17 April 2015    

Furberg Pro Davide Capozzi war wieder unterwegs und hat eine weitere anspruchsvolle Erstbefahrung gemacht. Den Mount Emilius mit einem wunderschönem Blick auf das Städtchen Aosta.

Den meisten Bergsteigern unbekannt, überragt der Mount Emilius das idyllische Städchen Aosta. 2013 haben Julien “Pica” und ich die Nordflanke des Becca di Nona befahren und kamen nicht aus, die riesige Nordwand des Emilius zu bestaunen. Die gesamte Flanke des Emilius zu befahren erschien wie ein ambitionierter Traum, doch die richtigen Bedingungen zu erwischen erschien uns nahezu unmöglich.

Abfahrt Mount Emilius / Aosta
Abfahrt Mount Emilius

Letzte Woche hat mir ein Freund ein Foto von der Nordflanke des Emilius geschickt, aufgenommen von dort, wo wir sie bewundern durften. Dieses Bild hat meinen Traum in Erinnerung gerufen und der Wunsch, zumindest das Hauptcouloir zu befahren wurde immer größer. Selbst wenn es keine Komplettefahrung werden sollte, versprach das Vorhaben eine große Befriedigung. Kurzer Anruf bei Julien und schon stand dem Vorhaben nichts mehr im Weg. Beide wollten wir diese wunderschöne Flanke befahren.


Am Montag den 13ten April um 5.30 Uhr starten wir in Pila. Nach ca. 6.5 Stunden Aufstieg erreichen wir die Nord/Ost Flanke des Mount Emilius auf einer Höhe von 3370 Metern. Von hier beginnen wir unsere Abfahrt mit zwei kurzen Abseilern. Der Blick auf die Stadt Aosta zieht uns in seinen Bann und ca. 200 Meter über uns der Gipfel des Emilius. Der Blick ist spektakulär und es ist ein wahnsinnig gutes Gefühl mit unseren Splitboards hier oben zu sein.
Die Abfahrt ist steil und exponiert, eine ca. 450 Meter Lange Rinne mit ungefähr 50° Gefälle am Anfang, langsam abnehmend. Leider war der Schnee nicht optimal, der Welchsel von Sonnenschein und kalten Nächten hatte den Schnee hart überfrohren. Um eine spaßige Abfahrt zu haben, hätten wir bis zum Nachmittag warten müssen, doch dann wäre die Rückkehr nach Pila zu gefährlich gewesen.


Wir haben uns entschieden noch ein bischen zu warten, um dem Schnee zumindest ein paar Sonnenstrahlen zu gönnen. Trotzdem, die Abfahrt war alles andere als einfach und wir stellten uns die ganze Zeit vor was für ein Spaß es wäre hier bei perfekten Winterbedingungen zu sein.
Nach einer Stunde erreichten wir den Fuß des Emilius, und nun mussten wir nur noch zurück nach Pila. Gefühlt haben wir bei den Schneeverhältnissen und dem Auf und Ab zurück nach Pila ebenso lange gebraucht, wie für den Aufstieg.
Beide, Julien und ich waren glücklich, selbst wenn unser Traum, den Emilius zu befahren für diesen Augenblick in weite Ferne rückte. Wer weiß, vielleicht kommen wir eines Tages zurück um den Traum zu leben.

Wenn Ihr mehr über Davide Capozzi wissen möchtet, hier sein Artikel über die Leidenschaft des Steilwandfahrens.