30 October 2016    

Du hast ein oder zwei Wochen frei und möchtest mal wieder einen Trip in die Ferne unternehmen, weil deine letzte Reise schon eine gefühlte Ewigkeit her ist? All deine Freunde und Splitboard-Buddies sind gerade mit anderen Dingen beschäftigt? Du stehst also vor der Wahl, eine Reise zu buchen oder alleine loszuziehen bzw. auf eigene Entdeckungstour gehen. 

Bei TUI lässt sich dein Splitboard-Trip nicht buchen, aber glücklicherweise gibt es mit Elooa einen Anbieter, der sich auf Snowboardreisen aller Art spezialisiert hat. Um herauszufinden, was am besten funktioniert, war mein Trip zweigeteilt: Die erste Woche war eine gebuchte Reise über Elooa, wo alle wichtigen Dinge wie Hotel, Taxi-Transfers und Bergführer organisiert waren. Die zweite Woche war dann der abenteuerlichere Teil, um herauszufinden, ob sich Splitboarden in Georgien auch auf eigene Faust organisieren lässt.

Nach Georgien

Meine Reise startet Anfang Februar am Münchner Flughafen, wo ich K2/BCA-Teamfahrer und Eloaa-Guide Berni zusammen mit Freundin Michaela treffe. Beide kommen in dieser Nacht aus Salzburg. Die erste Herausforderung: Den Lawinenairbag durch den Check-in bekommen. Der Angestellte am Schalter von Turkish Airlines hat keinen Plan davon. Ich händige ihm den notwendigen Papierkram aus: Datenblatt von ABS, E-Mail-Erlaubnis von Turkish Airlines, IATA-Gefahrgutvorschriften-Tabelle einmal in Englisch und einmal in Russisch, falls es vor dem Rückflug Probleme in Tiflis gibt. Nach einigen Telefonaten später passiert der Rucksack endlich die Sicherheitskontrolle und ich bin erleichtert, dass ich den Airbag nicht schon in der Abflughalle auslösen muss, um ihn mit ins Flugzeug zu nehmen. In Istanbul treffen wir dann noch auf Pete und Philipp aus Basel. Nun ist Splitboard Team Österreich, Schweiz und Deutschland vollständig!

Gemeinsam kommen wir am Flughafen von Tiflis an. Davor patrouillieren Polizeibeamte auf Segways mit Maschinengewehren. Nicht gerade das Bild, dass ich von Georgien im Kopf hatte, aber lustig anzuschauen ist es schon. Unser Fahrer wartet bereits am Flughafen; los geht es in einem kleinen Van auf die letzten 130 Kilometer in den Norden von Georgien nach Gudauri. In unserem Hotel, der Gudauri-Hut, treffen wir zum Abendessen noch Ilia unseren Bergführer für die kommende Woche. Stoisch beantwortet er all unsere Fragen. Gibt es genügend Schnee? Wie schaut es gerade mit der Lawinensituation aus? Gibt es ein Lawinenbulletin? Welche Nummer im Notfall wählen? Plan für morgen? Der Kaukasus ist ein 1100 Kilometer langes Hochgebirge zwischen dem Schwarzen und dem Kaspischen Meer und bietet ein riesiges Potential zum Splitboarden und Winterbergsteigen. Leider sind viele Länder des nördlichen Kaukasus wie zum Beispiel Inguschetien, Dagestan, Tschetschenien, Südossetien oder Abchasien aufgrund der heiklen Sicherheitslage dort schwer zu bereisen. Für Georgien dagegen benötigt man kein Visum, muss sich nicht mit korrupten Polizisten herumärgern und die Chancen, ausgeraubt zu werden, liegen bei nahezu Null.

Eine einfache Aussichtsplattform war zu Sowjetzeiten nicht ausreichend, weswegen man dieses Monument in der Nähe von Gudauri baute.

In der Mitte des Kaukasus verläuft die Georgische Heerstraße, der einzige ganzjährig befahrbare Übergang in Nord-Süd-Richtung zwischen Georgien und Russland. Etwa 30 Kilometer vor der russischen Grenze befindet sich auf 2100 m Gudauri mit dem größten Skigebiet in Georgien. Die Lifte starten um 10 Uhr und haben bis 16 Uhr - am Wochenende auch bis 17 Uhr - geöffnet. Der größte Teil des Skigebietes ist recht flach und bietet jede Menge 20°-Hänge mit südlicher Exposition, die bei Schneefall recht schnell durchgepflügt werden. Interessant ist der oberste Lift der dich auf 3200 m befördert. Denn dort beginnt der eigentliche Spaß, man erreicht in kurzer Zeit den Kobi-Sattel (2980 m), den Gipfel des Bidara (3174 m) sowie den Gipfel des Sadzele (3307 m). Alle Punkte bieten unzählige Freeride-Varianten mit über 1000 Tiefenmetern. Während in Europa alle Straßen nach Rom führen, verlaufen in Gudauri alle Splitboardtouren und Freeride-Varianten zur Georgischen Heerstraße, sofern man nicht die falsche Abzweigung nimmt, um im Nirgendwo zu landen. Hat man jedoch alles richtig gemacht, trifft man wieder auf die Heerstraße, wo man ganz einfach per Anhalter oder Taxi wieder ins Skigebiet zurückfahren kann.

Gudauri Panorama von Norden gesehen.

Erste Tage in Gudauri

Der erste Tag bescherte uns schlechte Sichtverhältnisse und erlaubte nur einige Runden im Skigebiet. Nach dem Mittagessen mit jeder Menge Tschatscha zum Aufwärmen - ein beliebter georgischer Schnaps, der zu fast allen Gelegenheiten getrunken wird - lockerte die Bewölkung etwas auf und wir unternahmen eine erste kleine Tour auf einen kleinen Seitengipfel etwas abseits des Skigebietes. Der zweite Tag begann wie der erste, also nutzten wir nach einigen Fahrten im Gebiet die Zeit mit Lawinensuchübungen und machten uns weiter mit den kulinarischen Genüssen der georgischen Küche vertraut. Eins steht fest, die Georgier scheinen ganz verrückt nach Grillen zu sein. Egal, ob Sommer oder Winter, Berg oder Tal, Fleisch oder Gemüse, an jeder Hütte, Imbissbude und in jedem Restaurant wird gegrillt.

Gudauri Hut geht - Dank dieser netten Herren - niemals der Schaps aus. Tschatscha Destillation vor dem Hotel.

Der nächste Tag begann wieder mit Nebel am Morgen aber nichtsdestotrotz nahmen wir den ersten Lift und brachen schnell durch die tiefliegenden Nebelschichten durch. Jetzt konnten wir zum ersten Mal die wundervollen georgischen Berge erblicken. Das erste Ziel war der Kobi-Pass in nördlicher Richtung. Ein schöner Run zum Warmwerden mit 1000 Tiefenmetern, der auch ganz einfach ohne Splitboard erreicht werden kann, sofern der oberste Lift offen hat. Dieser hatte aber geschlossen, weshalb ein Splitboard dann doch ganz praktisch sein kann - so dachten wir. Oben angekommen kamen uns dann jedoch jede Menge Snowboarder und Skifahrer entgegen, weil der Lift dann doch noch geöffnet wurde. Schnell verließen wir das Skigebiet Richtung Kobi-Sattel und fuhren der Heerstraße entgegen. Dabei hat man immer den Kasbek - einer der 5000er im Kaukasus - im Blick, aber mehr dazu später.  Unten angekommen, muss man sich nur noch um die Rückfahrt kümmern. Manchmal wartet dort schon ein Taxi, ansonsten kann man - dank der vielen russischen Trucker - auch einfach per Anhalter zurückfahren. Da wir als Reisegruppe unterwegs waren, wartete bereits ein Van, der uns rechtzeitig nach Gudauri zurückbrachte, damit wir noch einen zweiten Run durch das Nachbartal starten konnten.

Splitboard team Austria, Switzerland, Germany enjoying the snow. Foto: Bernhard Winter

Das Wetter blieb weiterhin stabil und Ilia unser Bergführer wollte mit uns vom höchsten Gipfel im Gebiet, dem Sadzele, bis in das Dorf Kobi in nördlicher Richtung fahren. Am Grat Richtung Gipfel gab es viele Schneeverfrachtungen und eine andere Gruppe löste bereits ein kleineres Schneebrett während einer Traversierung aus. So war der Entschluss schnell gefasst, eine andere Route zu probieren, um in das nächste Seitental zu gelangen. Dabei musste auch wieder eine steilere Passage überwunden werden, und da die Bedingungen nicht optimal ausschauten, brachen wir den Versuch ab und wählten den direkten Weg hinunter zur Heerstraße. In Gudauri gibt es keinen Lawinenlagebericht, aber die Bergführer von den Heliskiing-Operationen zusammen mit der Bergrettung und dem Liftpersonal verfügen über ein sehr genaues Bild darüber, was die Gefahrensituationen und die Schneebedingungen anbelangt. Informationen kann man am einfachsten in der Gudauri-Hut gegenüber der Polizeistation oder bei der Bergrettung oben am zweiten Sessellift einholen. Startet man seine Touren im Gebiet, ist es ein weiteres Warnzeichen, wenn der oberste Lift Richtung Sadzele geschlossen bleibt. Nach größeren Schneefallmengen und dem ersten Schönwettertag bleibt dieser Lift geschlossen.

Witz des Tages.

Die anhaltende Schönwetterphase erlaubte es, auch mal eine Tour abseits des Skigebiets zu unternehmen. Auf einem Grat direkt an der Grenze zwischen Georgien und Südossetien etwas oberhalb von 2200 m liegt Lomisi, ein kleines Kloster. Südossetien ist eine der autonomen Provinzen, die ihre Unabhängigkeit 1990 nach dem Fall des Eisernen Vorhangs erklärt haben. Dieser Konflikt eskalierte und führte zu einem ersten Krieg 91/92. Nach einigen ruhigen Jahren eskalierte der Konflikt erneut. Es kam zum Krieg zwischen Russland und Georgien, woraufhin Südossetien seine vorläufige Unabhängigkeit erlangte. Einige ehemalige Ostblockstaaten erkannten Südossetien als eigenen Staat an, Georgien und der Rest der internationalen Gemeinschaft jedoch nicht. Das führt nun dazu, dass es von georgischer Seite als illegaler Grenzübertritt gewertet wird, sobald du das Gebiet betrittst und dich das Ganze in ernsthafte Schwierigkeiten bringen kann, falls dich georgische Beamte dabei erwischen. Am Kloster angekommen tranken wir mit den Mönchen etwas Tee. Die Mönche, alle wahrscheinlich in den Dreißigern, gehen in den Wintermonaten mit Schneeschuhen da rauf und einer von ihnen fährt auch mit dem Snowboard wieder runter. Nach der Pause ging es weiter auf dem Grat in Richtung Lomisi, immer darauf achtend, nicht auf der falschen Seite des Berges herunterzufahren.

Blick nach Südossetien.

Heliboarding

Um noch mehr unverspurtes Gelände zu entdecken, ging es am nächsten Tag zurück nach Gudauri. Um den Mount Sadzele herum erreicht man in nordöstlicher Richtung den Nachbarberg Mount Miliona. Von dort ist es nur ein kurzer Abstieg zu Fuß in östliche Richtung und schon gelangst du ins Nachbartal, bis du in einem kleinen Dorf namens Kobi an der Heerstrasse landest. Die Tage zuvor hatten wir guten Schnee im Nachbartal, aber hier war die Situation eine andere. Alle Hänge in jegliche Richtung waren komplett windverfrachtet. Zum Glück waren auch die steileren Stücke stabil als auch gut befahrbar und so machten wir uns auf dem Weg nach unten. Nach einem nicht enden wollenden Ziehweg und einer kurzen Boulderstelle erreichten wir das kleine Dorf. Von dort fuhren wir weiter nördlich nach Stephansminda, um einfach bei einem kühlen Bier den hervorragenden Ausblick auf den Kasbek (5047 m) zu genießen. Stephansminda oder Kasbegi, wie man es noch zu Sowjetzeiten nannte, ist eines der letzten Dörfer vor der russischen Grenze. Das sehr ländlich gehaltene Dorf mit einigen Weinbuden an der Hauptstraße und jeder Menge Kühe, die gelangweilt durch die Seitenstraßen flanieren, dient als Ausgangspunkt, wenn du den Kasbek besteigen willst. An den oberen Hängen am Ende des Dorfes gegenüber des Kasbeks befindet sich das mondäne und gut bewachte Rooms-Hotel, wo viele Heliskiing-Touristen untergebracht sind. In Gudauri und Umgebung gibt es drei Heliskiing-Operationen die Komplettpakete oder auch einzelne Heli-Trips anbieten, die du auch spontan buchen kannst. Wenn es dein Reisebudget hergibt, ist ein Tagestrip mit drei Runs ab ca. 500 EUR zu haben. Aber das läuft dann nicht ganz so wie in deinem Lieblings-Travis-Rice-Movie ab. Leider lassen sie dich nicht an irgendeinem steilen Grat oder irren Gipfel raus, wo ein Heli immer auch landen könnte. Es gibt da einige feste Punkte, die sie in der Umgebung anfliegen und die Chancen, dass du dann recht gemächliche 30º- bis 35º-Hänge ohne tolle Features runtercruist, stehen recht hoch. Der Guide fährt voraus und du folgst seinen Spuren in geringem Abstand, und wenn dein Guide anhält, so tust du es auch - oberhalb von ihm. Da die Anzahl der Landeplätze begrenzt ist, werden sie versuchen, die Spuren so eng aneinander zu setzen, wie es eben geht. Wenn du also auf weite Schwünge stehst oder du ein Feature fahren möchtest, dass nicht im Perimeter deines Guides liegt, ist es höchstwahrscheinlich nicht erlaubt. Wenn es dir also nichts ausmacht, nur den Spuren der Guides zu folgen, dann wirst du sicherlich deinen Spaß haben, wenn du mehr auf Freeriden stehst, wirst du dich verfluchen, dein letztes Reisegeld dafür geopfert zu haben.

Nach ein paar Bier haben wir Kasbegi wieder verlassen. Die Straße zurück nach Gudauri war zu diesem Zeitpunkt voller Trucks und unser Fahrer zeigte sein gesamtes fahrerisches Talent mit atemberaubenden Überholmanövern. Dass er sich während der Fahrt mehrmals bekreuzigte, sorgte in unserer Reisegruppe auch nicht für weniger Nervosität.

Halbzeit

Den letzten Tag der offiziellen Reise nutzten wir für etwas Sightseeing in Tiflis.  Wer nach anstrengenden Tourentagen etwas die Muskeln entspannen möchte, der sollte eines der Schwefelbäder in der Altstadt besuchen. Dort kann man auch einen kompletten Raum für kleinere Gruppen mieten, nur sollte man das einige Stunden vorher buchen, da die Bäder sehr beliebt sind. Das hatten wir dann vor lauter Sightseeing nicht mehr geschafft, dafür endete der Abend in einer georgischen Karaoke-Bar mit jeder Menge Tschatscha. Wer dann sein restliches Reisebudget schon fast aufgebraucht hat, der findet im Zentrum von Tiflis zum Glück auch für wenig Geld jede Menge guter Hostels.  
Während die Reisegruppe am nächsten Morgen zum Flughafen fuhr, nahm ich ein Taxi zur Didube-Station um eine Fahrgelegenheit zurück nach Gudauri zu erwischen. Glücklicherweise hatte das Taxi irgendwelche Motorprobleme und so tuckerten wir ganz gemütlich durch halb Tiflis, was ich sehr genoss. An der Station halten viele Marschrutkas, das sind so kleine privat betriebene Minibusse mit Platz für neun Leute, mit denen du auf schnellste, aber auch gefährlichste Art und Weise von A nach B in alle GUS-Staaten kommst. Dort angekommen, wurde ich als einziger westlich aussehender Tourist von vielen Busfahrern umringt und nach einiger Zeit fand sich auch ein Bus, der mich für einen passablen Preis mitnehmen konnte. Da die Maschrutkafahrer ihren Job so ernst nehmen wie auf einer WRC-Wertungsprüfung, kann ein Platz in den hinteren Abteilen deine Überlebenschancen in der sehr realen Gefahr eines Unfalles um einiges erhöhen. Nach ein oder zwei Nahtoderfahrungen mehr erreichte ich erleichtert Gudauri, wo mittlerweile Tauwetter einsetzte. Mein neues Zuhause war das Gudauri-Dacha- Hostel, betrieben von jungen Ukrainern, deren Gastfreundschaft unglaublich ist und die zum Glück auch alle Englisch sprechen.

       Mein neues Zuhause für die nächste Woche.

Im Dacha-Hostel

Nach dem Schlangestehen für den Kauf eines Lifttickets war es bereits Mittag und bei frühlingshaften Temperaturen und ohne Tourenpartner war an Splitboarden erst einmal nicht zu denken. Am nächsten Tag probierte ich es um 4 Uhr in der Früh, um bei Sonnenaufgang auf dem Sadzele zu sein. Den Gipfel habe ich dann knapp verpasst, aber zum Sonnenaufgang hatte ich bereits eine schöne Stelle mit guten Ausblick erreicht. Pünktlich zum Frühstück im Hostel war ich wieder zurück und verbrachte den weiteren Vormittag mit Resort-Riding. Am Nachmittag wollte ich mit einigen Ukrainern aus dem Hostel einen kleinen Trip nach Kasbegi unternehmen, um die Gergetier Dreifaltigkeitskirche am Fuße des Kasbeks zu besichtigen. Die Kirche auf 2170 m erreicht man in einer anderthalbstündigen Wanderung und sie ist Ausgangspunkt für alle Bergsteiger, die auf den Kasbek wollen. Von der Kirche sind es noch ein paar Stunden Wegstrecke, bis man den Gletscher betritt und die Bethlemi-Hut erreicht. Von der ehemaligen meteorologischen Station auf 3650 m geht es auf der Standardroute weiter über den Gletscher auf eine 45° steile Flanke bis zum Gipfel. Wintertouren starten Mitte März und der Gipfel ist nicht schwer zu erreichen. Deswegen wird die durchaus beliebte Tour von vielen auch ohne Guide unternommen. Falls sich das Wetter dort oben mal ändert, kann man allerdings sehr schnell in Schwierigkeiten kommen, da der Gletscher keinerlei Orientierungspunkte bietet. Selbst erfahrene Bergführer, die schon über fünfzig Mal oben waren, haben dann Probleme den richtigen Weg zu finden.

Kasbek (5041m) und die Gergetier Dreifaltigkeitskirche auf der linken Seite.

Ende der Reise - zurück nach Tiflis

Mittlerweile hatte es wieder geschneit, umso schwieriger fiel die Abreise nach einem letzten Powdertag. Ich trat mit Bogdan, einer meiner neuen ukrainischen Freunde aus dem Hostel, die Rückreise an. Unser Ziel: Erst einmal irgendein Krankenhaus in Tiflis, da Bogdan sich am Tag zuvor am Knie verletzt hatte. Der Fahrer, der uns nach Tiflis brachte, wartete mit uns geduldig einige Stunden im Krankenhaus bis Bogdan einen Gipsverband bekam. Diese Fürsorge ist schon bemerkenswert, kann mir nicht vorstellen, dass Taxifahrer in Europa so viel Zeit mitbringen. Am Eingang zur Notaufnahme standen einige Security Leute, deren Job es war, darauf zu achten, dass niemand ohne entsprechende Erlaubnis in die Notaufnahme spazierte. Nach etwas Smalltalk, wovon ich kein Wort verstand, sollten wir mit ihnen auf die ukrainisch-georgische Freundschaft trinken. Der Doktor hatte explizit Alkohol verboten, es war schon spät und wir mussten noch ein barrierefreies Hostel in Tiflis finden. Trotzdem, ohne ein Glas Wein mit den Security Leuten zu trinken, konnten wir das Krankenhaus nicht verlassen. Denn beim Herausfahren blieb die Schranke solange geschlossen bis wir ausgetrunken hatten. Unser fürsorglicher Fahrer brachte uns in die Altstadt, gemeinsam schafften wir Bogdan auf die Empfangscouch im Hostel, der mit dem Gips nicht mehr laufen konnte. Nach einigen weiteren Drinks im Hostel zusammen mit dem Rezeptionisten und wenigen Stunden Schlaf ging es in der Morgendämmerung zurück zum Flughafen. Der BMW hatte dieses Mal leider keine Motorprobleme, der Taxifahrer fühlte sich wie Michael Schumacher und flügte mit 160 km/h durch Tiflis. Zu müde um mich zu beschweren kam ich mehr als rechtzeitig und hellwach am Flughafen an. Der Morgenkaffee konnte ich mir sparen.

Epilog

Was funktioniert am besten, eine organisierte Reise, oder ein individueller Trip? Splitboarden in Georgien erfordert etwas mehr Erfahrung, wie in den heimischen Alpen. Was die Infrastruktur anbelangt, so gibt es nur sehr wenige Hütten in den Bergen und keinen Lawinenlagebericht. Elooa hat die Reise ganz hervorragend organisiert und ist für diejenigen geeignet, die schon etwas Tourenerfahrung besitzen. Wer etwas weniger Budget zur Verfügung hat, kann sicherlich so etwas auch alleine oder in einer kleinen Gruppe selbst organisieren, die notwendige Erfahrung am Berg vorausgesetzt. Freeriden und Splitboarden in der Nähe des Skigebietes bietet jede Menge Möglichkeiten, wenn du die unberührte Natur des Kaukasus entdecken willst, so ist ein Bergführer sehr empfehlenswert.   

 

Karte: Geoland Trekking Map No. 4 - Georgia  Stephantsminda, Gudauri 1 : 50,000
In Georgien kauft man sie am besten im Geoland-Office in Tiflis gegenüber der Public-Service-Hall.

Guiding: Georgian Mountain Guide Association
Ilia Berulava
info at mountainguide.ge
http://www.mountainguide.ge/
https://www.facebook.com/georgianmountain.guides