30. Januar 2019    

In unserem Splitboard Test haben wir wieder das neueste und wichtigste Splitboard Material der kommenden Saison 2019-20 für Euch unter die Füsse genommen. Hier unsere ersten Eindrücke aus dem Schnee:

Um der immer größer werdenden Materialvielfalt im Splitboard Markt gerecht zu werden und noch intensiver testen zu können, sind wir dieses Jahr mit vier Testfahrern an den Start gegangen. So wie wir, ist auch unsere Testlocation, der First Try im Alpbachtal, immer weiter gewachsen. Seit nunmehr zehn Jahren bietet sich hier dem Fachpublikum die geniale Chance die Neuvorstellungen der nächsten Saison schon jetzt on snow probezufahren.
Und das haben wir auch ausgiebig getan und sind mehr gefahren und noch weiter gegangen als die Jahre zuvor, um Euch so einen umfassenden Einblick in die Fahr- und Aufstiegseigenschaften der Splitboards geben zu können.

Zehn Jahre Shops First Try

Die Bedingungen Im Alpbachtal waren großartig. Von feinem unverspurten Tiefschnee mit ca. 30 cm bis zu harter Piste war alles dabei. Im Aufstieg konnten wir die Boards sowohl auf abgeblasenen Bereichen als auch in tiefem, mal gespurtem und auch unverspurtem Pulver testen. Die Steilheit zwischen 25° und 35° war perfekt um uns ein Bild von der Performanz der einzelnen Splitboard Modelle bei klassischen Touren zu machen.

Nun aber zum Material, was ist neu - was kann das Zeug?

Was ist neu?

  • K2 Marauder Splitboard
  • Furberg Freeride Split mit Nut und Feder Technologie
  • Konvoi Kantar
  • Amplid Touroperator
  • Stranda Shorty 164
  • Deeluxe Backcountry Boot mit Boa und klassischer Schnürung
     

Was wurde optimiert?

  • Union Splitboard Bindung
  • Arbor Brian Iguchi Pro
  • Capita Neo Slasher
  • Jones Mindexpander
  • K2 Aspect Boot

Das ist neu!

K2 Marauder Splitboard 162:

Das K2 Marauder ist ein klassisches Splitboard für jeden, der seinen Horizont in Sachen Snowboarding erweitern möchte. Das K2 Marauder ist kein spezielles Leichtgewicht, doch hat es mit den Channels ein Feature was das Einstellen der Bindung sehr erleichtert. Auch bringt es ein Plus an Haltbarkeit mit sich. Was die Abfahrt betrifft ist es eins der Bretter das sofort Spaß macht und mit dem man stabil unterwegs ist. Es hat ordentlich Kantenhalt auch bei hohen Geschwindigkeiten und bügelt über so manche Unebenheit drüber. Im Pulver hat es gute Schwimmeigenschaften und auch die Wendigkeit ist positiv zu erwähnen. Im Aufstieg ähnelt es dem Joy Driver und ist ein würdiger Nachfolger. Der Vorwärtszug passt. Es ist sauber ausgewogen und auch beim Spuren sind keine Nachteile erkennbar. Von den bisher am Markt erschienen K2 Splitboards, ist das Marauder unserer Meinung nach das performancestärkste und vielseitigste Splitboard dieser Marke.

Furberg Freeride Splitboard 160 - mit Nut und Feder Technologie (Seam Sealer Tech) 

Vor Jahren haben wir schon drüber gesprochen, dass man ein Splitboard mit Nut und Feder herausbringen könnte. Einzig und allein Furberg hat sich getraut dieses Projekt in Angriff zu nehmen. Nach intensivem Testen über die vergangenen vier Jahre ist es jetzt soweit und Furberg sagt diese Technologie wäre nun marktreif. Gewohnt skeptisch haben wir das neue Freeride Splitboard mit der Seam Sealer Tech unter die Lupe und unter die Füsse genommen.
Furberg hat ja mit dem Freeride Split bereits unsere Splitboarding Selection gewonnen, also möchte ich hier nicht näher auf die hervorragende Performanz eingehen. Doch was wir an Fahrperformanz, gerade in hartem Gelände bzw. auf harter Piste erleben durften, sprengt alle Erwartungen. Seit Jahren sind wir fast ausschliesslich auf Splitboards unterwegs und die im Vergleich zu einem Solidboard geringere Torsionssteiffigkeit haben wir als gegeben und unveränderbar angesehen. Die Bindungshersteller haben Ihren Teil beigetragen um das Fahrvergnügen möglichst nah an ein solides Snowboard heranzubringen und es ist ihnen auch gut gelungen. Mit der Seam-Sealer Technologie wird wieder ein neuer Maßstab gesetzt. Der Unterschied zu einem Solidboard ist nurmehr marginal, provokant gesagt ist es Einbildung wenn man hier noch Unterschiede spürt. Glückwunsch Furberg für diese herausragende Innovation!!!

Konvoi Kantar Splitboard 169

Das für die Saison 18-19 neue Kantar von Konvoi wird in 19-20 unverändert weitergeführt, dennoch möchte ich es hier erwähnen. Schon beeindruckt vom Nevado (Gewinner der Splitboarding Selection), haben wir jetzt auch die Möglichkeit bekommen das Kantar unter die Füße zu nehmen. Mit seinem eher klassischen Shape und Profil ist es vielseitiger als das pulverorientierte Nevado Splitboard. Wie auch bei seinem Bruder war es draufstellen und Spaß haben. Ohh und switch fahren und hop wieder Vorwärts fahren. Mit Leichtigkeit gelingen diese einfachen Manöver. Im Kantar wird das beste von beiden Welten kombiniert. Stark im Pulver und auch für verspieltes Fahren mit Freestyleeinlagen oder fette Kicker hervorragend geeignet. Die relativ lange effektive Kante und die Channels im Bindungsbereich der Base tragen zu stärkerem Kantenhalt sowohl im Aufstieg, als auch in der Abfahrt bei. Der Vorwärtszug ist sehr gut, die Spannung lebendig und die Balance ist top. Für Splitboarder, die den ultimativen Allrounder mit einem 4 Gänge Menü - Extraportion Griff, Stabilität, Haltbarkeit und fairem Preis suchen, ist das Konvoi Kantar uneingeschränkt zu empfehlen. Dabei spielt es keine Rolle ob Du dich eher im Pistenbereich beim Freeride-Splitboarden oder in hochalpinem und abgelegenem Gelände bewegst. Auch die Historie und Erfahrung des Shapers sprechen für die junge Marke Konvoi mit ihren ausgereiften Produkten.

Amplid TourOperator Splitboard 159

Das Amplid Touroperator Splitboard  wird in der Saison 19-20 das bewährte Creamer ersetzen. Mit dem Touroperator hat Amplid ein vielseitiges Splitboard geschaffen. Es steigt gut auf, fährt sich spielerisch und ist dank seines "almost" Twin-Shapes auch für solide Freestyleeinlagen geeignet. Das Touroperator bringt extra Haltbarkeit mit und kann als ein Brett für alles betrachtet werden. Sowohl auf der Piste, als auch im Gelände ist es stark, wenn auch nicht so überlegen wie seine leichten Brüder. Trotzdem, es bügelt über Unebenheiten und zerfahrenen Schnee hinweg, bleibt stabil auch bei hohen Geschwindigkeiten und die Kante hält. Im Pulver verlagerst Du das Gewicht nach hinten und bekommst ordentlich Auftrieb. Im Aufstieg macht sich das höhere Gewicht im Vergleich zu einem Milligram bemerkbar. Doch mit anderen Boards der gleichen Gewichtsklasse ist es ebenbürtig. Das Touroperator erweitert die Range von Amplid um ein gutes Splitboard mit vielseitigem Einsatzgebiet.

Stranda Shorty 164 Splitboard

Stranda ist auch neu im Spiel und hat bereits ein Split-Brett für die großen und kräftigen Jungs am Markt. Mit dem 164er Shorty gibt es jetzt auch die Möglichkeit für kleinere Splitboarder diese besonderen Bretter zu nutzen. Sehr weich in der Nose surft das Stranda Shorty über alles hinweg was ihm in die Quere kommt. Im unverspurten Weiss schwimmt es hervorragend und macht viel Spass, sei es zerfahrener Pulver oder Windpress. Wenn Du die Kante brauchst gibt Dir die Camber unter den Füßen und das harte Tail sehr guten Halt. Im Aufstieg macht sich die weiche Nase bemerkbar, das Board kommt wie auch bei der Abfahrt gut heraus. Wird es hart ist etwas Übung gefragt, doch nach kurzer Eingewöhnung findet man auch beim Stranda Shorty die Punkte auf denen es hält. Für die Splitboarder die gerne Pillows, Cliffs oder andere Hindernisse nutzen, bietet das Shorty viel Sicherheit. Nach kleinen bis mittleren Drops oder Sprüngen im Gelände (große haben wir nicht getestet) landest Du super einfach und fährst souverän weiter. Wenn Ihr die Möglichkeit habt, solltet Ihr das Shorty unbedingt ausprobieren.

Deeluxe Backcountry Boot mit Boa und klassischer Schnürung

Bequem wie immer bei meiner Fußform, beeindruckt der neue Backcountry Boot von Deeluxe mit klassischer Schnürung, Boa und Strap. Somit bist Du sicher, egal was passiert. Ähnlich steiff wie der XV hat auch der neue Deeluxe Boot den Backwelt zur Befestigung halbautomatischer Steigeisen und die "gefühlsechte" Sohle.  Das Boa bringt Dir kräftigen Fersenhalt und die klassische Schnürung fühlt sich gut an - wie damals, als wir noch 20 waren. Über die Haltbarkeit können wir uns noch nicht äussern, doch macht der Schuh optisch und haptisch einen soliden Eindruck. 

Das wurde Optimiert!

Union Splitboard Bindung

Nach dem Flop der vergangenen Saison hat sich Union drangemacht die Übertragungsfehler in der Entwicklung zu beseitigen.
Ich bin kein Freund von Union im Splitboardmarkt, doch aller Vorurteile zum Trotz muss ich dieses Jahr sagen: Die Bindung funktioniert!
Zwei komplette Tage beim Freeriden getestet  - das Fahrgefühl hat mir einen WOW-Effekt ins Gesicht gezaubert. Wie eine Snowboardbindung. Super fester Halt sehr gute Kraftübertragung und trotzdem hoch komfortabel. In weichem bis mittelhartem Schnee ist auch die Aufstiegsperformanz solide und das Pinsystem, wenn auch sehr polarisierend erfüllt seinen Zweck und weist keine Probleme bei der Handhabung auf. Dennoch ist es um Einiges weniger Komfortabel als pinlose Systeme. Das Wackeln der vergangenen Saison ist behoben, das Verstauen des Splints ist gelungen und Dank der Leash kein gefummel. Die Steighilfe lässt sich einfacher als bei allen anderen Bindungen herausklappen und erfüllt ihren Zweck, hier ein großes Lob. Was den Aufstieg bei schwierigen bzw. harten Bedingungen Betrifft und auch die Haltbarkeit können wir noch nichts drüber sagen. Für jemanden der mit dem Splitboarding beginnen möchte oder eine Bindung für alles sucht (Kompatibel mit Solidboard), ist die Union mit Sicherheit eine preiswerte Option. Ob sie ambitionierten Vorhaben stand hält werden wir so bald wie möglich berichten.

Arbor Bryan Iguchi Pro Splitboard 161

Das Iguchi Pro Splitboard von Arbor ist ein Board für alle Bedingungen. Bei unserem Test hat es viel Spaß gemacht, war super surfig und in dem Moment wo Du die Kante brauchst kommt sie spürbar und gibt sicheren Halt. Das Surfige ist bedingt durch die dreidimensionale Nose und der Kantenhalt wird durch das von Arbor bekannte Grip Tech und die Camber unterstützt.  Im Aufstieg bringt es die erforderliche Performanz um auch in steilerem Gelände sicher unterwegs zu sein. Dies ist auch dem harten Flex zu verdanken. Auch hier passen Vorwärtszug und Balance optimal. Das Board ist gut ausgewogen und zieht beim Hiken schön nach vorne. Alles in allem ein Board mit dem wir uns auch auf ambitionierte Abenteuer einlassen würden.

Capita Neo Slasher 158

Das Splitboard von Capita wurde leicht optimiert. Das Design hat sich geändert, doch was die Eigenschaften betrifft ist es nahezu unverändert gut geblieben. Stabil auch bei schnellen Abfahrten und einfach zu landen, besonders nach kleinen bis mittlere Sprüngen. Dieses Jahr ist der Kantenhalt etwas reduziert, was das Board weniger agressiv und etwas spielerischer macht. Im Vergleich zum vergangenen Jahr war dabei kein Nachteil in der Aufstiegsperformanz zu erkennen. Draufstellen und Spaß haben ist hier die Devise. Auch wenn es kein Leichtgewicht ist, kann man mit dem Neo Slasher von Capita ambitionierte Touren machen. Es hält was Capita verspricht.

Jones Mind Expander Splitboard

Das Jones Mindexpander wurde weiter optimiert. Die eher schwache Aufstiegsperformanz des vergangenen Jahres wurde mittels neu eingezogener Carbonstringer um einiges verbessert. Somit kannst Du jetzt auch in steilerem Gelände leichter unterwegs sein, doch natürlich solltest Du die Harscheisen immer parat haben. In der Abfahrt, gerade wenn es pulvrig ist, kommen die Qualitäten des Mind Expander voll zur Geltung. Hier wird, wie der Name schon sagt ein völlig neues, extrem surfiges Gefühl erreicht, das wahnsinnig viel Spass macht. Das Mind Expander Split ist hervorragend dafür geeignet um kurze einfache Aufstiege in Pistennähe zu machen und die unverspurten Lines zu surfen, als auch, ausgestattet mit Harscheisen, das weitere Backcountry zu entdecken. Vielseitig und ultraverspielt ist das Mindexpander eine gutes Board, das man im Quiver haben sollte.

K2 Aspect Boot

Die Infos folgen nach der ISPO wir hatte zu viel zu tun um 100% zu liefern, sorry!

Last but not Least

Advenate Lawinenrucksack mit integriertem Atemsystem

Schaut Euch mal diesen neuen Lawinenrucksack mit integriertem Atemsystem an. Der Advenate ist seit dieser Saison offiziell erhältlich und verspricht selbst bei einer Komplettverschüttung trotz Airbag (Geländefalle!) die Überlebenswahrscheinlichkeit zu erhöhen. Auch bei TreeWell Unfällen kann das Atemsystem eine lebensrettende Hilfe darstellen.  Wie der Rucksack funktioniert könnt Ihr Euch hier in unserem Video anschauen. Vorhab möchten wir Euch schon informieren, dass der Tragekomfort hervorragend ist und dass an sämtliche Features die zur Nutzung mit dem Snowboard / Splitboard erforderlich sind, gedacht wurde. Ein tolles Konzept das dem ein oder anderen der alt Eingesessenen Hersteller den Rang ablaufen könnte.

Danke an die Macher des Shops First Try

Der Shops First Try im Alpbachtal hat sich auch dieses Jahr wieder weiter entwickelt und zieht auch immer mehr Shops aus dem internationalen Umfeld in seinen Bann. Mittlerweile war es die 10te Veranstaltung und dementsprechend wurde auch gefeiert. Mit 1100 Besuchern aus 16 Ländern wurden wieder alle Rekorde gebrochen und das Wetter spielte mit Sonnenschein und tiefen Temperaturen hervorragend mit. Folglich war die Stimmung super und die Freude über jede Menge Happy-Faces, sowohl bei den Veranstaltern als auch bei uns groß.
Zehn Jahre Shops First Try
Erneut ein großes Dankeschön an die 40 Leute die diese Veranstaltung ermöglicht haben und natürlich an die Brands die mittlerweile auch daran denken uns ihre neuen Splitboard Modelle mitzubringen. Wir können dieses Event allen Marken als auch Shops, die sich weiter in der Welt des Snowboard Sports etablieren und Ihre Position stärken möchten, von Herzen empfehlen.