09 October 2017    

Die Taylormadefilmz Crew war wieder aktiv und hat ein super Video inklusive philosophischer Geschichte produziert. Viel Spaß!

Es ist Anfang Dezember. Die Tage sind kurz und bitterkalt. Die Sonne schiebt sich über die hoch aufragenden Bergketten von Saas-Fee, um kurz hallo zu sagen, bevor sie sich von der Arbeit zurückzieht.
Inzwischen sitze ich zu Hause auf dem Sofa, spiele die gleichen vier wankelmütigen Akkorde auf meiner Ukulele immer und immer wieder.

Das Jahr des Gockels, Action 1

Vernon Deck


 Ich blicke auf den Berg und denke:"Es ist eigentlich gar nicht so schlimm, der Winter ist noch nicht wirklich angekommen. Bisher melden sich noch keine Freunde die von epischen Schneebedingungen reden. Nur die Skifahrer freuen sich über den Halt auf den eisigen Pisten. Nein danke".

Nach einem Bänderriss im Oktober ging es bei meiner Knierehabilitation vor allem darum, mit dem Push-Bike durch die goldenen Lärchenwälder zu fahren und mich über den Adler, der gelegentlich über meinem Kopf schwebte zu freuen. Welche Motivation brauchte ich mehr, um mich fit zu machen? Absolut keine. Es schien, als hätte Europa in diesem Winter den Schnee an Amerika verkauft.  Jetzt verstehe ich, wie sich der durchschnittliche amerikanische Puderenthusiast in den vorigen Jahren fühlte. 

Es war Februar, bevor es heftig schneite. Der Schnee kam in großen Mengen über Nacht, um am nächsten Tag von heftigen Nordwinden weggeblasen zu werden. Typischer Frühwinter auf dem Alpenhauptkamm, der das Rückgrat der Westalpen bildet. Im März des kommenden Jahres beschlossen die Schneegötter, dass es genug war.  Endlich kam ein heftiger Schneefall, als alle Touristen abreisten. Ein Meter Champagne-Pulver aus dem Süden, ganz ohne Wind. Dasselbe ereignete sich genau eine Woche später erneut. Danke, liebe Schneegötter.

Zeit, unsere Bretter anzuschnallen und shredden zu gehen.

Nachdem sich der Winter-Schnee in feinstem Frühlings-Schnee transformierte, wurde es sehr schnell sehr warm und natürlich war alles innerhalb von ein paar Wimpernschlägen zerfahren. Nachdem wir alle tief hängenden Früchte vom Saas-Fee-Pulverbaum gepflückt hatten, zogen wir die Felle auf und machten uns auf den Weg in höhere Gefilde. Hinauf auf die hohen Gletscher auf der Suche nach frischen, staubigen Pulver.

Unsere Crew war motiviert, mein Knie fühlte sich stark an und zusammen mit der Filmcrew (Puzzle Media) und dem legendären Snowboardfotografen Silvano Zeiter haben wir einige wirklich ästhetische Linien entdeckt. Fredi Kalbermatten war besonders motiviert. Seine kürzlich entdeckte Leidenschaft für Splitboarding war inspirierend und mit seinem Wissen und seiner Vision konnten wir wirklich neue Zonen erkunden, während wir um beeindruckende Gletscherfeatures herum liefen. Ein großer "Shout Out" an die Jungs, die bei unseren Abendteuern dabei waren, insbesonders an Gray, Kawika und Falk.  Wir konnten einiges an speziellem "Schweizer Blower-Pow genießen.

Ja, der Schnee kam diese Saison sicher spät, aber besser spät als nie. Das war der wärmste Winter Europas in einem langen Zeitraum. Mir wurde klar, dass man nur bereit sein muss, höher zu steigen und weiter zu splitten um in die unverspurten Zonen vorzudringen. Die Mühe ist es jedes Mal wert.

Im Angesicht des Gletschers
Der Schneemangel in Westeuropa führte zu vielen Apre-Ski-Diskussionen über die Auswirkungen des Klimawandels. Es gibt definitiv eine Veränderung der Wetter- und Temperaturverhältnisse in der Welt, deren Auswirkungen nicht unbemerkt bleiben können, wenn man in den Alpen lebt oder sich dort aufhält. Leider ist es klar, dass wir als Menschen diesen Kreislauf beschleunigen.

Der Klimawandel ist kein Scherz. Die Schneesportindustrie wird sich als erste vollständig auflösen, wenn diese beunruhigenden warmen Trends anhalten. Sommer-Skigebiete schließen bereits ihre Türen.  Extreme Wetterereignisse werden immer häufiger und mit jedem Jahr härter. Die Polarkappen schmelzen alarmierend schnell, Überschwemmungen vernichten ganze Städte, Waldbrände geraten außer Kontrolle.  Hurrikane sind zerstörerischer als je zuvor, Erdbeben sind häufiger, die Liste geht weiter. Unser Ökosystem und unser Einklang mit der Natur ist auf vielen Ebenen aus dem Gleichgewicht geraten.  All diese Ereignisse finden täglich auf der ganzen Welt statt, aber einige Menschen, auch wichtige Entscheidungsträger leugnen den Klimawandel dennoch... Haben wir den "Point of no Return" überschritten? Hat das Herz der Mutter Erde einen Rhythmus angenommen, der uns zu Denken geben sollte? Was auch immer geschieht, wir können die Natur nicht bekämpfen - sie wird immer gewinnen. 

Wir müssen grüne und saubere Energie unterstützen, wenn wir wollen, dass auch künftige Generationen den Schneesport genießen. Es ist eine Bewegung, die es schon lange gibt aber die von Jahr zu Jahr an Wichtigkeit gewinnt. Last uns den Gedanken des "Nature-First-Ansatzes" weitertragen und uns noch stärker für den Schutz unserer Umwelt einsetzen. 

Schließlich gibt es keinen Planeten B. 

Euer Taylormadefilmz.

Photos: Fredi Kalbermatten & Vernon Deck
Thanks Richy for the magnific passion

Das Jahr des Gockels, vor dem Gletscher

Fredi Kalbermatten

ps: Hier noch ein paar Infos zum Jahr des Hahns 2017:

Menschen, die im Jahr des Hahns geboren sind, sind nachdenkliche und sehr fähige Menschen. Sie neigen dazu, zu viele Aufgaben gleichzeitig übernehmen zu wollen und sind deshalb oft gestresst und enttäuscht, wenn sie bei einer Aufgabe scheitern. Sie sind oft exzentrisch und haben Schwierigkeiten, mit anderen Menschen auszukommen, da sie oft zu viel Aggressivität an den Tag legen. Sie sind oft Einzelgänger und obwohl Sie häufig den Ruf eines Abenteurers genießen, sind sie eher ängstlich. Sie passen am besten zu Menschen, die im Jahr des Ochsen, der Schlange oder des Drachen geboren sind. Das Jahr des Hahns 1921, 1933, 1945, 1957, 1969, 1981, 1993, 2005, 2017