29 October 2016    

Im Februar 2016 passten die Bedingungen für eine Splitboard Winterbesteigung des imposanten Hochvogels. Im Sommer ein beliebtes Ziel, ist er im Winter jedoch nur sehr selten begangen. Eindrücke und Bilder einer einsamen Tour in den Allgäuer Alpen.

Winterbegehung von Johannes Heel und Sophia Neuner

Der Hochvogel ist mit 2592m einer der höchsten Berge im Allgäu. Er liegt direkt auf der Grenze zu Österreich und kann sowohl vom Allgäu aus, als auch vom Lechtal begangen werden.

Hochvogel und Kreuzspitze from Northeast
Hochvogel und Kreuzspitze von Nordosten By Kauk0r (Own work) [CC BY-SA 3.0], via Wikimedia Commons

Aufgrund Schneemangels in Tirol und relativ guten Bedingungen im Februar im Allgäu ging es spontan nachmittags von Innsbruck nach Hindelang und von dort aus nach Hinterstein. Mit Ach und Krach haben Jojo und ich den letzten Bus von Hinterstein ans Giebelhaus bekommen. Merke für alle, der letzte Bus laut Fahrplan fährt nur im Sommer oder zur Hauptsaison.

Ab dem Giebelhaus läuft man erstmal eine ganze Zeit ins Bärgündele Tal bis man dann endlich Richtung Prinz-Luitpold-Haus (1846m) abzweigt und aufsteigt. Als wir am Prinz-Luitpold-Haus angekommen waren, war es bereits stockfinster. Im gemütlichem Winterraum (eigenes Hüttchen!) einen feinen Abend verbracht, ging es am nächsten Tag beim erhofften gutem Wetter und zum Glück nicht zu warmen Temperaturen, los Richtung Hochvogel.

Aufbruch vom Prinz-Luitpold-Haus

Zunächst steigt man auf bis zur Balkenscharte auf, diese war teilweise schneefrei. Dann sind wir auf recht feinem Schnee in Richtung Fuchsloch abgefahren um dann wieder zum kalten Winkel aufzusteigen. In Aufstieg Richtung kalten Winkel konnte man sich schon auf die Abfahrt freuen! Oben in der Scharte haben wir ein Skidepot eingerichtet und sind dann weiter Richtung Gipfel. Nach dem „Schnürle“ war der Weg teilweise recht heikel und Konzentration war angesagt. Es wird stets über Absturzgelände in Schwimmschnee gegangen.

Unterwegs im Schwimmschnee

Durch gegenseitige Motivation haben wir es jedoch bis zum Gipfel geschafft! Und die erste Winterbegehung 2016 gemacht!

Hochvogel Gipfel

Nachdem das heikle Schwimmschneestück auch wieder abgekraxelt wurde und alles glatt gelaufen war, hatten sich auch die Nerven wieder entspannt. Ab jetzt gab es eine feine Abfahrt, mit einem kurzen Aufstieg wieder Richtung Balkenscharte.

verdiente Abfahrt

Die Hänge um die Fuchskarspitze luden eigentlich zu mehr ein. Bei Schnee bieten Berge einfach so viel Potential…
Doch der Bus gab mal wieder einen Zeitdruck vor. Nach einem Kaffeepäuschen an der Hütte ging es durch Faulschnee (Schnee welcher bei sehr warmen Temperaturen auftritt und einen auch bergab anschieben lässt) weiter hinunter. Leider konnten wir so das verspielte Gelände nicht so ideal ausnutzen.

Nach einer guten Zeit in den schönen Allgäuer Bergen haben wir dann glücklich das Giebelhaus erreicht und uns wieder auf die Heimreise gemacht.