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Splitboarden in Plastikschuhen - Mein Versuch eines AT Setups

In der aktuellen eigenwilligen Zeit kommt man auf so manch blöde idee.

Ich kam 1999 zum Snowboarden und bin seither auch nicht mehr in Skischuhen gestanden, die klobigen, steifen Klötze an den Füßen haben sich aber dennoch so in meinem Kopf eingebrannt. Nun bin ich gerade in der vergangenen Saison immer wieder mit Leuten ins Gespräch gekommen die mit einem Hardboot-Setup unterwegs sind und das auch in vollen Zügen zu genießen (gerade im Aufstieg). Bindungtechnisch hat sich einiges getan, Phantoms und tech-toes machen einen großartigen Eindruck, einzig beim Boot hatte ich bislang so meine Bedenken.

Ich bin über Umwege and an weißes Nevado 169 von Konvoi gekommen, dass ich eigentlich parallel zu meinem bestehenden Kantar (mit Spark Surge) in der kommenden Saison testen wollte. Nun scheint dieses aber ein gutes Versuchskaninchen für mein Vorhanben zu sein. Bei der bindung habe ich nicht lange überlegt und auf die vielen Empfehlungen hin eine Phantom aus den USA georderd.

Lasset die Materialschlacht beginnen..
Ich hab's drauf ankommen lassen und mir von meinem Händler des Vertrauens ein Paar Dynafit Speedfit (TLT6 "Nachfolger") und Scarpa Alien RS bestellt.
Am Freitag angekommen fielen die Dynafit schon bei der ersten Anprobe sowohl in der Passform, als auch vom Skischuh-Faktor (was sind das für nervige und klobige dinger.. und die schnallen, Gott ist das furchtbar..) durch. Die Mods die man dazu im Netz findet schneien da auch nur in einem großen Kompromiss zu enden. Ich hatte offengsagt sowieso hemmungen einen neuen Boot zu zerschnedien ohne ein Zurück.

Nach diesem persönlichen Rückschlag suchte ich nach Alternativen und bekam den Tipp mir mal die Scarpa Alien RS anzusehen. Sahen interessant aus und haben wenigstens ein verschraubtes Gelenk um die Sache einfach für Mods zu zerlegen. Die kamen am Montag an und scheinen unerwarteter Weise (nach dem persönlichen Dynafit-Reinfall wollte ich die Erwartungen dämpfen) tatsächlich eine Option zu sein.
Ein- und Ausstieg klappen tadellos, das BOA um den Rist bietet guten Halt und auch der Rest hält zusammen, ohne dabei grob unangenehm zu sein. Da ich mir etwas technisches Geschick, sowie zugang zu CAD und räsmaschinen unterstelle, war der Plan gestern eigentlich das Gelenk auszuhebeln und mit Bushings etwas weicher zu bekommen. Zudem wollte ich mir einen Dämpfer à la Phantom's "link levers" bauen um alles etwas mehr flexen zu lassen.

Der Boot hat keine Zunge im herkömmlichen Sinn gehört sowieso zur weicheren Sorte (was immer noch recht tight ist, im Vergleich zum Softboot)
Es stellte sich heraus, dass es noch viel einfacher ging. Hat man den Boot einmal zerlegt (Die Schrauben im Gelenk möglichst mit einem Lötkolben erwäremen um den Schraubensicherungslack weich zu bekommen), zeigt sic in der oberen Schale (die mehr oder weniger wie ein Highback geformt ist) um den Knöchel ein Stahlbügel, der als seitliche Verstärkung wirkt. Wenn man diesen entfernt können sich die Gelenke freier bewegen und etwas flexen, was dazu führt, dass der Boot inklusive der oberen Verschnürung seitlich arbeiten kann, nach vorne etwas dämpft und dabei nach hinten aber auch guten Support bietet. Kurzum fühlt sich die Sache wirklich seeehr nah an meinem Softboot-Setup und fühlt sich im Trockenen sogar einen ticken harmonischer an - ob man's glauben will oder nicht..
Der "Mod" dauert pro Schuh keine 10 Minuten und ist jederzeit wieder rückgängig zu machen, mehr hätte ich mir nicht wünschen können.

Die Phantoms kamen gestern an und ließen sich absolut unspektakulär und anstandslos montieren (was für ein einfaches und zugleich geniales System..) - In Summe hat man gut 1,5kg weniger am Fuß im Aufstieg...

Ich bin nun wirklich etwas angefixt, positiv überrascht und freu mich aufs Testen (auch wenn es leider danach aussieht als würde es noch ein paar monate dauern..)

Zum Abschluss noch ein paar Bildchen und ein kleines Flex-Video: https://youtu.be/htkAh0lCgAA

Sofern's jemanden interessiert kann ich Dir noch ein paar Details zum Boot-Mod zusenden. Es scheint, als wäre ich niht der einzige, der mit diesen Gedanken spielte.

Cheers,
Dennis

Danke!

Danke für diesen informativen Bericht und die Bilder! Scheint wirklich mal ein unkomplizierter Weg (ohne viel Basteleien) zum Hardboot-Setup zu sein.
Bei meiner Touren-Aktivität (1 Tour in den letzten 2 Saisons) muss/sollte/darf ich mich aber nicht nach neuem Material umschauen...