05 October 2016    

In der vergangenen Saison haben wir wieder fleißig die neuen Splitboards für diesen Winter getestet und möchten Euch hier die Gewinner unseres unabhängigen Splitboard Tests vorstellen. Also die fünf Boards, die wir mit der Splitboarding Editors Selection 2016-2017 auszeichnen.

Bevor wir zu den selected Boards dieser Saison kommen, hier erst noch eine Beschreibung wie wir bei unseren Tests vorgehen und worauf auch Ihr achten könnt wenn Ihr selbst ein Splitboard vor dem Kauf ausprobiert. Dazu habt Ihr beispielsweise beim Split&Relax reichlich Gelegenheit.
Fragen, Anregungen, Kommentare und Eure Erfahrungen sind wie immer herzlich willkommen, Du kannst direkt hier unter dem Artikel oder auf den Seiten der jeweiligen Splitboards kommentieren.

Splitboard Testmethodik:

Die Boards in unserem unabhängigen Splitboard Test wurden auf Touren und beim Freeriding getestet um einen möglichst breiten Eindruck von den Aufstiegs- und Fahreigenschaften zu bekommen.

Die Schneebedingungen wechselten dabei von Hardpack über Pulver zu Sulz und auch unter verschiedensten Pistenbedingungen haben wir ausgiebig getestet. Bei den Backcountry Touren variierte das Terrain von gemütlichen, sanften Aufstiegen bis hin zu anspruchsvollem Splitboard Mountaineering.
Unser internationales Testteam besteht aus unabhängigen Splitboardern mit einem Gewicht bei den Jungs zwischen 70 und 100 kg. Alle sind seit vielen Jahren mit dem Splitboard unterwegs sind und wissen daher genau worauf es beim Splitboard Touring ankommt (Aufstiegsperformance unter allen Bedingungen, Fahrperformance bei allen Gegebenheiten, Haltbarkeit und Handling).

Wir wurden immer wieder mal gefragt, warum wir keine "Special Awards" vergeben?

Ganz einfach, um das Testergebnis nicht plakativ zu verfälschen!  Die von uns getesteten Boards müssen in allen Disziplinen bestehen und da zudem jeder Tester seinen persönlichen Fahrstil hat, ist es uns unmöglich z.B. "ein bestes Freestyle"-Splitboard zu krönen. Hierzu dürften ausschließlich Freestyle Boards von Freestylern im direkten Vergleich beim Freestylen getestet werden. Für die Praxis im Backcountry ist das kein realistisches Bild. Hier sind vor allem Allround Qualitäten gefragt, wobei natürlich die besten Einsatzbereiche je nach Shape, Vorspannung und Flex differieren.

Die Fünf, als Splitboarding Editors Selection gewählten Boards, bestechen durch die beste Allround Performance. Splitboarding Editors Selection 2014/15Kombiniert Ihr das mit dem bevorzugten Einsatzbereich und Euren speziellen Vorlieben findet Ihr so Euren persönlichen Testsieger.

Die Aufstiegs- und Fahrtests wurden mit der SP-Splitboard Bindung und der Spark Surge durchgeführt.

Die Boots im Test waren von Deeluxe und Fiwell die Boot-Tests findet Ihr unter Test & Reviews.

Alle Boards wurden mit 70-30 Mix-Fellen von Kohla getestet.

Impressionen Splitboard Test 2016-17

Splitboard Test Impressionen 2016-17

Damit Ihr Euch ein gutes Bild von den unterschiedlichen Eigenschaften der Boards machen könnt, ist der Test in verschiedene Kategorien unterteilt. So fällt es Euch leichter das perfekte Splitboard für Eure Vorhaben zu finden. Dies sind auch die Punkte worauf Ihr selbst beim Ausprobieren eines Splitboards achten solltet damit Ihr später gut damit zurechtkommt.

  • Riding Style/Flex: Beschreibt die Ausrichtung des Splitboards, ob es eher Powderlastig, Allmountain, Speed oder Freestyle orientiert ist. Die Angabe des Flex gibt unseren subjektiven Eindruck wieder.
     
  • Riding Performance: Hier bewerten wir die Fahreigenschaften der Splitboard Modelle anhand der wichtigsten Faktoren im Splitboarding, Agility (Wendigkeit) und Kantengriff.
     
  • Uphill Performance: Das Wichtigste im Aufstieg ist beim Splitboarding ein gutes Fell (im Test alle mit einem 70/30 Mixfell von Kohla), guter Kantenhalt beim Queren, guter Zug nach vorne (das Board sollte sich nicht wie eine Kompassnadel auf dem Schnee drehen, sondern sauber nach vorne ziehen - der Vorwärtszug bzw. die Traktion ist im Parameter Traversieren integriert) und ein geringes Gewicht. Bei einem etwas schwergewichtigeren Board kann man das aber leicht an anderer Stelle z.B. im Rucksack reduzieren.
     
  • Features: Da Splitboards meist eine etwas größere Investition sind, halten wir auch das Finishing für sehr wichtig. Abgesehen davon, wenn wir unseren Spaß in der Natur haben, sollte auch ein Beitrag zum Umweltschutz geleistet werden. Somit wird auch die Sustainability zu einem Kriterium.
     
  • Statement: Die Fahreigenschaften des Boards in wenigen Sätzen zusammengefasst, bei den i.d.R. mehreren Testern, die ein Board auf dem Prüfstand hatten, ist es ein gemeinsames Fazit das aufgeteilt in Aufstieg und Abfahrt präsentiert wird. Sowohl die Schneebedingungen bei den Tests haben wir festgehalten, als auch die Boots und Bindungen die wir im Test benutzt haben.

 

Splitboarding Editors Selection 2016/2017

Splitboard Riding Style Testergebnisse

Amplid Milligram 16-17

Alt
Freestyle, 70%
Allmountain, 90%
Powder, 80%
Speed, 80%
Das "one for everything" Splitboard, mit echtem Snowboard Fahrgefühl.
Riding, 90%
Uphill, 90%
Features, 85%
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Für ein Carbon Splitboard ist das Miligram recht weich, doch die Abstimmung und Progression beim Fahren machen es zu Deinem verlässlichen Begleiter bei jeder Art von Backcountry-Touring. Am liebsten mag es allerdings hoch, weit und anspruchsvoll, denn hierbei spielt das geringe Gewicht die größte Rolle. Es ist eins der vielseitigsten Splitboards am Markt.

Arbor Bryan Iguchi Pro Split

Alt
Freestyle, 70%
Allmountain, 80%
Powder, 90%
Speed, 80%
Top Board, die Camber gibt Pop und Traktion
Riding, 80%
Uphill, 75%
Features, 70%
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Aufstieg: Das Bryan Iguchy Pro ist mit seinen ca 3,1kg etwas leichter als sein Bruder Coda. Die Performanz ist dank der Camber auch besser und wird  weiter durch den "Parabolic" Shape (Reverser Radius zwischen Bindung und Kontaktpunkten) unterstützt hiermit traversierst Du sicher auch in hartem und steilerem Gelände. Wird es tiefer, kommt die Nose nach oben, durch die kleine Aussparung am Tail sinkt es ein wenig ab, wenn auch weniger als ein Fish aber genug um den Aufstieg zu erleichtern. Auch die Balance ist gut.

Elan Wave Strider

Freestyle, 50%
Allmountain, 80%
Powder, 90%
Speed, 70%
Snowboard- und Ski-Knowledge kombiniert zu einem hervorragenden Backcountry Split.
Riding, 80%
Uphill, 80%
Features, 75%
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Aufstieg: Das Elan Wave Strider ist neu und hat uns schon bei den ersten anspruchsvollen Aufstiegsmetern beeindruckt. Wie auf Schienen ziehst Du Deine Spur und hast sehr guten Halt auf der Kante. Es ist relativ leicht, was sich natürlich auch positiv im Aufstieg bemerkbar macht. Man merkt, dass Elan sein Skitouring Wissen in das Wavestrider Split eingebracht hat.

Jones Solution Split 16-17

Alt
Freestyle, 70%
Allmountain, 80%
Powder, 90%
Speed, 70%
Wie bereits bekannt ein Top Splitboard, dieses Jahr mit optimierten Finishing!
Riding, 80%
Uphill, 80%
Features, 80%
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Der massive Rocker des letzten Jahres wurde etwas reduziert, doch in der Vielseitigkeit hat das Solution nichts eingebüßt. Es hat dadurch an Stabilität auf der Kante gewonnen. Die Kanten und Alu Protektoren an Tip und Tail wurden auf ein Minimum reduziert, ohne Stabilität einzubüßen. Die Löcher im Belag sind beseitigt und die Magnet Traction auf der Innenseite wurde etwas verstärkt, was den Zusammenhalt der Boardhälften stärkt.

Pogo Venado Split

Alt
Freestyle, 55%
Allmountain, 85%
Powder, 95%
Speed, 75%
Boom-Yeaa, Pogo hat mit dem Venado einen Winterhirschen kreiert mit dem Du aufsteigst wie ein junges Reh und bei der Abfahrt vor Inbrunst röhrst.
Riding, 85%
Uphill, 80%
Features, 95%
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Kritisch sind wir an das neue Board von Pogo herangegangen. Kurz für ein Pogo,  recht breite Nose, dezente Camber starke Tailierung und mittlerer Flex. Naja, mal sehen was es kann hat schon einen ziemlich einzigartigen Shape.