20 March 2016    

An einem 4000er im Mont-Blanc-Massiv überhaupt noch eine unbefahrene Wand zu finden, ist schon keine leichte Aufgabe, doch Julien Pica Herry hatte da noch eine Line im Auge und machte sich mit Davide Capozzi auf diesen Traum zu verwirklichen.

Im Jahr 2013, mit seinem unglaublichen Schnee ein unvergessenes Jahr, hatte Julien "Pica" Herry damit begonnen, über eine mögliche Abfahrt von der Grande Rocheuse auf dem Voie Originale hinunter, zu sprechen. Dieser schöne Berg liegt neben dem berühmten Aiguille Verte.

Sich die Südseite der G.R. als fahrbar vorzustellen erfordert eine Art an Vorstellungskraft und ein Auge für Lines, wie nur Julien es hat. Sein Können, seine Erfahrung und die Fähigkeit Lines zu finden überrascht mich immer wieder und erschreckt mich öfters. Julien ist ein Mensch, der es liebt seine Ideen mit jenen zu teilen, die das Abenteuer suchen und er ist immerzu bereit anderen bei der Realisierung ihrer Projekte, auch der ehrgeizigsten, zu helfen.

Dieses Jahr fingen wir an öfters über G.R. zu sprechen und am Ende überzeugte mich Julien dass es ein großes Abenteuer werden könnte.

Mitte März, nach einem starken Schneefall und gefolgt von éinigen kalten Tagen realisierte ich schnell, dass wir ein gutes Wetterfenster haben um unseren Versuch zu wagen.

Das Team wurde gebildet: Julien und sein Freund Lambert Galli stiegen am Tag davor zur Couvercle Hütte auf um einen letzten genaueren Blick in die Wand zu werfen. Mein Partner Denis Trento und ich gingen bei Nacht vom Rifugio Torino los und trafen die anderen später auf der Couvercle.

Der Plan, nachts mit dem Splitboard vom Rifugio Torino aus das Vallée Blanche zu überqueren, schien mir als eine große Herausforderung. Aber Dank Denis Können und seinem Background als Profi Skibergsteiger, stellte es sich als einer der einfachsten und schnellsten Zustiege überhaupt heraus.

Um halb Sechs in der Früh begannen wir den ersten Teil des Whymper Couloirs zu klettern und wendeten uns dann den steilen südseitigen Hängen weiter oben zu. Der leichte Schnee, der die Felsen nur dünn bedeckte, machte den Aufstieg tückisch und wir verloren viel Zeit. An einer Wand wie dieser die perfekten Bedingungen für Aufstieg wie Abfahrt zu finden, ist nicht einfach, aber fast 10 Stunden nach unserem Aufbruch vom Rifugio Torino erreichten wir den Gipfel der Grande Rocheuse.

Wir freuten uns, waren uns aber bewusst, dass der schwierigste Teil noch bevorstand.

Alt

Grande Rocheuse 4102m

Um all die Schwierigkeiten zu bewältigen die uns auf unserem Weg nach unten erwarteten, benötigte ich all meine Erfahrung aus mehr als 15 Jahren Snowboard Mountaineering. Am Ende gelang es uns unseren Traum zu vollenden und wir schafften die Abfahrt mit nur 2 Abseilern (25 m und 40 m).

First descent Grande Rocheuse Capozzi

Neben der Schönheit der Line war uns der Fakt, dass es eine Erstbefahrung mit Ski und Snowboard war, eine große Befriedigung. Eine niemals befahrene Wand an einem 4000er im Mont-Blanc-Massiv zu finden, wo nahezu alles schon befahren wurde, ist keine leichte Aufgabe.

//Davide Capozzi

Vielen Dank fürs Teilen dieses Abenteuers!

Lambert Galli hat das Abenteuer auf Video festgehalten:



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