10 October 2015    

MÜNCHNER LAWINENABEND – DIE FÜNFTE

Am 24. Oktober 2015 laden der Lawinensicherheitsexperte ORTOVOX und Globetrotter zum 5. Lawinenabend in das Münchner Cinemaxx ein. 

Als Hauptreferenten berichten die Leiter des Lawinenwarndienstes Tirol, Rudi Mair und Patrick Nairz, anhand von vielen Lawinenunfällen, wie diese durch ordentliche Vorbereitung hätten vermieden werden können. 

Für Furore sorgten die beiden Tiroler mit der Veröffentlichung ihres Buchs „Die 10 Gefahrenmuster“, in dem sie zahlreiche Lawinenunfälle der letzten Jahre analysierten und jedes Unglück einem bestimmten Muster zuordnen konnten.

1. Bodennahe Schwachschicht vom Frühwinter

Der zweite Schneefall ist deshalb so entscheidend, weil sich zwischen der ersten Schneeauflage und dem zweiten Schneefall mitunter eine ausgeprägte, bodennahe Schwachschicht bilden kann, die leicht von Wintersportlern zu stören ist. Die bodennahe Schwachschicht kann mitunter auch noch später während des Winters Auswirkungen auf die Lawinensituation haben.

Rudi Mair und Patrick Nairz

2. Gleitschnee

Schnee gleitet bevorzugt auf steilen, glatten Flächen talwärts. Dabei bilden sich Gleitschneemäuler, also gut sichtbare, teilweise mehrere Meter tiefe Risse in der Schneedecke. Solche Gleitschneemäuler gelten entgegen einer alten, leider schwer auszurottenden "Lehrmeinung" nicht als günstige, sondern durchwegs als ungünstige Kriterien hinsichtlich eines möglichen Lawinenabgangs.

Rudi Mair und Patrick Nairz

3. Regen

Lawinen sind vorprogrammiert. Regen kann in jedem Abschnitt eines Winters auftreten. Der große Vorteil: Kein Gefahrenmuster kann leichter erkannt werden als Regen.


Rudi Mair und Patrick Nairz

4. Kalt auf warm / warm auf kalt

Zu lange wurde in der Lawinenkunde die Lehrmeinung vertreten, dass sich ein großer Temperaturunterschied während des Einschneiens (egal ob kalt auf warm oder umgekehrt) günstig auf die Lawinensituation auswirke. Eine heimtückische Angelegenheit, auch deshalb, weil die Schwachschicht unmittelbar nach dem Einschneien noch nicht vorhanden ist und sich erst im Laufe der folgenden Tage bildet.

Rudi Mair und Patrick Nairz

5. Schnee nach langer Kälte

Ein Klassiker unter den Lawinenereignissen. In kürzester Zeit entsteht eine für den Wintersportler sehr heikle Lawinensituation. Dies trifft auch dann zu, wenn nach einer langen Kälteperiode "nur" kräftiger Wind weht, ohne dass es schneit. Das Problem: In Windschattenhängen wird frischer Triebschnee abgelagert, der leicht durch Zusatzbelastung gestört werden kann.

Rudi Mair und Patrick Nairz

6. Kalter, lockerer Neuschnee und Wind

"Der Wind ist der Baumeister der Lawinen". Bei lockerem, trockenen Schnee führt Wind immer zu Verfrachtungen und damit zu einer Zunahme der Lawinengefahr! Ein Muster, das sich in der Regel recht gut erkennen lässt.


Rudi Mair und Patrick Nairz

7. Schneearme Bereiche in schneereicher Umgebung

Man beobachtet das Phänomen auch in Wintern mit normaler Schneelage, wenn schneearme Bereiche in einer schneereichen Umgebung vorkommen. Dies trifft häufig für Rücken, aber auch in der Nähe von Geländekanten zu.


Rudi Mair und Patrick Nairz

8. Eingeschneiter Oberflächenreif

Erst wenn er von neuen, gebundenen Schneeschichten überdeckt wird, wird er gefährlich und gilt deshalb zu Recht als eine der kritischsten Schwachschichten der Schnee- und Lawinenkunde.


Rudi Mair und Patrick Nairz

9. Eingeschneiter Graupel

Graupel ist häufig kleinräumig verteilt und lässt sich ohne Blick in die Schneedecke selbst von Experten meist nur schwer erkennen. Eine durchwegs heimtückische Angelegenheit, die zum Glück nur kurzfristig zu Problemen führt.


Rudi Mair und Patrick Nairz

10. Frühjahrssituation

Selten liegen "sicher" und "gefährlich" zeitlich so eng beieinander, selten ist somit auch die Bandbreite der während eines Tages ausgegebenen Gefahrenstufen so groß. Für den Wintersportler sind zeitliche Disziplin sowie Flexibilität bei der Tourenplanung gefragter denn je.


Rudi Mair und Patrick Nairz

Mehr? Schaut hier rein:



 

Zum 5. Münchner Lawinenabend präsentieren sie ihre neuesten Erkenntnisse und sensibilisieren die Zuschauer vor dem Start der Wintersaison, um die Warnzeichen der Natur besser verstehen zu können. 
Für ORTOVOX ist der 5. Münchner Lawinenabend Teil einer umfassenden Ausbildungsinitiative, zu der, neben Vorträgen, auch praktische Lawinenkurse, interaktive Schulungstools auf ortovox.com sowie diverse, kostenlos erhältliche Lehrmittel, wie das Safety Academy Guide Book, gehören. 

Der Lawinenabend findet im Cinemaxx am Isartorplatz in München statt. 
Die Veranstaltung beginnt um 17.30 Uhr und endet gegen 19.00 Uhr. 

Tickets gibt es an der Abendkasse oder online:  www.cinemaxx.de/globetrotter 
Der Eintrittspreis liegt bei 10 €  bzw. 8 € für GlobetrotterCard-Inhaber.


Hintergrundbilder: Ortovox in Livigno by Hansi Heckmair