11 January 2017    

Das neue Splitboard Material der Saison 17-18. Wir haben alles getestet und möchten Euch hier einen ersten Überblick zu den wichtigsten Produkten geben.
 

Wir waren wieder für Euch unterwegs und zwar im Ski Juwel Alpbachtal in Tirol. Im Rahmen vom Shops First Try wurde das wundeschöne Gebiet vom 22.-24. Januar zum Snowboard Treff der gesamten Anbieter und Händler Szene. Auch ausgewählte Magazine durften sneaken und wir fühlen uns geehrt zu diesem Kreis dazu zu gehören, danke.

So jetzt aber zu den Fakten... was kommt neu, was wurde optimiert und weiterentwickelt und was ist neben Splitboards, Boots und Bindungen noch interessant?

Das Splitboard Material haben wir wieder genau unter die Lupe genommen und es bei kurzen anspruchsvollen Aufstiegen (vom Wind bearbeitet krustig und pulvrig) und bei der Abfahrt in unterschiedlichen Bedingungen getestet. Die First Impression Tests der einzelnen Produkte und die Präsentationsvideos folgen weiter unten. Bezüglich der Gewichtsangaben kann es bei der Produktion zu Abweichungen kommen.

Was ist neu und heiss?

  • Amplid: Millisurf Split
  • Capita: Neo Slasher Split
  • Jones: Dream Catcher (für Mädels, haben wir leider nicht getestet)
  • Rossignol: Diva (für Mädels, leider nicht getestet, sieht aber super aus und fühlt sich gut an ;-))
  • Union: Expedition Bindung und Expedition FC (Fordged Carbon) Bindung
  • Northwave: Domain CR Boot
  • Deeluxe: XV Boot - komplett überarbeitet

 

Was ist neu?

  • Burton: Dump Truck Split, Flight Attendant Split, Anti Social (Design)
  • Arbor: Bryan Iguchi Pro, Swoon, Coda (bei allen wurden die Designs aktualisiert)
  • Good Boards: Carbon Legend
  • Rossignol: Sushi

 

Was wurde optimiert?

  • Jones, es kommen alle high end Boards mit Karakoram Ultra Clips

NEU und HEISS:

Amplid Milisurf:

Bei diesem Board wurde das Beste aus den Welten des Morning Split und des Milligram Splits vereint. Herausgekommen ist ein ultraleichtes, 2680g bei 161cm sehr gut zu fahrendes Splitboard was bereits auf den ersten Metern richtig Spaß macht. Angeschnallt und auf der Piste losgefahren, Gewicht auf die Kanten, mehr Gewicht auf die Kanten, schneller Kantenwechsel, sich treiben lassen, Tempo aufbauen volles Gewicht in den Turn und Boom, die Kante hält besser als beim Morning, die Wendigkeit ist nahezu identisch und die Lebendigkeit, mit der es einen aus der Curve heraus beschleunigt lässt einem die Mundwinkel in die Höhe stehen und auch die Zähne kann man bei dem Lächeln nicht verbergen. Die Vibrationen sind etwas stärker als beim Morning Split und Milligram, halten sich aber gut im Rahmen. Die Nose ist etwas schmaler und hat ein 3D Profil bekommen um den gleichen Auftrieb zu erreichen. Bei ca. 50 cm bodenlosem Pulver blieb das Millisurf schön oben, die etwas weichere Nase macht sich sehr positiv bemerkbar und man kommt in ein geniales "Schnee Surf Gefühl". Selbst bei dem wenigen Schnee gab es keinen Bodenkontakt. OK, Piste und Pulver bestanden. Wie sieht es bei so einem leichten Board mit großer Nose in durchpflügtem, überfrorenem Schnee aus? Und los, jetzt wird geshreddet. Das Board pflügt nicht wie seine schwergewichtigeren Kollegen hindurch sondern surft drüber hinweg. Schnell gewinnt man an Geschwindigkeit und bewahrt die Kontrolle.

Aufstieg: wie auch das Milligram, zieht das Millisurf sauber nach vorne, die Nose bleibt oben und der Schwerpunkt der Boardhälften ist so gewählt, dass die Spitzkehren flüssig aus dem Bein, und die Boardhälften schön nach oben kommen. Im Vergleich zum Morning geht es deutlich besser und stabiler Bergauf, klar ist die Nase doch erheblich schmaler und die Camber etwas länger. Im Vergleich zum Milligram muss man einen kleinen Kompromiss machen.

Was soll man sagen? Es war Liebe auf den ersten Ritt!!! Congrats an Amplid! Mit den High Tech Modellen Milligram und Millisurf decken sie alle Anforderungen des anspruchsvollen Splitboarders, der das nötige Kleingeld hat, ab.

 

Capita Neo Slasher:

Gleiches Spiel, nur waren wir bei Capita etwas skeptischer, denn sie kommen ja eher aus der Freestyle Ecke.  Rauf auf den Berg, Board an die Füsse und los. Druck, mehr Druck, noch mehr Druck ein bisschen Entlastung, und wupp, weg war es. Dieses Phänomen kann man beliebig wiederholen und in seinen Fahrstil einbauen. Lässt man den Druck drauf hält auch die Kante entsprechend. Auch das Neo Slasher macht bereits nach den ersten Metern richtig Spaß, keine Eingewöhnungsphase sondern gleich los und Gas geben. Ein 180er ein paar Meter switch, hop und weiter in Fahrtrichtung. Spielerisch und stabil zu gleich sind wir auch vom Neo Slasher begeistert. Ein guter erster Wurf, den Capita da hingelegt hat. Mit einem durchschnittlichen Gewicht von ca. 3500g bei einer Länge von 162cm, pflügt es durch Hardpack hindurch und auch die Vibrationen der Nose sind gering. In dem gleichen bodenlosen Pulver gab es einen Bodenkontakt, doch für seine klassische Form schwimmt auch das Neo Slasher schön auf der Oberfläche. 

Aufstieg: mit dem klassischen Camber Profil und der dezenten Rocker-Nose geht es Bergauf, wie es sich für ein Splitboard gehört. Der Schwerpunkt ist gut gewählt und die Spitzkehren sind einfach zu bewerkstelligen. 

Sehr positiv überrascht freuen wir uns darüber, dass Capita mit einem sehr umweltbewusst produziertem und performace-starkem Splitboard in den Markt kommt.

 

Rossignol Diva:

 

Union Expedition und Expedition FC:

Jetzt geht es um das wohl interessanteste Produkt am Splitboard Markt, denn die neue Union Expedition hat das Potential vielen Snowboardern das Splitboarding zu ermöglichen. Im Set gibt es alles was Du zur Nutzung auf dem Splitboard und auf dem Solid-Board brauchst. Somit deckst Du mit einer Bindung sämtliche Bereiche des Snowboardings ab. 

Die Fahrperformance der Expedition Splitboard Bindung ist wie die einer normalen Union Snowboard Bindung, sehr gut. Hervorragend gedämpft werden Schläge und Unebenheiten im Gelände abgefedert. Dein Schuh steckt fest in der Bindung und die Karaftübertragung ist identisch wie bei einer Snowboardbindung.

Im Aufstieg macht sich das etwas flexiblere Material bemerkbar und die Kraftübertragung ist etwas geringer als bei klassischen Splitboard Bindungen. Der stabil gelagerte Pin mit breiten Auflageflächen in der Bindung gibt die Kraft alerdings sehr gut weiter und der Großteil an Käufern wird mit dieser Bindung viel Spaß haben.

Ein Pin System? Ja haben wir uns auch gedacht, denn eigentlich war der Pin bereits ausgestorben. Nimmt man sich Zeit und baut die Bindung sorgfältig zusammen, ist das Handling gut. Besonders hervorzuheben ist der Anschlag. Man schiebt die Bindung von hinten auf die Touring-Brackets. Sobald die Bindung "ansteht" ist die Position perfekt und der Pin lässt sich einfach hindurchschieben. Gesichert wird er in dem man ihn in Richtung Bindung dreht. Ansonsten ist das Handling gleich wie bei der Splitsticks Bindung, die ja bekanntlich als Vorlage galt.

Die Expedition FC ist das Carbon Modell, es ist steifer und somit hast Du eine bessere Kraftübertragung als bei der Expedition. Das handling ist identisch.

Gewichtsmässig bewegt sich die Expedition im Bereich von ca. 850g und die Expedition FC liegt mit Carbon Highback bei ca. 750g (auf dem Bild ist ein normales Highback montiert).

 

Northwave Domain CR Boot:

Der Northwave Domain ist bekannt als Freerideboot. Der Domain CR hat vorne und hinten die Befestigungsmöglichkeit für vollautomatische Steigeisen. Dies macht die Sohlenlänge etwas größer, ca. 5 mm mehr als als andere Splitboard spezifische Schuhe. Der Boot an sich ist sehr komfortabel und warm. Verglichen mit anderen Modellen ist er recht weich. Vom Flex her kann man ihn am ehesten mit dem Burton Tourist Boot gleich setzen. Das Schnürsystem funktioniert einwandfrei und der Fersenhalt fühlt sich gut an. Die Sohle ist eine solide Bergschuh Sohle und verspricht guten Grip.

 

Deeluxe XV:

Der Deeluxe XV ist komplett überarbeitet worden und kommt jetzt mit Doppelboa um den Fersenhalt noch einmal zu erhöhen. Der Schneefang wurde durch eine aussen liegende Lasche ersetzt. Nach wie vor ist der Deeluxe XV super komfortabel und auch das Boardgefühl durch die flache Sole bleibt erhalten. Im Zusammenhang dieser Weiterentwicklung wurde auch die Sohlenlänge nochmal um 0,5cm verkürzt.

 

Neu und interessant:

Burton Dump Truck Split:

Burton hat, bis auf das Antisocial, seine Splitboard Line neu entwickelt.
Ausprobiert haben wir das neue Dump Truck, allerdings bislang nur auf brettharter, abgefahrener Piste und im übel zerpfügten Variantengelände. Der "Kipplaster", oder was in aller Welt sich die Namensgeber sonst dabei gedacht haben, man schlage bei Interesse mal im Urban dictionary nach, zieht unter diesen Randbedingungen solide und sicher seine Spur und sollte seinem Stil auch in angenehmeren Schnee treu bleiben. Die Camberwölbung macht einen ausgeprägteren Eindruck ohne dass wir das nachgemessen hätten, man spürt sie aber sehr positiv wenn es darauf ankommt und das ist auch im Aufstieg von Vorteil. Wie der Name vermuten lässt, der Kipper aus Vermont ist beileibe kein Leichtgewicht, dafür aber ein robustes Arbeitsgerät.

 

Burton Flight Attendant:

Das Flight Attendant ist ein klassisches S-Rocker Splitboard das dem entsprechend aufsteigt und auch bei der Abfahrt in den verschiedensten Bedingungen gut funktioniert. Etwas weicher und leichter als das Dump Truck pflügt es sauber durch zerfahrene Abfahrten ohne nervös zu werden. Im Pulver behält es die Nase oben und ist relativ quirlig. Auf der harten Piste fährt es wie ein normales Snowboard mit dem bewährten Burton S-Rocker Profile. Ach ja, auch das Burton Flight Attendant ist recht gut ausgewogen und die Spitzkehren gehen flüssig, auch wenn viel Schnee auf dem Topsheet klebt.

 

Goodboards Carbon Legend Splitboard:

Eine neue Version des Legends in untypisch rauher schwarzer Tech Faser Optik, bzgl. zügiger Bildung einer hartnäckigen Eis- und Schneekruste nicht ganz optimal. Sonst von außen im bewährten Shape, im Kern dagegen neu konstruiert und optimiert, legt das Legends deutlich an Temprament zu und wirkt angenehm agil ohne irgendwie nervös zu sein. Im Preview hatten wir eine ebensolche Version des Boards, somit werden wir später nochmal sehen müssen ob sich auch gewichtstechnisch noch etwas getan hat.

 

Rossignol Sushi Split:

Das neue Sushi von Rossignol konnten wir leider nicht in den optimalen Bedingungen testen, denn dieses Splitboard ist mit dem Fish-Shape und der extrem breiten Nose für sehr tiefen Schnee und einfache Aufstiege optimiert. Dennoch können wir sagen, dass es auch auf der Piste bzw. am Pistenrand Spaß macht. Es ist super wendig und man kann den Pistenrand als "Miniwave" nutzen. Es hält erstaunlich gut auf der Kante. Die Kombination XV Magtek Split und Sushi Split im Quiver kann sehr interessant sein und würde sämtliche Bedingungen abdecken. Auch der Preis mit ca. 500€ ist attraktiv.

 

Ansonsten möchten wir den Organisatoren des Shops First Try gratulieren. Mittlerweile hat sich dieses Event zu einer richtigen Snowboard Messe entwickelt. Das schöne an dieser Messe ist allerdings, dass man das Material gleich ausprobieren kann. Darüber hinaus war im Rahmen von Workshops, Trainings und Diskussionsrunden auch noch einiges mehr für die Branche geboten.

Wir freuen uns, dass wir exklusiv als Fachpresse für den Splitboard-Sport dabei sein durften.

 



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