Mehr als 20 Jahre Erfahrung im Backcountry Snowboard Guiding - Chamonix Splitboard Guide Neil McNab gibt uns tiefe Einblicke in sein tägliches Leben und viele wertvolle Sicherheits Tipps.

Es wird flacher und meine Schritte werden länger. Ich schiebe mein Splitboard Schritt für Schritt durch den tiefen, unverspurten Schnee. Ich lege die Spur für meine heutige Splitboard Gruppe, damit sie mir kraftsparend folgen können. Mein Atem hat sich stabilisiert, einem gleichmäßigen Rhythmus ähnelnd. Die kalte Bergluft erfrischt meinen Körper, während ich hinauf zu dem Gipfel gehe.

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Glitzernder Pulver im Aufstieg

Kurze Zeit später geht es nicht mehr weiter, ich stehe auf dem Gipfel, mit diesem angenehm warmen Gefühl der Befriedigung, nach einem konditionell anstrengendem Aufstieg. Ich stehe einen Moment da, den Blick nach unten gerichtet sehe ich die Spur die ich durch den frischen Tiefschnee gezogen habe. Die Gruppe ist nicht weit entfernt, jeder ist in seiner eigenen Welt aus Anstrengung und Rhythmus verloren. Ich beginne zu dampfen, da mein Schweiß durch das scharfe Sonnenlicht in den gasförmigen Zustand übergeht. Es ist kalt da ich angehalten habe, also folge ich meiner ersten Regel - Ich ziehe eine Schicht an, bevor mir kalt wird.


Ab jetzt beginnt die Abfahrt, also werden wir für einen Augenblick entspannen, essen, trinken und uns vom Aufstieg erholen. Beim Umbau werden wir Felle und Bindungen unserer Splitboards entfernen und vom Split- in den Ride-Mode wechseln. Wir verstauen unsere Stöcke, schnüren die Schuhe fester, setzen statt der Sonnenbrille die Schneebrille auf und kommen dem Ereignis näher, auf das wir uns schon die ganze Zeit freuen.

Ich öffne meine Straps und schnalle die Boardhälften ab. Ich lege meinen Rucksack in den Schnee, hole etwas zum Trinken heraus und einen Happen zu Essen. Gleichzeitig beginne ich mit dem Umbau meines Boards vom Split-Mode in den Ride-Mode.

Multi Tasking ist hier draußen gefragt. Ich versuche es meinen Gästen zu erklären: Stehe still, erhole Dich aber mach etwas. Du kannst gleichzeitig Kraft schöpfen und etwas trinken, Du kannst stehen und etwas essen. Du kannst sitzen, Dich ausruhen, essen und gleichzeitig den Umbau Deines Boards beginnen.

Wir haben es nicht eilig, wir haben beim Aufstieg einiges an Zeit gut gemacht, aber wir sollten auch keine Zeit verschwenden. Zeit ist in den Bergen sehr wichtig und wenn wir sie verlieren, bekommen wir sie nicht zurück. Ich bin gerne mit viel Zeit unterwegs, hauptsächlich wegen der Sicherheit.

Der erste von meiner Gruppe ist angekommen. Auch er steht dampfend im Licht der Sonne, glücklich dass er den Gipfel erreicht hat. Heute bin ich mit einem guten Team unterwegs, eine kurze Unterhaltung und schon zieht er seine nächste Schicht an und bereitet seinen Space für den Umbau und die Erholung vor.

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Verloren im eigenen Rythmus


Ich positioniere meine Felle über meinem Rucksack, damit sie in der Sonne trocknen, demontiere die Bindungen und stelle meinen Forward-Lean ein. Gerade beim Splitboarding ist der Forward-lean besonders wichtig um auch in anspruchsvollem Gelände richtig Kontrolle auf dem Board zu haben. Wenn Du in der Abfahrt bist, ist es zu spät für eine Anpassung Deiner Highbacks, also achte darauf, dass Du es vorher machst.

Ich packe meine Stöcke ein, mir persönlich gefallen die Faltstöcke, da ich sie problemlos im Rucksack verstauen kann. Ich habe zu viele Leute gesehen, die am Ende eines Splitboard Tages Teile Ihrer Ausrüstung, Schaufelgriffe, Felle, Stöcke,… verloren haben. Effiziente Organisation des Materials ist am Berg besonders wichtig, denn hier versucht das Chaos zu regieren.

Jetzt sind auch die anderen der Gruppe angekommen, sie sind beschäftigt ihren Kram zu organisieren und essen etwas. Jeder hat den Aufstieg genossen, doch wir sind alle hier um eine unvergessliche Powderabfahrt zu erleben. Die Spannung und Vorfreude auf den Run springt über, wie das Feuer auf einen trockenen Heuhaufen.

Fertig, ich sitze auf meinem Rucksack und beende meine Jause. Natürlich habe ich einen Blick auf alle Teilnehmer, denn es kann sein, dass ich beim Verstauen von eingefrorenen Stöcken, beim enteisen von Bindungen oder beim Verpacken von widerspenstigen Fellen helfen muss. Heute allerdings scheint alles gut zu gehen, also bleibe ich sitzen, entspanne und genieße den Blick über die Berggipfel.

Wenn alle abfahrtsbereit sind, gebe ich die "5-Minuten-Warnung". Rucksäcke und Boards sind überprüft, Schneebrillen und Handschuhe angezogen, die meisten tragen heutzutage Helme, also ist das elendige Problem der beschlagenen Brillen passè. Der Aufstieg mit einem Helm ist allerdings ein absolutes "No-Go", doch haben die modernen Rucksäcke fast alle Helmbefestigungen und da wir unsere Boards ja nicht mehr auf dem Rücken tragen, wird uns dadurch das Leben etwas erleichtert.

Noch bevor die 5 Minuten um sind, ist jeder Bereit für das Abfahrtsvergnügen.

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Kurz vor der Abfahrt


Das Wetter ist perfekt, der Schnee ist kalt - "Crystal-Powder", die Temperaturen sind weitgehend konstant. Es gibt fast keinen Wind, trotzdem schaue ich mir die Windzeichen an. Wir befahren eine Nord-West Flanke, also nicht unsere Aufstiegsrute. Die Abfahrt ist meistens im Schatten zu dieser Jahreszeit, abgesehen von ein wenig Sonnenlicht am Nachmittag, welches allerdings nicht zu einer dramatischen Veränderung der Schneeschichten und Haltbarkeit führt. Ich kenne den Schneedeckenaufbau durch meine Beobachtungen während des Winters.

Ich erwarte keine Überraschungen, bin allerdings immer auf der Hut und zu jeder Zeit äusserst aufmerksam.
Ich gehe den Grat entlang, bis ich zu einem Punkt gelange von wo aus ich den Großteil der Abfahrt überblicken kann. Jetzt gebe ich ein Zeichen, dass die Gruppe kommen kann.

Nach Ankunft der Gruppe erkläre ich die Abfahrt, wo können wir fahren, wo können wir nicht fahren, welches sind die Gefahren, wo ändern sich die Schneeverhältnisse und Bedingungen. Wir schauen uns die Abfahrt noch genauer an, definieren "Sicherheitszonen", "Auswege", "Geländefallen" und die sicheren Linien. Ich erkläre, welches meine bevorzugte Linie ist und warum ich sie wähle. Es ist die schönste Linie, mit den besten Features und "Auswegen", falls es zu einem unerwarteten Ereignis kommt.

Ich halte Ausschau nach Surf-Style Features, Wächten, Pillows, Drops,… Ich liebe das Gefühl eine Wächte entlang zu surfen, einen Cutback in den Schnee zu ziehen, weite, geschwungene Turns zu fahren oder in engen Couloires eine "Straightline" hinzulegen. Ich mag es steil und schnell, nutze das ein oder andere Feature für einen Sprung, doch am liebsten mag ich es sicher!

Die Länge der Abfahrt wird hauptsächlich von den Bedingungen bestimmt. Heute können wir lange Strecken zwischen den Safety Stops fahren. Wenn es technisch anspruchsvoll ist oder verborgene Faktoren wie weniger stabiler Schneedeckenaufbau eine Rolle spielen, ändert sich meine Fahrweise massiv, dann würden wir kurze Strecken, mit entsprechenden Sicherheits-Stops, einzeln befahren.

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Abfahrts-Spaß


Ich versuche sämtliche Änderungen der Schneebechaffenheit mental zu notieren und bei meinen Kursen abrufbereit zu haben. Als Guide ist es ein großer Teil Deiner Arbeit, herauszufinden wann Du wo hingehen kannst und warum. Ich beobachte die Berge und Bedingungen und wähle meine Ruten entsprechend. Darum können wir hier, in meinem Gebiet, häufig große Abfahrten machen.

Gelegentlich findest Du Dich in Situationen wieder, in denen Du stark von äusseren Faktoren dominiert wirst und Du sehr vorsichtig an die Sache herangehen musst. Typisch sind diese Situationen, wenn Du in unbekanntem Gelände, bei der Erstbefahrung einer Dir unbekannten Linie oder aber in Schneebedingungen unterwegs bist, denen Du nicht traust, bzw. ein unangenehmes Gefühl hast.
Ist es so, musst Du die Pros und Cons abwägen, gibt es eine sichere Variante, welche Risiken kommen in Frage, nicht nur für Dich, sondern für die gesamte Gruppe. Es kann sein, dass ich selber eine sichere Linie finde, doch jetzt ist es wichtig, dass alle Mitglieder der Gruppe die Linie sehen und auch, dass sie sehen wo sie nicht fahren können und verstehen warum.

Jetzt kommt das Fittness-Level und das fahrerische Können aller Gruppenmitglieder ins Spiel - sind alle fähig die sichere Linie zu fahren und in welcher Reihenfolge sollen sie fahren?
Wenn die Bedingungen schwierig sind, vertraust Du auf Deine Erfahrung, dein jahrelanges Training, Dein Riding und Dein Guiding. Du arbeitest mit den Informationen die du aus dem Gelände, der Schneebeschaffenheit und des Berges bekommst. Du triffst die Entscheidungen in dem jeweiligen Moment - schnell.

Heute vertraue ich den Bedingungen und ich kenne alle Gruppenmitglieder von den vorigen Jahren in denen wir zusammen unterwegs waren.

Die Abfahrt sieht wahnsinnig gut aus, unberührt glitzert das weisse Pulver, es fließt und verformt sich in Verbindung mit dem steilen Untergrund.

Ein letzter Gruppen-Check und jeder weiß bescheid. Ich werde als erster reinfahren, mit dem Wunsch den ersten Abschnitt komplett zu meistern. Wenn sich alles gut anfühlt gebe ich ein Zeichen und fahre weiter. Der nächste kann reinfahren und so geht es weiter. Während dessen haben die noch oben gebliebenen alles im Blick und beobachten wachsam. Wenn ich den Safety-Point erreicht habe, halte ich an und übernehme den Überblick, sodass auch sie fahren können.

Ich bringe mein Gewicht auf den hinteren Fuß, komme in eine Vorwärtsbewegung und drücke mich dann mit dem vorderen Fuß in die Fall-Linie. Sofort fühle ich die Base von meinem Board, wie sie aufschwimmt und ich federleicht werde, meine Aufmerksamkeit wandert in meine Füße und ich beschleunige den Berg hinab. Ich mache einen schnellen, tiefen Turn auf der Zehenkante und presse das Tail weit in den Schnee. Dann entlaste ich schnellstmöglich und halte die Geschwindigkeit. Meine Sinne sind auf mögliche Bewegungen in der Schneedecke fokussiert und ich bin bereit meine "Ausweich-Strategie" umzusetzen.
Es bewegt sich nichts, der Schnee fühlt sich gut an, weich und tief, also erhöhe ich die Geschwindigkeit, bevor ich einen zweiten, kräftigen Test-Turn über die Fersenkante ziehe.
Wieder fühlt es sich sicher an und ich lasse mich gehen, ich füge mich dem Gesetz der Schwerkraft und beginne zu spielen.


Manchmal musst Du bei einer Abfahrt wie dieser wirklich gut auf die Schneebeschaffenheit fokussiert sein. Wenn die Saison fortgeschritten ist und Sonne und Temperaturwechsel die Schneedecke verändern, können kleine Veränderungen im Winkel (Exposition der Abfahrt) enorme Änderungen in den Schneebedingungen hervorrufen. Schon eine kleine Themperaturänderung von wenigen Graden, kann die Schneedecke von staubendem Pulver in schweren Firn oder einen tödlichen Harsch- bzw. Eisdeckel verwandeln. Auch der Wind verändert die Schneesituation signifikant, da er den Schnee in den Bergen verfrachtet. Vom Wind abgelagerter Triebschnee bildet Gefahrenstellen sowohl im Aufstieg, als auch bei der Abfahrt. Diese können häufig bereits durch das Gewicht eines einzelnen Wintersportlers, als Lawine ausgelöst werden. Abgesehen davon können andere Bereiche abgeblasen sein und die Schneedecke ist sehr dünn.

Später in der Saison wirst Du die windgeschützten Schattenseiten bevorzugen, die wo keine windbedingte Schneeablagerung stattfindet. Merke: Triebschnee und abgeblasene Bereiche können gefährlich sein und machen keinen Spaß bei der Abfahrt.



mcnab splitboard guiding 5 Nach mehr als 20 Jahren Backcountry Erfahrung bin ich auf alle Veränderungen in der Schneedecke sensibilisiert, meine Sinne sind wachsam und ich treffe Entscheidungen bei Aufstieg und Abfahrt von Moment zu Moment. Es passiert so oft, dass ich eine unglaubliche Abfahrt mit bestem Schnee von oben bis unten fahre, während meine Gäste es schaffen wechselnde Schneeverhältnisse zu fahren. Manchmal ist es frustrierend und ich wundere mich, warum sie die Schneebedingungen nicht erkennen doch es scheint als hätten sie alle den gleichen Spaß.

Es ist ganz ähnlich wenn ich surfen gehe. Ich nehme eine Welle, sie macht zu und ich werde gewaschen. Zur gleichen Zeit sehe ich die Einheimischen, beste Wellen surfen. Sie sind immer zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Ich denke es hat mit der Erfahrung, dem Training und Deiner persönlichen Connection zu der Umgebung zu tun.

Ja, es braucht Zeit, aber wir können es lernen. Diese Sensibilisierung ist ein wichtiger Aspekt, den ich versuche meinen Gästen zu vermitteln. Ich versuche Ihre Aufmerksamkeit auf das Gelände zu lenken und auf die Faktoren, die es geformt haben. Welche Parameter beeinflussen das Gelände in diesem Moment, was ist in der Vergangenheit passiert? Die Berge geben uns permanent Hinweise, die wir beachten sollen. Es ist wie bei mir in den Wellen, eine Frage des Sehens, Lesens und Verstehens der Umgebung, und natürlich der Praxis.


Die Abfahrt ist für mich wie ein weisses Tuch, auf dem wir uns künstlerisch verwirklichen können. Es ist mein Unternehmensslogan " The Fine Art of Riding Mountains since 1995" doch es ist mehr, es ist schön und fließend, tief verbunden mit der Natur und unserem kreativen Ausdrucksvermögen. Für mich ist es wie eine endlose Welle zu surfen, mit Niveau und Leidenschaft, das ich im Wasser vermutlich niemals erreichen werde.

Den Großteil meines Lebens habe ich auf dem Snowboard verbracht und es ist eine Art Instinkt geworden. Ich spüre alles, jede noch so kleine Bewegung ist Teil meines Selbst, kontrolliert ohne bewusste Gedanken. Ich bringe Druck auf das Brett, es biegt sich durch, ich fahre auf der Kante, ich bringe das Tail nach unten, ich lasse es sliden. Meine Füße arbeiten und mein Körper befindet sich im Flow, Ich kreiere meine Kunst, in einem lebendigen Zusammenspiel mit der winterlichen Bergwelt.
Es ist Instinkt, aber ich lerne täglich Neues und entwickle mich weiter. Jede Abfahrt gibt mir die Chance besser zu werden, etwas mehr Druck auf die Kante zu bringen, tiefer in den Schnee einzudringen oder ein bisschen weiter zu fliegen.

Heute sind die Bedingungen fast perfekt. Die Schneebeschaffenheit ist konstant und das einzige was es heute zu tun gibt ist es, sich auf die kreative Linie zu konzentrieren, die wir fahren wollen.

Ich spiele mit dem Gelände, den "Windlips" und "Rollers", ich slide und gebe mir den ein oder anderen fetten Carve, bis meine Oberschenkel zu brennen beginnen, dann fahre ich rechts auf eine Schulter, von wo aus ich meine Gruppe und die weitere Abfahrt beobachten kann. Es ist ein wohl überlegter "Safety Spot", gut erreichbar und sicher vor möglichen Lawinenabgängen. Selbst wenn es blöd hergeht und jemand mitgespühlt wird, könnte ich Ihn von hier beobachten und seinen möglichen Punkt der Verschüttung eingrenzen. Wir könnten zu Ihnen hinunter fahren, ohne das Risiko, weiteren Schnee zu lösen.

Ich betone es nochmals, die Bedingungen sind stabil, so stabil wie sie sein können. Die unterschiedlichen Winkel des Geländes halten die Schneeschichten, das Risiko ist minimal und ich beobachte. Das einzige was ich sehe und höre sind, vor Freude brüllende, Splitboarder die tiefe Turns in den unversperrten Schnee ziehen.

Es geht weiter wie zuvor, doch wir kommen nach unten, also wird die Schneedecke vermutlich dünner, das Gelände enger, die Rinnen steiler und es wird Büsche geben.
Alles verändert sich, wenn Du in die Nähe des Tals kommst. Oben ist es immer kalt und die Bergwelt ist vom Wind, Schnee und Eis designed, das Gelände ist offen und sanfter. Weiter unten ist das Gelände von warmen Sommerthemperaturen beeinflusst. Schmelzwasser und Regen formen tiefe, steile Rinnen und Wasserfälle.
Im Winter können diese Rinnen und Wasserfälle zu Geländefallen werden und auch die Büsche können die ein oder andere unangenehme Überraschung bereit halten. Ich versuche ausserhalb der Rinnen und Wasserfälle zu bleiben und folge meinem Mantra "high ground is good ground", doch über die Jahre sind diese spannenden Ausfahrten zu dem "obligatorischen McNab Kommando Finish" geworden.

Die Berge sind halt nicht immer optimal zum Splitboarden geformt, was können wir machen?
Der nächste Treffpunkt wird zwischen zwei offensichtlichen Rinnen liegen, unter denen sich ein großes Feld der Möglichkeiten öffnet.

Und nochmals, das Gelände ist offen, also können wir Gas geben, floaten und fliegen, Alles verläuft nach Plan und wenn die anderen ankommen, schaue ich mir die unter uns liegenden Möglichkeiten an.
Von hier sehe ich eine Linie die uns zu dem nächsten Sammelpunkt auf einer Erhöhung bringt, von dort geht es weiter durch offenes Gelände mit wenigen Büschen, direkt zur Baumgrenze. Es sieht aus als wäre es ziemlich dichter Wald, doch ich weiss, dass es einen Sommerweg gibt, der uns nach unten bringt. Wir sind also richtig.

Die "Busch-Section" verspricht großen Spaß, der Schnee ist vor Wind und Sonne geschützt und bleibt kalt und frisch. Es ist klasse so schnell wie möglich durch die Büsche zu fahren, natürlich ohne sie zu berühren.
An der Baumgrenze sammeln wir uns und reduzieren das Tempo. Die Bäume sind groß und dicht, also ist die Schneedecke eher dünn. Wir fahren hintereinander durch den Wald, diagonal mit der Hoffnung auf den Sommerweg zu treffen.

Jetzt ist es nicht mehr weit, wir fahren den Weg hinunter bis ins Tal, direkt zu unserem Vehikel. Nacheinander kommen wir aus dem Wald und genießen die letzten Schwünge zur Strasse.

Alle sehen müde aus, doch das breite Grinsen in den Gesichtern sagt alles. Es war wieder ein unvergesslicher Splitboading Tag, für meine Gruppe ein tolles Erlebnis, das ihnen keiner mehr nehmen kann und für mich eine neue Abfahrt, die in Zukunft funktioniert.

Wir beladen das Auto und fahren zurück nach Chamonix. Alle sind müde aber gehyped von dem Splitboard Touring Tag im Gelände. Wenn meine Gäste die Planung für Ihr Abendessen beginnen, denke ich über die nächsten Tage nach.
Wenn dieses Gebiet heute funktioniert hat, kenne ich eine andere Tour, die vielleicht ebensogut, wenn nicht besser sein kann. Vielleicht ist es auch gut, hoch hinauf zu gehen, da sich die Schneedecke heute weiter gesetzt hat, es keinen Wind gab und auch kalt war.

Hmm, Entscheidungen, Entscheidungen, mein Kopf ist voller Ideen und ich mache unterschiedliche Pläne, Plan A, Plan B und Plan C. Wenn ich nach hause komme, werde ich mir die Wetterprognosen anschauen, die Windgeschwindigkeiten, die Windrichtungen und die Temperaturen. Ich bin ständig am Denken, Sehen und Lernen. Morgen ist ein neuer Tag.

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Ich bin ein Backcountry Snowboard Guide und das ist was ich mache.
 

mcnabsnowboarding.com


Safety Summary:

  1. Beobachte die Bedingungen, täglich, minutiös und wähle Deine Touren bedingt durch Deine Erfahrung und das was Du siehst.
  2. Beobachte und verstehe die Faktoren, die die Schneedecke beeinflussen: Wind Temperatur, Exposition, Höhe und Gefälle.
  3. Wähle Deine Aufstiegs- und Abfahrtslinie bedingt durch das Gelände, halte Ausschau nach sicheren Bereichen und kombiniere sie.
  4. Mach Dir Gedanken über den Druck, den Du im Aufstieg und bei der Abfahrt auf die Schneeoberfläche bringst. Halte Sicherheitsabstände wenn erforderlich und fahre einzeln wenn nötig.
  5. Behalte die Zeit im Auge und perfektioniere Dein Multitasking. Zeit ist Sicherheit, verschwende sie nicht.
  6. Setz Dir kleine Ziele in deinerTourenplanung und forme Aufstieg und Abfahrt in dem Du sie aneinander reihst. Analysiere Stück für Stück und bastele sie zusammen, anstatt nur von unten nach oben und oben nach unten zu denken.
  7. Beachte das Gelände und die Veränderungen der Schnee-Kristalle im Bezug auf die Höhe und den Untergrund, denn sie halten den Schnee zusammen.
  8. Zieh eine Kleidungsschicht aus, bevor Dir heiss wird und zieh eine Schicht an, bevor Dir kalt wird.
  9. Behalte die Schneedecke im Auge und spüre die Veränderungen durch Exposition, Gefälle, Temperatur, Sonneneinstrahlung und Wind, während Du unterwegs bist.
  10. Oben ist gut, wähle Deine "Safety-Spots" so, dass Du Dein Umfeld wahrnemen kannst und keinem im Weg stehst. Halt Dich fern von Rinnen und Wasserfällen, es sei denn Du kannst den Ausweg sehen.

Folge dem McNab Mantra:  - Look up (danger from above), Look down (dangers below/terrain traps etc), look all around (what's holding the snow you're standing/riding on in place)
 

Ein großes DANKESCHÖN an Neil McNab, für das Teilen seiner Erfahrung!



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