02 January 2017    

Einzigartiges Gelände, wahnsinns Eindrücke und feinster Pulver im Toten Gebirge in der Steiermark.

Im Dezember 2016 sah es mit dem Schnee mal wieder ziemlich mau aus. Trotzdem wollten wir uns an Silvester nicht dem üblichen treiben wie Raclette, Fondue oder Bleigießen hingeben. Wir wollten etwas erleben. Nach längerer Recherche fiel unsere Wahl dann auf die Steiermark, genauer gesagt die Nördlichen Kalkalpen in den Ostalpen - das Tote Gebirge. Hier gab es ca. 50 cm Neuschnee mit Wind. Keine Ahnung auf was wir uns einlassen. Fest stand nur, es wird etwas Besonderes, denn sehr splitboarderfreundlich ist diese Region nicht.

Somit sind wir am Freitag den 30ten aufgebrochen und tatsächlich konnten wir auf ca. 700 Metern, direkt vom Parkplatz lossplitten. Cool, denn der Winter in unserer Tourenregion Tirol blieb bis dahin aus. Nach der Montage unserer Testboards ging es um 12.30 Uhr los. 4 Stunden Aufstieg zur Pühringer Hütte war der Plan. Nachdem es ein gemütlicher Spaziergang werden würde, hatten wir es nicht eilig und haben uns Zeit für Fotos und die ein oder andere Filmaufnahme genommen, denn es glitzerte überall so schön, so wie wir es in der Saison 2016/17 bis dato noch nicht erlebt hatten.

Hmm, irgendwie ist das doch ziemlich weit und unser Silvestergepäck trug sich auch etwas schwerer als erwartet. Naja, geben wir etwas Gas, um noch vor Einbruch der Dunkelheit auf der Hütte zu sein. Gesagt getan, doch als es Dunkel wurde, kurz hinter dem Langgangsee kamen wir dann an einem Schild vorbei Pühringer Hütte 45 Minuten. OK, dann machen wir doch eine Pause, essen etwas und dann geht es gemütlich weiter. Grrr, wir wollten dieses Jahr doch keine Nachtaktion, hatten wir ja 2015-16 schon. Das Gelände entpuppte sich dann als etwas schwierig, viele Hügel, Felsen kleine Schluchten, naja es war im Dunkeln kaum möglich den Weg zu finden, auch wenn dieser gut markiert ist. Bei Tageslicht alles locker, doch im Dunkeln holten wir dann immer wieder unsere Papierkarte raus, denn der Handyempfang war bereits abhandengekommen und somit unsere elektronisch unterstütze Navigation. Es ging permanent Auf und Ab, hier ein Hügel da eine Grube, ohh ein Karstloch, eine Doline - was ist eigentlich der Unterschied. Karte raus wo sind wir? Ja das ist die Schlucht, ist deutlich eingezeichnet, da geht es lang, eindeutig, das ist der Weg. Komisch keine Markierungen, sieht doch aus wie ein Weg, hmm Weg zu Ende wieder ein steiler Hügel, den man mit Splitboards unter den Füßen kaum bewältigen kann, gut geschafft, uii ein Loch, Kompass raus sind wir noch in der richtigen Richtung unterwegs? So ging es dann noch eine ganze Weile, bis wir nach ca. 7 Stunden die Hütte erreichten. Wieder mal erfahren - im Dunkeln kann ein doch recht einfacher Zustieg einige Hindernisse in sich bergen.

Totes Gebirge Übersicht

Es waren bereits drei Personen da also keine 30 Personen wie initial erwartet. Kein Wunder bei dem Zustieg. Der Vorteil, die Hütte war bereits geheizt und die tschechische Familie sehr freundlich und zuvorkommend, nicht wie im vergangenen Jahr auf der Müllerhütte im Stubaital. So jetzt erstmal Essen und dann ins Bett.

Am 31.12.16 ging es morgens bei geschmeidigen -23 ° Celsius los. Auf der Karte sieht es aus als könnten wir auf einem Kamm hinüber zum Hochkogel gehen. Doch um den Kamm zu erreichen waren wir auf Grund der Schneelage dazu gezwungen unzählige Schlangenlinien zu gehen, um einen Weg durch die Latschen zu finden. Auch hier ging es weiter mit Hügeln, Felsen und zum Teil sehr tiefen Löchern. Spannend! Die Landschaft ist faszinierend, ganz anders als in allen Gebirgen, in denen wir bisher unterwegs waren. Eine Mischung aus Mond, Mars und Winter Wonderland in prächtiger Vollendung - wunderschön, nee einfach geil!!!

Den Latschengürtel hinter uns gelassen ging es dann in hochalpinem Gelände auf ca. 2000 Metern weiter. Das Gelände ist übrigens perfekt um Spitzkehrentechnik, sauberes Aufkanten und andere Finessen des Splitboardings zu vertiefen. Wir erfreuen uns an der Natur, an der großartigen Vielfalt und Besonderheit dieser Region und fragen uns immer wieder, wie denn so eine Landschaft entstehen kann. Wir finden keine Erklärung also verbleiben wir mit dem Satz, können wir ja bei Gelegenheit nachlesen. 

Kurz vor dem Gipfel des Hochkogels erblicken wir eine unglaubliche Wall, wunderschön - geradezu faszinierend. Sie hat ein Gefälle von ca. 45-50°, wenn es doch bloß nicht so weit wäre diese Wand zu erreichen! Abgespeichert - vielleicht ein Projekt für die Zukunft! 

Totes Gebirge Übersicht 2

Unsere tschechischen Freunde waren auf dem Elm, der sich nicht besonders zum Splitboarden und Skifahren eignete (bedingt durch den starken Wind an den Vortagen war der Elm recht abgeblasen), doch da sie für Wettkämpfe im Orientierungslauf trainierten, nahmen sie ihn vor der Besteigung des Hochkogels noch kurz mit, um uns dann am Gipfel zu treffen.

Unsere Abfahrt war super, feinster knietiefer Pulver mit dem ein oder anderen Hai, der lauerte. Etwas Latschen-hatschen und dann waren wir zurück auf der Hütte. Für die derzeitigen Bedingungen, dass Beste was wir hätten machen können, abgesehen von Klettern oder Radelfahren.

Es ist 19:00 Uhr, als weitere vier Menschen die Hütte erreichen. Eine Crew von Bergläufern, die mit Tourenski kamen um Silvester auf der Hütte zu feiern. Jawoll, jetzt sind wir zu neunt und freuen uns auf einen guten Start in das Jahr 2017. Essen, trinken, quaseln und dann gingen die meisten voller Zufriedenheit noch vor 24:00 Uhr ins Bett.

Der 1.Januar 2017 begann mit einer angenehmen Kälte von -26° Celsius, verglichen mit der Kälte am Vortag war sie geradezu freundlich. Ahaa, das liegt wohl an der großen Menge an Lebensmitteln, die wir am Vortag zu uns nahmen und auch an den Teemengen, die wir uns zu Gemüte führten. Krass, was die Nahrungsaufnahme im Gebirge für eine Wichtigkeit hat, wieder mal dran erinnert.  

Bei bestem Wetter treten wir den Rückweg an, zufrieden und relaxed denn wir hatten mal wieder das Bestmögliche aus den Silvestertagen herausgeholt.

Tourenregion: Totes Gebirge, Steiermark

Tourenmöglichkeiten: Elm, Hochkogel, Neuner-, Zehner- und Elferkogel, Großer Priel, ...

Festzuhalten ist, dass es ca. 200cm Schnee braucht, damit es auch zum Splitboarden richtig cool ist.

Karte: Alpenverein - Totes Gebirge, Mitte: Wege und Skitouren - 1:25.000 15/2

Totes Gebirge Riding



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