02 February 2016    

Wer hat ihn nicht, den Traum sich ein eigenes Splitboard zu bauen? Nicht ein Board selber splitten, sondern sich den kompletten Shape zu designen. Doch das ist nicht alles, der Shape kann variiert und optimiert werden bis die Powdermaschiene perfekt auf Deine Wünsche angepasst ist!

Ich habe mir schon lange Gedanken über einen eigenen Powder Shape gemacht. Nachdem ich von dem Amplid Blank Plank Projekt erfuhr war mir klar, da mach ich mit.

Endlich ist es soweit. Treffen im Backyard Austria, ein gemütliches Abendessen mit der Crew und dann gibt uns Peter Bauer, Eigentümer von Amplid und deutsche Snowboard Legende, eine Einführung in die Produktion von Snowboards. Mirko, vom Projekt Sanchez, ein Surfboard Shaper aus Barcelona erklärt uns wie Surfboards gleiten und was es mit dem Volumen auf sich hat. Somit sind alle vorbereitet sich am nächsten Tag Ihre Traumplanken shapen zu können. Mit ein paar Getränken und den üblichen Fachsimpeleien klingt der Abend gemütlich aus und am nächsten Morgen treffen wir uns zum stärkenden Frühstück in der Küche des Backyards wieder.

Jetzt geht es los, zunächst wird auf einem Din A4 gezeichnet, dann wird der Shape auf Pergamentpapier übertragen und zu guter Letzt auf das rechteckige Blank Plank. 

Ich finde die Idee cool den Shape anpassen zu können,  also habe ich mein Board so entworfen, dass möglichst viel Material bestehen bleibt. Denn Absägen oder Wegpfeilen ist einfacher als Drankitten.

Ok, bei mir geht es natürlich um ein Splitboard ohne Kanten. "Ist das nicht scheiße im Aufstieg?" ist eine der ersten Fragen mit der ich konfrontiert werde. Mein Gedanke ist, wenn ich Kanten brauche habe ich mein normales Splitboard und wenn ich die "Blank Plank Power Maschine" auspacke brauche ich keine Kanten. Reverser Sidecut? Wäre cool, wie ein echtes Surfboard, doch sind diese Dinger leider auf der Piste oder im "Nichtpulver" unfahrbar. Und da man in unseren Breiten bzw. auf den Touren die mir zur Nutzung des Blank Plank ad hock einfielen sogut wie immer ein Stück Piste, Ziehweg oder ausgefahrene Stellen zu überwinden hat, fiel diese Variant schnell raus.

Trotz fehlender Kanten soll es gut im Aufstieg sein, also war die Form recht schnell klar. Eine extravagante "Summit-Nose" und Aussparungen am Tail, damit es besser absinkt und die Nose nach oben heraus kommt.

Blank Plank 3er

Gedacht - gezeichnet - getan! Uff, vor getan ging es darum ein nagelneues wunderschönes und jungfräuliches Plank zu zersägen. Hoffentlich geht das gut. Etwas nervös wird die Kreissäge angeschmissen und das Board im ersten Schritt gesplittet. Der Puls steigt, doch nach den ersten Zentimetern ist klar, da wird nix hin! So, jetzt zur Stichsäge und Form geben. Hier kann man schon einiges krumm und schief sägen aber auch das ist mir, als Nichttischler ganz gut gelungen. 

Weiter gehts mit dem Hobel, denn es soll ja eine Tailierung bekommen. Das ist besser zum Kurvenfahren hatte ich mir sagen lassen und auch das ein oder andere, mehr oder weniger taillierte Brett hatte ich dann doch schon unter den Füßen. Wo gehobelt wird fallen Späne oder knarrt das B(r)ett. Die eine Hälfte ist nach einer ordentlichen Hobelsession in Form und nun gilt es die andere Hälfte identisch zu machen. Ich spanne die Boardhälften anständig ein und setzte den Bandschleifer an. Ngeee, Ngeee, Ngeee so ähnlich klingt das Ding und die unbearbeitete Hälfte passt sich immer mehr der bereits in Form gebrachten Hälfte an. Nach ein paar Stunden war es dann soweit. Mein BlankPlank ist fertig und wartet jetzt auf die Hooks und die Tage mit genug Powder um ordentlich rangenommen zu werden.

Infos über das Fahrverhalten kommen, sobald ich das Ding unter den Füßen hatte. Aber eins steht fest, es ist ein riesen Spaß und jeder der tiefer im Splitboarding steckt sollte das mal gemacht haben.

Ein Dankeschön an die Crew von Amplid und Mirko von Project Sanchez und natürlich Jürgen und Chris vom Backyard Austria für das geniale Essen, das Barbecue und das Erhizen des Hot Tub`s und an alle die dabei waren, denn es bereitet mir immer wieder Freude neue Menschen kennenzulernen.

Alle Amplid Snowboards und Splitboards werden in der vielleicht umweltfreundlichsten Fabrik der Welt, in Österreich gefertigt.

THE MOTHERSHIP