19 January 2016    

Kurz vor der ISPO 2016 waren wir wieder unterwegs um das Splitboard Material der Zukunft unter die Lupe zu nehmen. Splitboards, Boots und eine Splitboard Bindung sind die Highlights der kommenden Saison.

Auch dieses Jahr hatten wir wieder Glück mit den Bedingungen für unseren First Impression Test - von eisiger Kunstschneepiste bis 40 cm feinstem Pulver bei -15° Celsius. Getestet haben wir auf kurzen Touren in anspruchsvollem Gelände, auf der Piste und natürlich abseits der Piste.

Da es einige Neuheiten an Splitboard- und Backcountry Boots gibt haben wir auch diese genauestens untersucht. So jetzt aber zu den Neuigkeiten.

Was kommt 2016-17 auf den Markt?

Zunächst eine Auflistung des neuen Materials das wir an bzw. unter die Füße bekommen haben und im Anschluß daran unser First Impression Test. Die Bilder dazu findet Ihr in der Galerie.

Was ist neu?

  • Arbor kommt mit einer neuen Splitboard Linie:
    • Swoon für Frauen,
    • Coda, der Nachfolger des Abacus  
    • Brian Iguchi Pro Split
  • Jones bringt einen Powderfish namens Storm Chaser (147cm)
  • K2 bringt ebenfalls einen Powderfish und ein Freerideboard, die wir aber noch nicht testen konnten.
  • Lib Tech`s T-Rice heißt jetzt GoldMember Split und hat einen komplett neuen Shape bekommen. 
  • Elan kommt mit dem Wavestrider Split
  • Karakoram kommt mit der Connect, einer günstigen Bindung für Ein- und Umsteiger.

Was wurde optimiert?

  • Amplid hat die Designs seiner Boardline Milligram, Creamer und Morning Split überarbeitet.
  • Rome SDS hat die Designs seiner Linie White Room, Powder Room und Double Agent aufgefrischt und alle Modelle gewichtsoptimiert. 
  • Rossignol hat das Design des XV Splitboards neu gestaltet.
  • Völkl hat das Design des Untrac Splitboards erneuert.
  • Nitro hat die Designs von Nomad und Doppelgänger geändert.

Boots:

  • K2 kommt mit einem neuen Schuh, dem Ascent - steigeisenfest und steif.
  • Deeluxe hat den XV weiterentwickelt
  • Burton hat seit ein paar Monaten den Touristboot am Start.
  • Der Fitwell Freeride ist der kleine Bruder vom Backcountry Boot
  • Guide und Folsom Boot von Rome SDS sind auch überarbeitet und durchaus interessant als Splitboardboots.

Stimmung beim First Try

First Impression Test 2016-17

Boards:

Arbor Coda Splitboard:
Im Aufstieg gräbt sich die Kante, auch dank des Grip Tech (zusätzliche Druckpunkte) in den harten Schnee und Du kannst die Spur gut halten. Der Vorwärtszug ist in Ordnung.

In der Abfahrt ist das Coda spielerisch und fehlerverzeihend. Der Parabolic Rocker in Kombination mit der Abstimmung des Flex und des Grip Techs, machen das Coda zu einem echten Spaßbrett mit guter Fahrperformance. Es ist lebendig und will schnell fahren. Wenn die Kante greift spürt man einen leichten Ruck und dann ist sie da. Du kannst auch bei sehr harten Bedingungen sauber carven. Der Parabolic Rocker verspricht guten Auftrieb im Pulver. Das neue Coda 16-17 ist sehr wendig und schön abgestimmt. Gefühlter Flex: 6 von 10 (1 super soft / 10 ultra hart)

 

Arbor Brian Iguchi Pro Splitboard:
Im Aufstieg ist es stabil und dank der Camber bringt es ausreichend Druck auf die Kante um auch in anspruchsvollem Gelände gut bergauf zu steigen.

In der Abfahrt ist es sehr wendig und lädt dazu ein den ein oder anderen Pistentrick ins Backcountry zu übertragen. Sehr gerne wird es schnell gefahren und kann auch beim Carving überzeugen. Auch hier spürt man einen leichten Ruck wenn die Kante über das GripTech greift. Mit ordentlichem Auftrieb ist es bestens geeignet um auch bei tiefen Tagen ausgepackt zu werden. Gefühlter Flex 6 von 10 (1 super soft / 10 ultra hart)

Jones Storm Chaser Split:
Im Aufstieg erfordert das Storm Chaser, durch den breiten und kurzen Shape etwas Übung, doch dann sind auch härtere Traversen damit möglich.

In der Abfahrt ist es extrem wendig, fast wie ein Surfboard oder Skateboard, der Auftrieb ist trotz der kurzen Länge massiv. Am besten ist es für steile Waldabfahrten mit viel Pulver geeignet. Gefühlter Flex 7 von 10 (1 super soft / 10 ultra hart)

 

Burton Custom Split:
Wie zu erwarten, gibt es bei dem Burton Custom Split nichts zu meckern, gut im Aufstieg und hervorragend für die Abfahrt abgestimmt ist es ein solides Board das Dich bei allen Backcountry Adventures begleitet. Gefühlter Flex 6 von 10 (1 super soft / 10 ultra hart)

 

update 23.4.16

Elan Wavestrider Split:
Elan nutzt seine Erfahrung aus dem Skibereich und bringt ein im Aufstieg sehr starkes Splitboard. Doch nicht nur das, auch in der Abfahrt überzeugt es durch Wendigkeit, Float, Agilität und einer ordentlichen Portion Pop. Momentan ist es ein heimlicher Favorit. Gefühlter Flex 6,5 von 10 (1 super soft / 10 ultra hart) 

Elan Wavestrider Test

Amplid Miligram: 
Das neue Miligram bleibt trotz der leichten Anpassungen am Topsheet ganz vorne. Der neon Grüne Akzent macht es meiner Meinung nach noch schöner! Gefühlter Flex 6 von 10 (1 super soft / 10 ultra hart) 

Rome Whiteroom: 
Das Whiteroom hat kleinere Anpassungen an Shape und Abstimmung erhalten, was es zu einer noch besseren Splitboard Spaßwaffe macht. Aufstiegsperformance ist nach wie vor sehr gut.  Was die Fahreigenschaften betrifft ist es etwas gutmütiger als im vergangenen Jahr. Kann also seine Position als eins der besten Splitboards am Markt verteidigen. 6 von 10 (1 super soft / 10 ultra hart) 

Rome Double Agent:
Das Freestylegerät von Rome wurde was die Abstimmung betrifft auch nachjustiert. Wendig, Steif und top auf der Kante kannst Du es für fette Backcountry Freestyle Sessions und auch für spielerische Runs in jedem Gelände nutzen. Am liebsten mag es bei der Abfahrt den ein oder anderen Drop, ne schöne Drehung oder mal ne ordentliche Butter! 7 von 10 
(1 super soft / 10 ultra hart) 

Weitere Testberichte z.B. von Völkl, Rossignol, Jones, Rome, Lib Tech, findet Ihr hier. 

 

Splitboard Boots:

K2 Aspect:
Dieser Schuh ist ein solider Backcountry Boot mit Vibram-Sohle und Aufnahme zur Befestigung von halbautomatischen Steigeisen.
Vom Aussehen her gleicht er eher einem Bergschuh als einem Snowboardboot. In der Performance kann sich der Aspect durchaus sehen lassen. Mit viel Seitenhalt bringt er ordentlich Druck auf die Kante und verbessert somit die Aufstiegeigenschaften Deines Splitboards. Bei der Abfahrt ist er einem Snowboardschuh sehr ähnlich und fühlt sich, auch wenn man durch die Sohle etwas höher steht, gut an.

Das eingebaute Boa sorgt für einen guten Fersenhalt und festen Sitz am Fuß. Die konventionelle Schnürung mit Metallösen ist sehr haltbar. Alles in allem ein guter Splitboardboot, den man auf jeden Fall mal anprobieren sollte. Die Gewichtsangabe findet Ihr auf einem Foto in der Galerie.

 

Burton Tourist Boot:
Dieser Schuh ist einem normalen Snowboard-Softboot sehr ähnlich, hat ebenfalls die Aufnahme für halbautomatische Steigeisen und ist vom Aussenmaß her der kleinste Splitboard Boot am Markt. Die Sohle ist auch von Vibram und bietet ordentlich Halt in schneereichem Gelände. Insgesamt ist der Tourist Boot eher weicher, hat aber trotzdem einen guten Seitenhalt der die Kraft stärker auf das Splitboard überträgt als ein konventioneller Softboot. Die Form des Tourist Boots unterstützt den Aufstieg (längere Schritte) mit einem negativen Winkel von ca. 5°. Wenn Du auf großem Fuße lebst ist dieser Splitboardboot auf jeden Fall anzuprobieren und auch wenn du auf weichere Backcountry Boots stehst. Gewichtsangabe siehe Galerie.

 

Deeluxe XV:
Bei Deeluxe geht die Entwicklung rasant weiter. Das Schnellschnürsystem ist nochmals überarbeitet und ist jetzt auch bei hartem Einsatz stoßfest und stabil. An der Wade ist der XV 2016-17 weiter geschnitten. Beim Gehen wird dadurch ein negativer Winkel von ca. 5° nach hinten möglich, der die neusten Highback Kreationen noch besser unterstützt und somit weitere Schritte ermöglicht und den Aufstiegskomfort erhöht. Der Seitenhalt ist gut und die Kraft wird entsprechend auf das Splitboard weitergegeben. Natürlich ist er steigeisenfest. Wie bei allen Deeluxe Splitboard Boots ist der Boardfeel bisher unschlagbar. Gewichtsangabe siehe Galerie.

 

Rome Guide:
Dieser Softboot ist auch auf der steiferen Seite, hat ein sehr kleines Aussenmaß und eine extra für Rome entwickelte Vibram-Sohle. Durch das Boa hat er festen Sitz am Fuß und ist bei entsprechender Fußform sehr bequem. Der Guide Boot hat keinen Backwelt für halbautomatische Steigeisen, kann aber mit Riemensteigeisen durchaus genutzt werden. Der Seitenhalt und die Steifigkeit machen Ihn zu einem für Splitboarding sehr interessanten Schuh. Die Präsentation des Boots beginnt im Video ab Minute: 3:13 vorher wird die Splitboard Collection präsentiert.

Rome Folsom:
Das Top Modell von Rome überzeugt durch Haltbarkeit, Sitz und Steifigkeit. Ebenfalls bestückt mit der eigens für Rome entwickelten Vibram-Sohle und dem Doppelboa bringt dieser Schuh ordentlich Kraft auf das Board. Wie auch der Guide ist das Aussenmaß sehr klein.


 

Fitwell Freeride:
Dieser Schuh ist als einziger in Europa (Italien) gefertigt und besticht durch höchste Qualität in der Verarbeitung. Der Seitenhalt ist Top und die Kraft wird sehr gut auf das Splitboard weitergegeben. Der Fitwell Freeride ist, auch wenn er schon weicher ist als der Fitwell Backcountry, der härteste Boot in unserem First Impression Test. Er ist mit einem Reel Knob Schnürsystem ausgestattet über das der Schuh guten Sitz und auch soliden Fersenhalt bietet. Halbautomatische Steigeisen lassen sich gut montieren und der Boardfeel ist trotz der etwas höheren Sohle gut. Das Gewicht beträgt 1250g. 

 

update 23.4.16

ThirtyTwo Jones Pro Model:
Der Jones Splitboard Boot hält was er verspricht, sehr steif erhöht auch dieser die Aufstiegsperformance deines Setups, Der Fersenhalt ist, auch wenn das Boa nur zum Hike-Mode einstellen benutzt wird top, kann auch durch den "Einbau" von unterschiedlich dicken Ringen im Schuh erhöht oder verringert werden. Die Sohle hat fett Griff und der Schneeschutz funktioniert tadellos. Das Gewicht beträgt 1320 g bei Größe 28,5 (10). Vor Beginn der nächsten Saison wird er in unseren Bootvergleich mit eingereiht! Das Video ist von der Vergangenen Saison, abgesehen von der höhe des Hike-Mode Schafts hat sich allerdings nichts verändert.

Splitboard Bindungen:

Karakoram Connect:
Diese Splitboardbindung erweitert die Karakoram Produktlinie um eine solide Einsteigerbindung mit bekannter Performance und günstigem Preis. Komplett aus hochwertigem Kunststoff gibt es bei dieser Bindung die Möglichkeit sie durch den Einsatz von zwei unterschiedlichen Adaptern als Bindung für Dein Solidboard und als Bindung für Dein Splitboard zu verwenden. Die Adapter werden einfach im vorderen Bereich der Bindung integriert. Was die Performance betrifft überzeugt die Karakoram Connect genauso wie auch die reinrassigen Splitboardbindungen von Karakoram durch technische Feinheiten. Die Kraftübertragung ist direkt, die Einstellmöglichkeiten vielfältig. Es gibt einen negativen Forwardlean für längere Schritte und auch der Flex Lock kann befestigt werden.

 

Was ging sonst noch ab am First Try?

Natürlich wurde wieder das schönste Snowboard gewählt - den Preis hat sich Capita mit dem Spring Break abgeholt.

Von Dakine wurden wieder fleißig Handschuhe für einen guten Zweck eingetauscht und wir wurden mit Waffeln und heißem Kaffee verwöhnt.
Abends beim Dinner, an der Bar und an den Indoor Highlight Ständen wurden dann die Eindrücke des Tages diskutiert und noch viele interessante Fachgespräche geführt bis die Veranstaltung spätnachts mit einer Party ausklang.

Ein großes DANKE geht an die Crew vom First Try für die Einladung und das gelungenen Event.