Bedingungen befahren konnten. Nach der zweiten Rinne geht es, obwohl man eigentlich lieber gerade fahren würde, scharf nach rechts und es beginnt eine ordentliche Querung, die mit Vorsicht und nur bei guten Verhältnissen ( Tagestemperatur und Sonneneinstrahlung beachten) gemacht werden sollte. Auch hier gelangt man wieder auf eine Piste im Skigebiet Grödner Joch und mit den Liften zurück nach Arabba.

 

Tag 3. Nicht am Saas Pordoi. Splitboardtechnisch am anspruchsvollsten, eröffnete sich uns hier eine unglaubliche Abfahrt.

Aufstieg zum Gipfel des Padon
Aufstieg im flachen Bereich des Padon

Da wir den Einstieg etwas weiter östlicher vermutet hatten, kamen uns zwei Locals zuvor die einen einfacheren Aufstieg gewählt hatten. Also auch hier "nur" 2te und 3te Line und jetzt wissen wir genau wo es ist.

Dafür wählten wir eine alternative Abfahrt und stiegen, nachdem wir zurück im Skigebiet waren, gleich auf den nächsten Gipfel zu unserer, für dieses WE, letzten Abfahrt direkt nach Arabba. Steil und pulvrig ging es auch hier zur Sache, mit einigen unberührten Stücken und einem tollen Treerun.
Abfahrt Padon
First Track


Fazit:
Ein super fettes verlängertes Wochenende, mit viel POW, Spaß und natürlich bester Pizza. Wir kommen wieder!!!

Gut zu wissen:

  • Wenn man Touren mit wenig Liftbenutzung macht, reicht für 3 Tage die große Punktekarte (100€).
  • "Es wird jeden Tag jemand ausgeflogen der in eine "falsche" Rinne fährt", so ein Einheimischer.
  • Pension mit Frühstück ab 34,00€ / Hotel mit Sauna ab 55,00€.

 

Ein Dankeschön an: Völkl Snowboards, Gnu Snowboards, Deeluxe Snowboard Boots, Voile, Black Diamond...