08 February 2018    

Das neuste Splitboard Material für den Winter 2018-19! Was ist neu und heiß? Wir haben bereits für Euch getestet und hoffen Euch wieder den besten Überblick und interessante Einblicke geben zu können.

Wie jedes Jahr springen wir mitten im tiefsten Winter eine Saison nach vorne und wortwörtlich auf die brandneuen Boards die 2018/19 in den Handel kommen werden.

Weniger auf den Messen, mehr im Schnee - dieser Trend setzte sich auch in diesem Jahr fort und so kamen zum inzwischen 9. Shops First Try stolze 89 Brands ins tiefverschneite Alpbachtal in Tirol, wo sich drei Tage lang alles ums Snow- und Splitboarden drehte. Nicht nur für uns, sondern auch für die zahlreichen Fachbesucher bietet sich hier eine perfekte Kulisse das kommende Snow- und Splitboard Material großer und auch kleiner Marken zu testen. Darunter auch einige Splitboard Experten, die dieses Jahr im Rahmen der Microbrands neu dabei waren. An dieser Stelle ein Tipp an die verbleibenden Hersteller - kommt auch und werdet Teil dieses spitzen Events.

Shops First Try Impressions

Für unseren First Impression Test 2018-19 haben wir die Splitboards wie immer auf kurzen, technisch anspruchsvollen Aufstiegen und bei der Abfahrt unter möglichst vielen verschiedenen Bedingungen getestet. Dieses Jahr mussten wir wegen des vielen Neuschnees schon etwas suchen um ein geeignetes Stück harte und eisige Piste mit etwa 35° Hangneigung zu finden, u.a. um dort die im Aufstieg wichtigen Traversiereigenschaften unter die Lupe nehmen zu können. Frei abfahren konnten wir in bis zu 70cm frischem Pulver, unten teils auch in zerfahrenem Nassschnee und natürlich auf den Pisten unterschiedlichster Beschaffenheit.

Shops First Try Test on Snow

Die dabei entstandenen First Impression Tests der einzelnen Produkte und die Präsentationsvideos folgen weiter unten. Was neben den neuen und weiterentwickelten Splitboards, Boots und Bindungen sonst noch interessant ist haben wir auch auf der ISPO München eingefangen und von dort auch ein paar weitere interessante Präsentationen und neue Splitboard Brands mitgebracht.

Eine Anmerkung zu den Gewichtsangaben, bei der Produktion kann es zu Abweichungen kommen und die gezeigten Werte verstehen sich inklusive ggf. angebauter Interfaceteile.

Was ist neu und heiß (First Impression)?

Sandy Shapes Virtuosa Split (Finishing und Fahrperformance beeindruckten)
Rome Powder Division Split (mehr als ein Powderboard)
Furberg Pow Splitboard (wenn Dir Furberg taugt, taugt Dir auch das Pow)
Mendiboard Sunnmore (Powboard mit Surffeeling und Aufstiegsperformanz)
K2 Farout Bindung (Top Bindung basierend auf der Voile Speedrail) 
Spark R&D Arc Pro und Surge Pro (Bewährte Qualität - nochmal fast 100g leichter)
Plum Backentry Binding & Hardboot Binding
Salomon SLab Boot (steifer Boot mit interessantem Hike-Mode)

Was ist neu?

Jones Mind-Expander (Surfy und spielerisch)
Nitro Squash Split (macht Spass, doch leider schwer)
Never Summer Swift (WOW im Pulver - ouups beim Hike)
Borealis Arcane (Superwendiger Shape - noch ein wenig Gewichtsoptimierung nötig)
West Splitboard (Aus dem Hause Gara, also mit viel Liebe produziert)
Salomon Speedway Splitboard (Guter Eindruck leider nicht zum Testen)
Salomon SLAB (700g weniger Gewicht als im Vorjahr - großer Entwicklungssprung)

Nicht neu, war aber bis zum "Jahrhundertschneefall" 2018 von uns noch nicht getestet:
K2 Cool Bean (Viel Spaß in tiefem Schnee - erstaunlicher Halt im Aufstieg)

Was wurde optimiert?

Deeluxe XVE und XV Boots (neues Design - kleine Optimierungen)
Arbor Iguchi Pro ab jetzt in 163 W erhältlich
Burton Flight Attendant (soll in der fertigen Version um die 2,7 kg wiegen - Proto bei 3 kg)

Was war sonst noch interessant?

Konvoi - mit einer Menge Powsurf-Boards
Shred Goggles - beim Hike getestet und kaum beschlagen.
Amplid Microgram - Sneak Peek - nochmal leichter, mal sehen wann es kommt.

Neu und heiß!

Sandy Shapes Virtuosa Split - 2800g bei 160cm:
Schon seit Beginn von splitboarding.eu wollten wir die Sandy Shapes Splitboards genauer unter die Füße nehmen und mal schauen, was sie können. Um so mehr haben wir uns gefreut, dass sie dieses Jahr endlich beim Shops First Try am Start waren. Nun ja, die Testbedingungen waren mit den massiven Neuschneefällen der vergangenen Tage recht speziell. Ja das Virtuosa Split hat Wahnsinns Auftrieb und ist trotzdem gut steuerbar. Relativ zentriert stehend bleibt die Nase oben. Du verlagerst das Gewicht etwas weiter nach hinten und ja Du bremst und fühlst Dich wie beim Surfen größerer Wellen, auch wenn das Virtuosa Split keinen Schwalbenschwanz hat. Auf der Piste fährt es schöne gecarvte Bögen und hat genug Pop um auch gewichtigere Fahrer zu begeistern. 

Auf Grund der krassen Bedingungen am Testtag konnten wir keinen harten Abschnitt finden. Somit basiert unsere Aussage über die Aufstiegsperformanz nur auf Hirngespinsten. Die Nose ist sehr breit, was sich mit Sicherheit im Aufstieg bemerkbar machen wird. Durch die relativ lange effektive Kante der traditionellen Camber bis zu den Clips und der sanft gerockerten Nase, wird der Aufstieg in Ordnung sein. Sobald wir die Chance hatten das Virtuosa auch im Aufstieg auf Herz und Nieren zu testen, werden wir Euch informieren und den Artikel updaten. 

Auch zu erwähnen ist das wunderschöne Finishing und das Fläschchen Öl, das jeder beim Kauf eines Virtuosa dazu erhält.

Das Sandy Shapes Zingara Split bedarf dagegen weiterer Optimierungen.


Rome Powder Division:
Mit dem Powder Division hat Rome ein weiteres Mal bewiesen, dass sie hervorragende Splitboards bauen können. Das kurz gehaltene Board hat eine runde, breiter werdende und gerockerte Nose, ist unter dem Rome typischen Powder-S Camber deutlich tailliert und schließt mit einem leicht ausgeschnittenen und angehobenen Tail ab. Ausgestattet ist das Powder Division mit den vom White- und Powderroom bekannten Features, beides übrigens sehr solide Splitboards die auch weiterhin zu haben sind.

Als Powderboard konzipiert, kommt das neue Rome schon mit ordentlich Setback daher. Es schwimmt schön auf und war im außergewöhnlich tiefen Schnee sicher, einfach und wendig zu dirigieren, im Wald und wenn es eng wird ein dickes Plus. Auf einer hart präparierten Piste spricht nichts gegen ein paar weit gecarvte Turns, im zerfahrenen und buckligem Schnee freut man sich dann wieder über die schnellen und kaum anstrengenden Richtungswechsel, die einem das agile und gleichzeitig fahrstabile Powder Division ermöglicht. Einzig das eher als kosmetisch zu betrachtende Flattern der äußersten Nasenspitze und die für groß und schwer gewachsene recht knappe Längenauswahl, könnte einen dazu verleiten für ein vergleichbares Board deutlich mehr Taler auf den Tisch zu legen. 3200g auf 156cm haben wir gemessen.

In unserem Aufstiegstest hat das Powder Division Splitboard sehr solide abgeschnitten und die harten bis eisigen 35° konnten noch ohne Harscheisen gut bewältigt werden.


Furberg Pow Splitboard: 
Das Board hat eine flache Base - weder Camber noch Rocker. Dadurch hat es guten Auftrieb. Dank der Fischform kann es gemütlich gefahren werden und es ist keine besondere Gewichtsverlagerung nach hinten erforderlich. Wie bei Furberg üblich ist es recht wenig tailliert und hat einen großen Radius. Es fährt sich surfig doch bedaraf es einer gewissen Gewöhnung um die Kante entsprechend in den Kurvenradius zu drücken. Bei vollem Druck rutscht es hinten gerne mal durch. Bringt man das Gewicht weiter nach Hinten, hält es besser.

Hier basiert unsere Aufstiegsbewertung auf der Theorie. Das Board ist flach doch die Nose nicht zu breit. Somit wird der Aufstieg vermutlich eine gewisse Gewöhnungszeit in Anspruch nehmen doch dann werden auch knifflige Querungen möglich. Harscheisen dabei zu haben ist ein guter Tipp.


Mendiboard Sunnmore:
Das Mendi Sunnmore haben wir nach dem SFT noch einen kompletten Tag auf Tour getestet. Bei der Abfahrt glänzt es mit hervorragender Stabilität und top Auftrieb. Es ist eins der Bretter wo man sich draufstellt und sofort Spaß hat. 

Wie von Mendi gewöhnt ist es besser im Aufstieg als andere Powboards dieser Klasse. Es hat einen sauberen Vorwärtszug und es ist schön ausgewogen. Es hat eine lange Nose und die stattliche Camber von ca. 8mm beginnt vorne bei den Hooks. Das Tail ist mit ca. 5cm relativ kurz. Somit ist die effektive Kante lang, was sich in der bereits erwähnten Aufstiegsperformanz bemerkbar macht. Das Topsheet wird auch bei Verleihboards benutzt. Es ist zwar ein wenig schwerer allerdings ist es sehr haltbar und abriebfest.


K2 Far-Out Bindung: 
Nachdem sich fast jede große Firma mit einem etablierten Splitboard Bindungshersteller zusammen getan hat, hat K2 durch die Kooperation mit Voile eine echte Alternative distributionsfähig gemacht. Die Base besteht aus den Voile-Teilen, Straps und Highback kommen wohl von K2.

Wie die Speed Rail wird die Bindung von vorne draufgeschoben und dann unter der Ferse arretiert. Das ist komfortabel und sicher in der Handhabung. Tolle Kraftübertragung bei Abfahrt und Aufstieg. Probiert die Bindung aus um Euch selbst ein Bild zu machen.


Spark Arc Pro und Surge Pro + weitere Entwicklungen:
Die Surge Pro haben wir bereits unter den Füßen gehabt, nochmal ca. 100g leichter bei gleicher Performanz wie die normalen Spark Tesla Bindungen. Dabei sind sie sehr schön vom Design.


Plum Hardboot and Backentry Binding:
Diese Bindungen haben wir noch nicht getestet, doch möchten wir Euch unser Video nicht vorenthalten. Mit dem SP Backentry System haben wir in der Vergangenheit recht gute Erfahrungen gemacht und sind auf die Kombination mit Plum gespannt.


Salomon SLab Boot:
Nach mehreren Stunden im SLab Boot von Salomon haben meine Füsse etwas weh getan, doch ist der Innenschuh aus einem Thermofoam, der sich bei ca. 80°Celsius im Backofen oder beim Fachhändler bestens auf die Fußform anpassen lässt. Die Aussenlänge ist recht kurz und der Schuh an sich, im Vergleich zu anderen Splitboard-Boots eher breiter geschnitten. Das Gewicht liefern wir nach.

Was ist neu?

Jones Mind Expander:
Angelehnt an das Profil der Surfboards von Chris Christenson, hat das Mind Expander einen bis zu den vordernen Inserts mächtig ausgeprägten Rocker, dazwischen flat und etwas weniger gerockert bis ins Tail. Die breite Nose und die Löffelform sorgten dann auch wie gewollt für einen surfigen Auftrieb und spielerische Runs im Alpbacher Powder. Auch im Slush macht dieser Shape Spaß, naturgemäß viel weniger wenn es hart und eisig wird. Seinem Namen und seiner Bestimmung gerecht wurde das Mind Expander dann allerdings wirklich, entlockte es doch glatt einem unterkühlten Freestyle Abstinenzler ein paar kleine Tricks, die ganz erstaunlich leicht von statten gingen und Lust auf mehr machten.
Harte und eisige Abfahrten oder Aufstiege sind nun mal keine Domäne von Rocker Splitboards, das bestätigte sich auch in unserem kurzen Traversiertest. Hier ist die Mitnahme von Harscheisen unerlässlich.

Nitro Squash - 3400g bei 159cm:
Das Nitro Squash ist ein solides Powderboard. Die lang gezogene Nase gibt ihm kräftig Auftrieb und die Camber unter den Füßen bis weit hinten ins Tail ordentlichen Halt. Es ist trotz des hohen Gewichts spaßig zu fahren und bringt durch das kurze Tail eine gute Wendigkeit mit. Zerfahrenen Puder wird weiter zerpflügt, andere Boards gleiten hinüber. Wird die Kante gebraucht ist sie da, auch ohne großen Kraftaufwand. Im Aufstiegstest bei der Traverse war es ohne Harscheisen eher schwierig, allerdings noch besser als mit anderen Boards im Test. Hier ist die Mitnahme von Harscheisen schon wichtig.

 

Never Summer Swift:
In der Abfahrt bei tiefem Pulver war es mal wieder ein WOW Erlebnis. Es gleitet sehr sehr gut, ist wendig und macht riesen Spaß. Die Breite Nase kommt ohne eigenes Zutun nach oben, auch bedingt von dem "Wingprofil" und der stattlichen Breite. Dieser Megafahrspaß im Pulver wird auch auf Harter Piste nicht getrübt. Es hält auf der Kante und ist auch im zerfahrenen Gelände sehr wendig. Über tiefe Spuren gleitet es mühelos hinweg.

Was in der Abfahrt wahnsinnig gut ist, bringt im Aufstieg leider große Nachteile mit sich. Die effektive Kantenlänge beträgt im Aufstieg ca. 30cm. Man könnte sagen kürzere Kante mehr Druck, doch dreht sich das Brett wie die Nadel eines Kompass und der Druck ist nicht auf die Kante zu bringen. Auch hier ist die Mitnahme von Harscheisen sehr wichtig.

Borealis Arcane:
Das Arcane geht in die nächste Saison. Vom Fahren her besticht es durch hervorragenden Kantenhalt und enorme Wendigkeit. Die etwas längere Nose gibt Auftrieb, gerade so viel, dass man sehr kontrolliert unterwegs ist. Es ist relativ weich und lässt sich einfach in die Kurve drücken. Durch das Gewicht geht leider ein wenig Fahrspass verloren. Wenn hier noch nachgebessert wird, hat es die Chance in sämtlichen Testergebnissen weit nach vorne zu kommen.

Das Borealis Arcane steigt, dank der leichten Camber recht gut auf und kann selbst in harten und relativ steilen Querungen punkten.

 

West Splitboard:
Das West Splitboard ist ein klassisches Powder orientiertes Splitboard mit ordentlich Camber unter den Füßen. Es macht Spaß in der Abfahrt und steigt auch gut auf. Für den ersten Wurf ist es gut gelungen. Gewichtsmäßig kann noch etwas optimiert werden.

 

Salomon Splitboard Line:

Weiter optimiert:

Deeluxe XVE und XV Boots:

 

Amplid Microgram.001:


Wir hoffen, Euch wieder einen guten Überblick des neuen Materials gegeben zu haben und würden uns freuen, wenn Ihr den Artikel auch in Euren Kanälen verteilen würdet.

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Ein großes Dankeschön geht an Muck und seine Crew für die super Orga und an alle beteiligten Marken, die auch das diesjährige SFT zu einem unvergesslichen Erlebnis gemacht haben.

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