28 April 2013      

Alex Hoffmann ist zurück von seinem Marmot Rides Icleand Trip und berichtet uns was es in Island für Splitboarder zu erleben gibt.

Wenn man Island hört fallen einem vielleicht gleich Begriffe wie Wirtschaftsprobleme, Vulkane, Eyjafjallajökull, Songcontest … ein. Um Island mit Splitboarding zu verbinden muss man doch schon etwas „exotischer“ denken. Ich selber hab ehrlich gesagt auch nicht mit dem Gedanken gespielt, bis Marmot mich zum Marmot Rides Icleand Trip eingeladen hat. Natürlich hab ich gleich zugesagt und begonnen Google Maps zu durchforsten ob es dort überhaupt Richtige Berge gibt.

Island Splitboarding Panorama

Resultat -> schaut ganz OK aus. Also Sachen zamm packen, zum Flughafen und ab nach Island. Im Anflug auf Rekjavik durchgehender Sturm, beim Blick aus dem Fenster im Bus Richtung Norden praktisch kein Schnee, lebloses Land, Regen. Wars wirklich eine gute Idee? Bei der Ankunft in der Hafenstadt Akureyri gab es dann die ersten richtig positiven Erlebnisse. Sehr gemütliche Jugendherberge, extrem offene hilfsbereite Menschen und nicht wenig Schnee. In der Nähe von Akureyri kam ich dann zu meinen ersten Splitboardtouren auf die umliegenden Berge.

Landschaftlich einfach atemberaubend. Keine Menschen weit und breit, endlose Gipfel die nur drauf warten bestiegen zu werden und unten im Tal immer Fjorde. Von da an waren alle Zweifel weg. Island ist Wildnis pur mit endlosem Potential an Touren und Abfahrten die für 2 Leben lang reichen würden. Der einzige Wehrmutstropfen war, dass der Schnee durch den ständigen Wind und die tiefen Temperaturen zum Großteil hart bis pures Eis ist. Spätestens im ersten Eisfeld weiß man warum Island Iceland heißt.

Eis in Island

Dadurch sind die wichtigsten Teile die man bei Splitboardtouren in Island dabei haben sollte die Harscheisen. Und nach ein paar Abfahrten bekommt man auch ein Auge dafür welcher Weißton Eis ist und welcher fahrbar ist. Nachdem der Wind den Schnee überall raus bläst muss man nur suchen wo er ihn hin bläst und dann findet man auch dort richtig gute Bedingungen.

Pow im Eisland, Island vom Feinsten

Etwas schwieriger wird es mit der Beurteilung der Lawinen Situation. Wir haben keinen Lawinenlagebericht gesehen und ich bin mir auch nicht sicher ob es eine Beurteilung gibt. An einem Tag haben wir uns über die Situation unterhalten und beschlossen dass es mehr als sicher ist. Aber wie sehr man sich täuschen kann, vor allem wenn man nicht in einem Gebiet ist, dass man den ganzen Winter über beobachtet zeigte ein Nachmittag. Bis Mittag hatten wir jeder schon eine mehr als ruppige Abfahrt über kompakten Schnee und Eis gehabt um dann zu sehen wie aus der Nebenflanke sich von selbst ein Schneebrett löst und bis ins Tal donnerte. Trotzdem, die positiven Erlebnisse übertreffen alle Erwartungen. Das hiken über Fjorden, das Abfahren von einem Gipfel bis auf Meereshöhe um am Strand das Board abzuschnallen und den surfbaren Wellen im Ozean zuzuschauen, die Nordlichter in der Nacht, eine Erstbefahrung über der Hafenstadt Isafjördur in einer engen Rinne mit perfektem Powder, die unglaubliche Landschaft, die offenen gastfreundlichen Leute, …

Wer bereit ist für ein Abenteuer dem kann man Island nur empfehlen.

Tourengebiet um Akuregri: Von der Hafenstadt aus sieht man schon einige der anspruchsvollen Südost-Rinnen. Diese erreicht man entweder direkt von der Straße aus, indem man soweit wies die Bedingungen (Schnee, Steilheit) zulassen mit dem Splitboard aufsteigt und dann zu Fuß, bzw. Steigeisen weiter aufsteigt. Der Vorteil daran ist, dass man die Fahrbarkeit gleich erkennt. Denn nur wenige Linien gehen durch, was aber von unten (und auch von oben) nicht immer einsehbar ist. Als Alternative kann man auch von hinten rauf hiken. Eine gemütliche Tour die durch ein unberührtes Tal bei gemäßigter Steigung bis auf den Grat der Bergkette führt. Von dort aus erreicht man ohne weitere Höhenmeter alle Einstiege. Weitere Touren sind praktisch von überall von der Straße weg zu machen. Von offenen Hängen bis schmale Rinnen ist dort alles zu finden.

Copyright by Alex Hoffmann, Sponsoren Marmot und Arbor / Photografen: CK Kranebitter, Michael Neumann

Schaut Euch auch den Blog von Alex an