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Splitboarding in Canada

Canada Snow Trip -– ein Traum wird war!
5 Jungs, einige Snow- und Splitboards und ab geht’s von Mitte Februar bis Mitte März in das Land des Champagne Powders.
Zusätzlich zur Standardausrüstung sind wir mit ein paar Infos und Tipps eines Locals aus Whistler ausgerüstet. Kurz nach der ISPO geht der Flieger von München über London nach Vancouver.
Zwei Tage Sightseeing bei trübem Wetter und dann der Check-In in unsere motorisierte Wohnung einen Standard RV von cruisecanada.com.
Dieses Gefährt ist unser Zuhause für die nächsten 4 Wochen – sweeeet! In Whistler-Blackcomb angekommen beginnt unser „Road Trip“. 4 Snowboarder und ein Freeskier, alle heiß auf unverspurten kanadischen Pow im wohl bekanntesten Ski Gebiet der Welt. Bei den Liftpreisen wurden unsere Augen gleich doppelt so groß. Saftige $123 (incl. Tax) pro Person versüßen unseren ersten Tag auf den Brettern. Doch vom unverspurten Weiss gibt es keine Spur. Das Wetter ist gut doch der Schneefall blieb die letzten Tage vor unserer Ankunft aus. Nichts desto trotz machen wir das Beste daraus und haben saftigen Spaß auf den Pisten und im zerpflügten Backcountry.
Nach 2 Tagen Whistler und erheblich leichterem Geldbeutel geht es weiter über Sun Peaks – Silverstar – Big White - Apex bis nach Revelstoke.
In Big White werden die Splitboards ausgepackt und nach einem kurzen Testlauf und einem Lawinen-Training zur Auffrischung unserer Skills verabschieden wir unsere Freunde und fahren straight nach Revelstoke – Schneefall von 25cm im forecast. Mit diesen News heizten wir mit 30Liter Durchschnittsverbrauch (soviel zum Umweltschutz in Canda) zu diesem legendären Resort. Nach einer bösen Überraschung, bei der Ankunft am Abend – eine Gruppe junger Erwachsener mit gezogenen ABS Rucksäcken, begleitet von Polizei sitzt im Eingangsbereich der Liftstation. Wie sich später herausstellt hatte es einen der Gruppe erwischt und somit steigt unsere Sensibilität auf die Gefahren im kanadischen Backcountry.
Mit diesen Eindrücken und Lawinenwarnstufe 4 war uns klar – Irgendwo abseits der Piste / Out of bounderies zu splitten wäre ohne Guide nicht so clever und so fahren wir am ersten Tag bei teils starkem Nebel ein paar Tree Runs und die uns empfohlene, nicht so bekannte „North Bowl“ – die allerdings 80% der Leute im Skigebiet fahren – toller Geheimtipp! Dennoch: Gigantische Abfahrten in der breiten Bowl mit anschließenden Tree-Runs: was wollten wir mehr?! Nachdem uns eindringlich erklärt wurde – man dürfe hier gar nicht Splitten sondern erst wieder einige Kilometer weiter bei ausgeschriebenen Touren - waren wir enttäuscht und fuhren weiter nach Golden und Kicking Horse. Die Schneebedingungen lassen hier einiges zu wünschen übrig und so geht es nach langem hin und her zurück nach Whistler um endlich unsere Splitboard Touren zu machen. Gute 20cm Neuschnee sind für die kommende Nacht angesagt und verbringen die nächsten 8 Stunden auf der Strasse von Revelstoke zurück nach Whistler. Jetzt wissen wir auch wie die 123$ zu umgehen sind – mit einem sogenannten Backcountry Ticket. Um die „Lizenz“ zum Backcountry Riding zu bekommen muss man Ausweis, Fahrzeug, Nummernschild, Notfall Adresse und Telefonnummer hinterlassen sowie Felle, Stöcke, Splitboard, Schaufel – Sonde – und LVS Gerät vorzeigen. Dieses vergleichsweise günstige Ticket (ca. $55) erlaubt einem eine (!) Bergfahrt. Aufgrund der Lawinenwahrnstufe 3 wurde uns, als nicht Locals, von den steileren Hängen auf dem Blackcomb Glacier abgeraten. Auf der Homepage backcountryskiingcanada.com bekommt man schon einige Infos zu möglichen Routen über die sogenannten „Musical Bumps“. Nach ein paar sehr interessanten Infos der hilfsbereiten Jungs aus dem Arcteryx Shop in Whistler Village starten wir unsere Tour leider erst spät am Morgen (dank der genauen Datenaufnahme für das Backcountry Ticket bei allen Dreien) on Top of Whistler Peak.
Witzigerweise beginnt unsere Tour mit einer ca. 100 Höhenmeter Abfahrt ehe wir in ein kleines Tal gelangen und auffellen. Erstes Ziel war der Piccolo Summit, weiter über den Flute Summit bis zum Oboe Summit und über den Singing Pass Trail zurück.
Die Abfahrten waren richtig schön doch gibt es in Whistler, wie auch auf der Topographischen Karte ersichtlich keine klassischen 1000 Hm Hikes mit fetten Abfahrten. Stattdessen wird Summit für Summit gesplittet und befahren – was auch seinen Reiz hat.
Wie das sicher dem ein oder anderen von Euch auch schon passiert ist, wenn Touren zum ersten mal gemacht werden, haben wir die Ausfahrt zum Singing Pass verfehlt und finden uns an der bereits geschlossenen Liftstation Symphony Express wieder. Also ein weiterer Hike zum Harmony Express steht an und von dort auf der Piste zum Parkplatz.
Am nächsten Tag erwartet uns der Singing Pass von Whistler Village. Zwar haben wir uns die 55 Bucks fürs Backcountry Ticket gespart, dafür durften wir ca. 7 Stunden auf einem nicht wirklich angenehmen Weg (dem Singing Pass Trail) hinaufstapfen. Ständig durch Wälder, unter der Peak 2 Peak Gondola durch bis zur Ausfahrt vom Oboe Summit. Mit der Kondition am Ende fehlte uns die Motivation weiter auf den Oboe Summit zu steigen, oder zur Cowboy Ridge auf der anderen Seite (obwohl diese Abfahrt schon sehr verlockend aussah). Zurück gings also auf dem Anstiegsweg, der von Freeridefeeling weit entfernt lag, dennoch war es eine Herausforderung für Oberschenkel und Wadeln. Auf Whistler Seite ist das die einzige Möglichkeit zurück ins Whistler Village zu kommen wenn die Lifte bereits geschlossen haben.
Die Lawinensituation blieb gespannt und das Donnern der Sprengladungen dringt einem in die Ohren. Aus Sicherheitsgründen werden für die kommenden zwei Tage keine Backcountry Tickets verkauft. Die Entscheidung fällt uns diesmal leicht. 123$ sparen, kein Stress im überlaufenen Resort und dafür 2 schöne Tage im Wellness-Tempel verbringen und zur Abwechselung mal duschen.

Resumé: Kanada war ein Erlebnis dass wir keinesfalls missen möchten – keine Frage. Kanada ist teuer, das wussten wir zwar davor auch schon, aber nach 4 Wochen nagt es trotzdem am Studentengeldbeutel.
Splitboarding in den von uns besuchten Regionen ist eher schwierig, verglichen mit Deutschland, Österreich und der Schweiz gibt es hier wenig bis keine informativen Websites mit detaillierten Toureninfos – also für Entdecker gibt es viel zu tun.
In Whistler Blackcomb gibt es einiges – allerdings geprägt von dem 55$ Backcountry Ticket um dann den Zugang zu einigen Hügeln (wörtlich „bumps“) zu bekommen. Der Blackcomb Glacier hat tourenmäßig gefühlt mehr zu bieten, auch anspruchsvolle Touren mit längeren Anstiegen.
Noch ein Hinweis zum Thema Guide: Wenn man sich eine Guided Tour leisten will sollte man seine Erwartungen mitteilen - was will man erleben, wie gut ist das eigene Fahrkönnen und ganz wichtig: Wer ist noch in der Gruppe? Es kann passieren dass Leute dabei sind die zu Weihnachten ihr erstes Paar Ski bekommen haben und unbedingt mal abseits der Pisten fahren wollen weil Ihnen auf der Piste zu viel los ist. Also – Im Vorfeld alles genau abklären um dann mit einem Guide genau das zu finden, was dem gewöhnlichen Touristen verwehrt bleibt.